Vegafilm
Das kleine Zimmer

Das kleine Zimmer

Originaltitel
La petite chambre
Genre
Drama
Land /Jahr
Schweiz, Luxemburg 2010
 
87 min
Medium
Kinofilm
Kinostart
24.03.2011 ( Kino Deutschland | Kino Schweiz ) bei Vega Film AG
Regie
Véronique Reymond, Stéphanie Chuat
Darsteller
Pierre Mifsud, Raoul Schlechter, Daniel Plier, Véronique Fauconnet, Famille Raveenthiran, Cédric Pescia
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IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Berührendes Drama über zwei einsame Seelen
Edmond (Michel Bouquet) ist ein eigenwilliger alter Mann. Aufgrund seiner schlechten körperlichen Verfassung sollte er längst im Altersheim wohnen. Doch der störrische Alte weigert sich dem Rat seine Sohnes Jacques (Florence Loiret) zu folgen. Dieser will seit Jahren seinen Vater ins Heim abschieben, um sich nicht mehr um ihn kümmern zu müssen.

Einzig Krankenschwester Rose (Florence Loiret) schafft es mit ihrem forschen Einschreiten, das Vorhaben Jacques' zu verhindern und dem Rentner nahe zu kommen. Während sie sich liebevoll um den alten Herren kümmert, hat sie selbst mit Problemen zu kämpfen. Deshalb gibt es immer wieder Streit mit ihrem Mann Marc (Eric Caravaca). Als sie aufgrund eines erneuten Konflikts zu spät bei ihrem Patienten Edmond auftaucht, ist dieser schwer gestürzt. Der Unfall hat für beide schwerwiegende Folgen.
Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte. So auch, wenn Hauptdarsteller Michel Bouquet ("Vater töten") halb trotzig, halb bedrückt, in die Kamera schaut. Man spürt sofort, wie einsam sich der von ihm verkörperte alte Mann fühlt. Der will dennoch nicht aufgeben, und weiter die verbliebenen Aufgaben seines Lebens meistern. Bouquet, sonst eher auf der Theater-Bühne zu Hause, verkörpert den Rentner sehr nuanciert. So ist jede Gefühlsveränderung - sei sie noch so klein - in seinem Gesicht abzulesen. Unterstützt wird der Franzose durch Schauspielkollegin Florence Loiret ("Ich habe sie geliebt"). Ihre Figur ist nicht so differenziert gezeichnet. Trotzdem meistert auch sie ihre Rolle mit Bravour. Loirets Schmerz wirkt zu jedem Zeitpunkt authentisch, so dass beide Darsteller den Zuschauer berühren.

Die Schauspielleistungen werden durch die zurückgenommene Inszenierung der Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond ("Les Amours d'Astrée et de Céladon") adäquat unterstützt. Sie verzichten darauf, dramatische Szenen mit klischeebeladene Musik zu betonen, setzen vielmehr auf ihre Darsteller. Die Regisseurinnen arbeiten in ihren Spielfilmdebüt mit wenigen Schnitten und Handlungssprüngen, so dass man sich auf das Gezeigte stets gut konzentrieren kann. Die Darsteller sind meist in Nahaufnahme gezeigt, um mehr Nähe zu schaffen. Dies gelingt bis zum Ende der Geschichte gut, die in den letzten Momenten in ein Hollywood-Klischee verfällt. Ansonsten ist an der Inszenierung der Filmemacherinnen wenig auszusetzen. "Das kleine Zimmer" ist ein gelungenes Drama mit tollen Schauspielern, das einiges über den Umgang mit der Einsamkeit erzählt.
Arsenal Filmverleih
Videoclip:
Edmond (Michel Bouquet) ist oft allein. Seine Frau ist längst gestorben und sein Sohn (Joël... 
Galerie:
"Das kleine Zimmer" ist das beeindruckende Spielfilm-Debüt der Regisseurinnen Stéphanie Chuat und Véronique Reymond. Ihre Inszenierung ist gefühlvoll und technisch...
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2021