Fasten auf italienisch

Originaltitel
L'Italien
Genre
Komödie
Land /Jahr
Frankreich 2010
 
102 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
13.01.2011 ( D | A ) bei Arsenal Filmverleih
Regie
Olivier Baroux
Darsteller
Kad Merad, Raphaële Germser, Guy Lecluyse, Arielle Séménoff, Alain Doutey, Karim Belkhadra
Homepage
http://www.fasten-auf-italienisch.de
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IMDB
Fasten auf italienischArsenal Filmverleih
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Verwirrung um Nationalität mit Comedian Kad Merad
Ben Saoud (Kad Merad) befürchtet in Frankreich Integrationsschwierigkeiten, weil sein arabischer Name auf seine Herkunft schließen lässt. Deshalb hat er sich prompt in Dino Fabrizzi umbenannt. Vor seinem Chef und den Kollegen im Luxusautohaus gibt er sich als Italiener aus. Auch seine Freundin (Valérie Benguigui) kennt seine wahre Nationalität nicht. Für seine Familie wiederum ist er das leuchtende Beispiel für einen gut-integrierten Arabers. Eltern und Geschwister wissen nicht, dass er die Wahrheit seine Abstammung verleugnet. Als er auf Wunsch seines kranken Vaters (Sid Ahmed Agoumi) den islamischen Fastenmonat Ramadan begehen soll, wird das Doppelleben und die Tarnung immer schwieriger durchzuhalten.
In den ersten Filmszenen erscheint zum 1980er Jahre Italoschlager "L'Italiano" eine nackte, stark behaarte Männerbrust auf der Leinwand. Ein Goldkettchen wird um den Hals des nicht sichtbaren Kopfes gehängt. Die geöffnete Schublade gibt den Blick auf edle Schuhe frei. Eine Uhr wird ums Handgelenk gelegt, eine Sonnenbrille aufgesetzt. Als die Gestalt im Designeranzug schließlich in den polierten grauen Maserati steigt, sind die spontanen, Assoziationen zur Gewissheit geworden: Hier muss es sich um einen Italiener handeln.

Gerade ist der Zuschauer vorgeführt worden. Denn der angebliche Italiener ist Araber, der seine Herkunft hinter klischeehaften Italiener-Allüren versteckt. Protagonist Ben Saoud (Kad Merad) befürchtet in Frankreich Integrationsschwierigkeiten, weil sein arabischer Name auf seine Herkunft schließen lässt. Deshalb hat er sich in Dino Fabrizzi umbenannt. Vor seinem Chef und den Kollegen im Luxusautohaus gibt er sich als Italiener aus. Auch seine Freundin (Valérie Benguigui) kennt seine wahre Nationalität nicht. Regisseur Olivier Baroux weist schon in der Anfangssequenz des Filmes nach, dass wir alle in Schubladen denken.

Diese und weitere Erkenntnisse zum Thema nationale Identität vermittelt "Fasten auf Italienisch". So auch, dass Lügen lange Beine haben. Um sein Doppelleben nicht zu gefährden, muss Bens die Lüge durch weitere Schwindeleien absichern. Seine Geschichtchen werden immer skurriler, was dem Film seinen leichten Humor gibt. Das Lachen wirkt dennoch fehl am Platz, wenn man sich bewusst macht, was hinter den Witzen steckt. Thematischer Hintergrund der Komödie ist die Integrationsdiskussion nicht nur in Frankreich. Kein leichtes Sujet, aber passend angesichts von wiederkehrenden Unruhen in den Pariser Banlieus. Baroux spielt ein mögliches Verhaltenskonzept für Immigranten durch: sich radikal an die Gesellschaft anzupassen. Das geht in diesem Fall bis zur Verleugnung der eigenen Identität.

Hauptdarsteller Kad Merad kennt solche Täuschungsmanöver aus eigener Erfahrung. Der gebürtige Algerier und sein Vater haben eine abgeschwächte Version der Herkunftsverdunkelung betrieben. Beide haben sich für ihre Namen Abkürzungen ausgesucht, die ihre maghrebinische Wurzeln nicht sofort erkennen lassen. Aus Mohamed wurde Rémi und aus Kaddour Kad. Der erfolgreiche französische Komiker ist sich sicher: "Die französischen Pizzerias werden von vielen Mourads betrieben, die sich Dino nennen." Aber die Anpassung hat Grenzen, Merads Sohn trägt den arabischen Namen Khalil.
Fasten auf italienischArsenal Filmverleih
 
Videoclip:
Weil Italiener in Frankreich besser ankommen, als Araber, wird aus Ben Saoud Dino Fabrizzi. Chef,... 
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Regisseur Olivier Baroux thematisiert in "Fasten auf Italienisch" die französische Integrationsproblematik. Sein Protagonist ist ein Araber, der aus Angst vor Diskriminierung...
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2021