The Green Wave - 2010 | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS
©Camino Filmverleih

The Green Wave

OriginaltitelThe Green Wave
AlternativIran Elections 2009
GenreDokumentarfilm
Land & Jahr Deutschland 2010
FSK & Länge ab 12 Jahren • 82 min.
KinoDeutschland
AnbieterCamino Filmverleih
Kinostart24.02.2011
RegieAli Samadi Ahadi
DarstellerNavid Akhavan, Payam Akhavan, Shirin Ebadi, Pegah Ferydoni, Mitra Khalatbari, Shadi Sadr
Homepage https://http://www.thegreenwave-film.com
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsTrailerGalerieDVDsbewerten

Die Hoffnung auf Freiheit im Iran war grün

Mit Hilfe der zwei fiktiven Charaktere wird die Geschichte der grünen iranischen Revolution des Sommers 2009 erzählt. Studentin Azadeh (Pegah Ferydoni) und der junge Kaveh (Navid Akhavan) sind die animierten Protagonisten. Sie besuchen die Kundgebung von Mir Hossein Mussawi, dem Kandidaten für das Amt des iranischen Präsidenten und Herausforderer des Amtsinhabers Mahmud Ahmadinedschad.
Um den Wahltag des 12. Juni 2009 herum entsteht die grüne Bewegung, der sich zahlreiche junge Iraner anschließen. Für sie ist Mussawi ein politischer Hoffnungsträger und steht für Reformen. Als der Favorit dem religiös-konservativem Gegner in Folge weit verbreitetem Wahlbetrugs unterliegt, beginnen die Aktivisten der grünen Revolution ihre gewaltfreien Protestaktionen. Sie demonstrieren gegen die offensichtliche Manipulation und das restriktive Regierungsgebaren des reaktionären Ahmadinedschads. Die friedlichen Märsche werden vom Regime mit zunehmender Brutalität zerschlagen. Gegen die demonstrierenden Regierungskritiker wird mit aller Härte vorgegangen.
Für "The Green Wave" verbrachten die Schauspieler Pegah Ferydoni und Navid Akhavan mehrere Tage mit Fotosessions vor der Kamera. Dabei wurde ihre Mimik und Gestik aufgenommen und von einem zehnköpfigen Animationsteam nachgezeichnet und koloriert. Daraus entstanden 42 Minuten Comicsequenzen. In ihnen wird eine fiktive Geschichte erzählt, die den Erzählerischen Rahmen von "The Green Waven" bildet. Zwar sind die Studenten, die durch die Ereignisse führen, fiktive Charaktere, jedoch sind ihre Emotionen, Eindrücke und Erlebnisse dem realen, kollektiven und virtuell artikulierten Gedächtnis der jungen, iranischen Protestbewegung entnommen. Aus Blogs und Twitter-Meldungen haben die Filmemacher die Stimmung der Revoluzzer destilliert. Die wenigen Nachrichten und Videos, die 2009 über das Internet aus dem Iran dringen, haben sie zur Unterstützung der Studenten-Geschichte in den Filmverlauf eingefügt.

Die farblich kontrastreichen Trickfilmszenen wechseln mit Realbildern in schlechter, wackeliger Youtube- und Fotohandyqualität, iranischen Pressekonferenzen und formalen Interviewsituationen. Diese Mischung ist für das Auge anfangs ungewohnt und anstrengend. Bald gewöhnt man sich an die Erzählform des Dokudramas, weil die Bildertypen nicht allzu schnell und abrupt wechseln und man sich auf die neue Situation einstellen kann. Dieser Collage aus Fiktion und Realismus gelingt es, einen starke emotionalen Eindruck von den Geschehnissen der grünen Revolution zu vermitteln. Wie schon beim dokumentarischen "Waltz with Bashir" wird auch in "The Green Wave" mit den Trickfilmszenen eine spannungsreiche Nähe hergestellt. Durch die skizzenhaften Bilder gelingt es, die Hoffnungslosigkeit, Schmerz, Wut, Verzweiflung und die Sehnsucht der Protagonisten nach Freiheit mit nachhallender Wirkung zu vermittelt. So geht eine gezeichnete Vergewaltigungsszene beklemmend nah. Auch das animierte Leiden der Angehörigen um die getöteten Revolutionäre ist bisweilen intimer und nachfühlbarer als die verpixelten und verwackelten Kamerabilder der echten, schmerzverzerrten Müttergesichtern.

Um den Film nicht zu einer rein subjektiven Lebensgeschichte der Studenten werden zu lassen, hat der deutsch-iranische Regisseur Ali Samadi Ahadi Interviewsequenzen mit iranischen und internationalen Persönlichkeiten eingebaut, die Hintergrundinformationen zu den Vorgängen liefern. Er lässt unter anderem den ehemaligen UN-Ankläger und Spezialisten für Menschenrechtsfragen Prof. Dr. Payman Akhavan sowie die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi zu den Ereignissen Stellung nehmen. So gelingt ihm eine informative und gleichzeitig aufwühlendes und eindrucksvolles Dokudrama über die grüne iranische Revolution.
The Green Wave

Bewertung abgeben

Bewertung
6,0 (Filmreporter)     
 (0 User)

Meinungen

Es gibt noch keine Userkritik!

Trailer: 

The Green Wave

In "The Green Wave" beschreibt der Deutsch-Iraner Ali Samadi Ahadi die Entstehung und den Verlauf der grünen iranischen Revolution. Dabei lässt er zwei...  Clip starten
Amazon
Bücher, DVDs oder das neue Heimkino für Ihren Filmgenuss




 
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenNewsTrailerGalerieDVDsbewerten
© 2018 Filmreporter.de