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Mammuth

OriginaltitelMammuth
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich 2010
FSK & Länge 89 min.
KinoÖsterreich
AnbieterFilmladen
Kinostart01.10.2010
RegieBenoît Delépine, Gustave de Kervern
DarstellerBruno Lochet, Zoé Weber, Serge Nuques, Eric Monfourny, Serge Larivière, Noël Godin
Links IMDB
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Bissiger Humor, viel Satire, noch mehr Skurriles

Es ist soweit: Serge Pilardosse (Gérard Depardieu) ist reif für die Rente. Die letzten Jahre hat er tagein, tagaus in einer Fleischfabrik geschuftet. Er kennt sich bestens mit dem Filetieren diverser Nutztiere aus, doch was das Zwischenmenschliche betrifft, ist er ein Wrack. Es ist also nur verständlich, dass eine Gattin Catherine (Yolande Moreau) nicht begeistert ist, dass der Arbeitslose ab sofort zu Hause herumhängt. Nur gut, dass ihm für seine Rente einige Bescheide fehlen. Also klappert er mit seinem alten Motorrad, einer antiken Münch Mammut-4 TTS 1.200 seine alten Arbeitgeber ab, mit dem Ziel, die fehlenden Arbeitsbescheinigungen einzuholen. Die abenteuerliche Fahrt stellt sich alsbald als Reise in seine eigene Vergangenheit heraus. Er trifft nicht nur seine erste große Liebe (Isabelle Adjani) wieder, sondern stattet auch seiner Verwandtschaft einen Besuch ab. Statt seinem Bruder findet er allerdings nur eine seltsame Nichte (Miss Ming) vor. Ausgerechnet diese Begegnung gibt ihm neuen Lebensmut.
Skurril, schräg, stilistisch anspruchsvoll, mutig, humorvoll und trotzdem melancholisch, all das ist "Mammuth". Man könnte diese Liste sicherlich noch weiterführen. Tatsächlich beinhaltet das Roadmovie der etwas anderen Art aus der Feder von Gustave de Kervern und Benoît Delépine all diese Adjektive. Doch irgendwie will die Tragikomödie nicht den Nerv der Zeit treffen, den die französischen Regiewunder mit der bissigen Satire "Louise Hires A Contract Killer" präzise anvisierten. Und das, obwohl der Film erneut Arbeitslosigkeit und die damit einhergehende persönliche Krise thematisiert. Gérard Depardieu schweift als zu dick geratener Rentner mit langer Mähne durch die Gegend, wie ein Überbleibsel aus längst vergangener Zeit, ein Geist, den niemand je ernst genommen hat und dem nichts vom Leben bleibt. Man erkennt bereits hier die Tragik der Story. Ein grandioser Depardieu, wie man ihn schon lange nicht mehr gesehen hat, wandelt gekonnt auf der Schwelle zwischen Gestern und Heute, zwischen Weinen und Lachen, zwischen Absturz und Aufgefangen werden. Hier zeigt er all sein Können und legt seine ganze Kraft in seinen Ausdruck.

Kervern und Delépine konstruieren das Drama nicht eindimensional. Ihre Erzählung ist vielschichtig und dabei stets humorvoll. Sie nehmen die Zuschauer auf eine Reise in die Vergangenheit des Protagonisten mit und lassen ihn dabei auf ebenso vergessene Zeitgenossen treffen. Insgesamt fehlt dem Film jene beißende Ironie, mit der sich die Regisseure in ihrer Heimat ihren guten Ruf erarbeiteten. Diese kommt leider nur in wenigen Szenen zum Tragen, dafür aber umso unerwarteter und für das breite Publikum durchaus schockierend. So etwa, wenn sich Depardieu und sein Onkel nach Jahren wiedersehen, sich schwupps im Bett wiederfinden, um sich gegenseitig zu befriedigen. Es ist falsch zu sagen, "Mammuth" habe sich dem kommerziellen französischen Kino angepasst. Dennoch bleibt Kerverns und Delépines ursprünglicher Witz und Esprit etwas auf der Strecke. Manche Szenen machen klar, aus welcher Hand das Drehbuch stammt. Bleibt nur zu hoffen, dass die kommenden Filme des genialen Duos nicht weiter abbauen.

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