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Geliebtes Leben

OriginaltitelLife, Above All
GenreDrama
Land & Jahr Südafrika/Deutschland 2010
FSK & Länge 105 min.
KinoÖsterreich
AnbieterConstantin Film
RegieOliver Schmitz
DarstellerKhomotso Manyaka, Foxy Riet, Bhekifa Isaac Nyathi, Themba Ndaba, Mary Twala, Mandla Ernest Mokoena
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Oliver Schmitz räumt mit Vorurteilen auf

Chanda (Khomotso Manyaka) ist eins von so vielen Südafrikanischen Kindern, die früh Erwachsen werden müssen. Ihre kleine Halbschwester Sara ist in der Nacht gestorben und Chanda soll den Sarg aussuchen. Mutter Lilian (Lerato Mvelase) und Stiefvater Jonah (Audrey Poolo) sind dazu nicht in der Lage. Während ihre Mutter von der Trauer überwältigt ist, versäuft der Stiefvater das Geld für den Sarg in der nächsten Kneipe. Das Baby sei an einer Grippe gestorben, behauptet die Familie zunächst.

Die neugierige Mrs. Tafa (Harriet Lenabe) mischt sich mal wieder in das Leben ihrer Nachbarin. Sie scheint trotzdem immer darauf bedacht, den schönen Schein zu wahren. Als auch Lillian schwer erkrankt, rutschen Chanda und ihre zwei kleinen Geschwister immer mehr ins gesellschaftliche Aus. Die 12-jährige kann die Lügen nicht länger ertragen und bricht das Schweigen. Sie bekennt sich zu der offensichtlichen Aidserkrankung ihrer Mutter stellt sich gegen die Meinung im Townships, einzig ihre besten Freundin Esther (Keaobaka Makanyane) hält zu ihr.
"An alle Chandas dieser Welt" - damit widmet der gebürtige Südafrikaner Oliver Schmitz ("Türkisch für Anfänger") sein Drama "Geliebtes Leben" allen Aidswaisen. Ohne staatliche Unterstützung, völlig auf sich allein gestellt, leben die nicht nur in Südafrika auf der Straße. Pro Jahr kommen ca. 80.000 Kinder dazu. Chanda ist die Jeanne d'Arc der Township genannten riesigen Satellitensiedlungen der großen Städte, sie bricht ein Tabu und tritt für die Schwachen ein.

Die Angst vor der Stigmatisierung und dem drohenden Ausschluss aus der Gemeinschaft treibt Chandas Mutter in die Arme eines Voodoo-Heilers. Krankenhäuser werden gemieden, weil so erkannt werden könnte, HIV-positiv zu sein. Die Protagonistin ist die einzige die sich um ihre Mutter kümmert. Sie ist es auch, die Esther vom Straßenstrich holt und den Anfeindungen der Nachbarn trotzt. Mit der Perspektive dieses bewundernswert starken Mädchens versucht Regisseur Schmitz den Dialog zu provozieren. Er will weit verbreitete Vorurteile bekämpfe.

Schon in den ersten Szenen konfrontiert er den Zuschauer mit der harten Realität. Eine Wäscheleine im Regen, auf der ein kleiner rosa Pulli mit dem Schriftzug Little Teddy hängt, gleich darauf sind gestapelte Kleinkindersärge in der heruntergekommenen Kammer des Bestatters zu sehen. Durch die Emotionalisierung des Betrachters, zwingt er diesen zur Identifikation und setzt damit eine Reflexion in Gang. Allerdings lässt er die typische Hollywood-Tränendrüsen-Techniken aus, er strickt eine eher konventionelle Dramaturgie und dreht streckenweise mit der Handkamera. Durch diesen dokumentarischen Stil wird der Zuschauer in das Geschehen eingebunden. Die Kamera wird zu seinem Repräsentanten. Filmmusik wird nur wenig und dann realistisch verwendet, etwa in Form eines Autoradios. Das Thema Aids wird schnell aufs Tableau gebracht. Der Oscarprämierte "Philadelphia" behandelte das Thema im Hinblick auf Vorurteile über Schwule, das alberne Musical "Rent" unternahm einen kläglichen Versuch dem Thema die Tragik zu nehmen. Schmitz verzichtet dagegen auf ausgefeilte filmische Tricks, statt dessen stellt er die Geschichte und seine Protagonisten in den Fokus.

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Geliebtes Leben

Oliver Schmitz widmet sein Drama "Geliebtes Leben" den Südafrikas Aidswaisen. Mit Hilfe seiner Protagonistin Chanda (Khomotso Manyaka) stellt er Vorurteile...  Clip starten
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