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Vergissmichnicht

OriginaltitelL'âge de raison
GenreKomödie, Romanze
Land & Jahr Frankreich/Belgien 2010
FSK & Länge ab 0 Jahren • 89 min.
KinoDeutschland
AnbieterSchwarz/Weiß Filmverleih
Kinostart23.12.2010
RegieYann Samuell
DarstellerJérémie Chaplain, Sophie Marceau, Anne Robert, Clara Guipont, Christophe Rossignon, Mireille Séguret
Homepage http://www.marsdistribution.com/film/...
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten

Unterhaltsamer Feel-Good-Movie mit Sophie Marceau

Margaret (Sophie Marceau) bekommt an ihrem vierzigsten Geburtstag von einem ihr unbekannten Notar ein Bündel Briefe überreicht. Er nennt sie Marguerite. Margaret hat den Namen abgelegt, weil das englische Pendant ihrer Meinung nach besser zu einer selbstbewussten und zielstrebigen Frau in einer globalisierten Welt passe. Die Briefe stammen von ihr selbst. Als Siebenjährige (Juliette Chappey) verfasste sie diese, weil sie schon damals ahnte, dass sich mit dem Erwachsenwerden auch die Einstellungen ändern. Die Briefe sollen das verirrte Selbst wieder an seinem Ursprung erinnern.

Der Karriere-Frau kommen die Erinnerungen höchst ungelegen. Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, steht mitten im Leben und ist mit einem nicht minder erfolgreichen Mann liiert, von dem sie sich ein Kind wünscht. Zudem erinnern sie die Briefe an erfolgreich verdrängte schlimme Kindheitserfahrungen. Dazu gehört auch, wie ihr Vater die Familie verließ und sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder fortan ein ärmliches Leben führte. Doch auch an die schönen Momente erinnert sich Marguerite wieder, an die Erlebnisse mit ihrem besten Freund Philibert oder den Brunnen, den sie mit diesem einst gegraben hat. Und so muss sie letztlich feststellen, dass sie in ihrem gegenwärtigen Leben die falschen Werte verfolgt.
Das Konzept des Briefwechsels, einer Kommunikation mit der eigenen Vergangenheit ist offenbar dem Willen geschuldet, eine oft erzählte Geschichte über eine Midlife-Crisis etwas abzugewinnen. Dass das Konzept zu konstruiert erscheint, war der Preis, den Drehbuchautor und Regisseur Yann Samuell zu zahlen bereit war. Mag die Tatsache, dass sich die von Sophie Marceau gespielte Marguerite aufgrund kindlicher Verlusterfahrungen ein konventionelles Mittel eines Feel-Good-Movies sein, so unglaubwürdig mutet es an, dass diese von einem Kind wieder auf den rechten Weg gebracht wird. Es mag sein, dass Kinder in ihrer kindlichen Weltsicht der Wahrheit oft näher sind, als Erwachsene in ihrem Eingebundenheit in eine materielle Welt. Doch die Weisheit, mit der die siebenjährige Marguerite ausgestattet ist, ist doch zu viel des Guten. Störend ist auch die Tatsache, dass hier Handlungselemente wie die Zahnräder eines komplexen mechanischen Getriebes ineinanderpassen. Pläne und Weissagungen gehen hier wie dort ganz selbstverständlich auf. Alles fügt sich ins andere, das Schicksal hat seine Hände mächtig im Spiel. Dabei kann man sich als Zuschauer nicht dem Eindruck verwehren, dass hier das Umgehen von Konventionen wichtiger war, als die genuine Umsetzung von Lebenserkenntnissen.

Immerhin gelingt es Regisseur Samuell die Schwächen des Drehbuchschreibers Samuell durch eine tempo- und visuell einfallsreiche Inszenierung wettzumachen. Die Komödie kommt nie zum Stillstand und weiß mit immer neuen Ideen bestens zu unterhalten. Auch die Figuren sind durchaus lebensnah gezeichnet, die zudem durch überzeugende Darsteller getragen werden. Insgesamt ist "Vergissmichnicht" trotz seiner Schwächen eine durchaus ansehliche Komödie, deren Weisheiten die Generation der 40-Jährigen beherzigen sollten. Das würde ihnen nicht schaden.

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