Studio Hamburg Enterprises
Die Windsbraut (Bride of the Wind, 2001)

Die Windsbraut

Originaltitel
Bride of the Wind
Regie
Bruce Beresford
Darsteller
Sarah Wynter, Jonathan Pryce, Vincent Pérez, Simon Verhoeven, Gregor Seberg, Dagmar Schwarz
Kinostart:
Deutschland, bei
Genre
Biographie, Drama
Land
Großbritannien, Deutschland, Österreich
Jahr
2001
Länge
99 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (1 User)
Meinungen
8martin 
Die wilde Alma
Die Alma Mahler-Werfel muss ja wohl eine ganz heiße Braut gewesen sein. Damals nannte man das ‘femme fatale‘. Ihre Opfer waren ausnahmslos Promis. Neben den namensgebenden Männern hat sie sich auch noch Oskar Kokoschka (Vincent Perez), der das Titelbild malte, die Architekturlegende Walter Gropius (Simon Verhoeven) reingezogen, sowie mit Gustav Klimt (August Schmölzer) ‘geliebäugelt‘. Doch ihre stärksten Auftritte hat sie im Film nicht auf der Matratze sondern als Trauernde oder als verhinderte Künstlerin mit einem Touch Emanzipation. Dazu hat sie Regisseur Bruce Beresford prunkvoll ausgestattet und in eine herrliche Landschaft platziert. Die Unterschiedlichkeit der Charaktere, die bei Alma landen konnten, ist gut herausgearbeitet. Klimt der lebhaft freche Schelm, dem die Liaison zu eng wurde oder Kokoschka, der besitzergreifende, stürmische Geliebte, dem solche Sätze in den Mund gelegt werden wie ‘die Zeit ist die Währung der Liebe‘. Mit ihm wird es auch optische etwas anspruchsvoller. Dann der brave biedere Gropius, den man heute eher in die Abteilung ‘Schlaftablette‘ einordnen würde. Und schließlich Franz Werfel, der Alma via Piano erobert, sogleich schwängert und damit eine melodramatische Note einbringt. Den größten Handlungsspielraum bekommt Gustav Mahler (Jonathan Pryce). Er ist für Alma Anfang und Basis, künstlerisches Idol und Konkurrent. Sarah Wynter füllt die Titelrolle als androgyner Typ mit geheimem Feuer voll und ganz aus. Interessant.
geschrieben am 26.01.2014 um 11:57 Uhr
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