Zorro Film
Polnische Ostern

Polnische Ostern

Originaltitel
Polnische Ostern
Regie
Jakob Ziemnicki
Darsteller
Barbara Wysocka, Adrian Topol, Grazyna Szapolowska, Tomek Nowicki, Doris Kunstmann, Radoslaw Krzyzowski
Kinostart:
Deutschland, am 12.05.2011 bei Zorro Film
Genre
Komödie
Land
Deutschland, Polen
Jahr
2011
FSK
ab 6 Jahren
Länge
93 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
3,0 (Filmreporter)
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Klischees am Fließband statt auf dem Prüfstand
Seine Frau ist vor einigen Jahren gestorben. Nun ist auch seine Tochter bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Werner Grabosch (Henry Hübchen) bleibt nur noch seine Enkelin, die bei dem alten Mann wohnt. Doch auch Mathilda (Paraschiva Dragus) soll ihm jetzt genommen werden. Vater Tadeusz (Adrian Topol ) will das siebenjährige Mädchen zu sich nehmen - in seine polnische Heimat. Weil auch das Jugendamt dies für die beste Option hält, plant Grabosch den Schwiegersohn als unzuverlässigen Erziehungsberechtigten darzustellen.

Der Bäckermeister lässt seine Backstube zurück und reist Mathilda in deren neue polnische Zuhause nach. Dort sind die Zustände tatsächlich nicht ganz so ordentlich, wie bei dem Großvater in seinem spießigen schleswig-holsteinischen Häuschen. Aber dort kümmert sich eine zupackende, herzliche Großfamilie um das kleine Mädchen.
Seinem Regiedebüt "Polnische Ostern" merkt man an, dass sich Regisseur Jakob Ziemnicki nicht so recht entscheiden konnte, ob er nun eine Integrations- oder eine Familienkomödie machen soll. Eine harmonische Verschränkung der beiden Themenkomplexe gelingt nicht. Die Figuren wirken überladen, ihre Stereotypen sind arg überzogen. Deshalb kann man zu ihnen keine Beziehung aufbauen. Unruhig hetzen sie von einer Szene zur nächsten, um reihenweise klischeehafte Dialoge vorzutragen.

Auch Henry Hübchen kann die Komödie nicht vor dem Abgleiten in schlichte Albernheit bewahren. Seine brilliante Schauspielkunst scheint immerhin in einigen Szenen durch, in denen er entweder alleine oder zusammen mit der herb-schönen Matriarchin Grazyna Szapolowska vor der Kamera steht. Da taucht das spitzbübische, schnodderige Wesen auf, mit dem er kluge und witzige Komödien wie "Whisky mit Wodka" und "Alles auf Zucker!" bereichert hat. Besonders in der letzteren gelingt es, Stereotypen über ein jüdisches Wesen vorzuführen und darüber eine leichte, witzige und trotzdem intelligente Geschichte zu erzählen. Ziemnickis Film ist alles in allem nicht witzig geraten, gescheige denn intelligent. Außer ein paar schön fotografierten Bildern ist hier wenig sehenswert.
Lena Pauli/Filmreporter.de
Videoclip: Polnische Ostern
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Galerie: Polnische Ostern
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2023