Underground
Kinowelt
Underground

Underground

Originaltitel
Underground
Genre
Drama
Land /Jahr
Frankreich, Jugoslawien, Deutschland, Ungarn 1995
 
164 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Film
Filmstart
02.09.1996 ( Kino Deutschland ) bei Kinowelt Home Entertainment
Regie
Darsteller
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
5,4 (5 User)
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsMeinungenMeinungDVDs
Emir Kusturicas turbulenten Drama
Während der deutschen Besatzung 1941 in Belgrad muss sich eine Gruppe von Partisanen mit ihren Familien in einem unterirdischen Bunkerlabyrinth verstecken. Gauner Blacky (Lazar Ristovski) lässt die Genossen Waffen für den Widerstand gegen die Nazis herstellen, die Schwarzmarktkönig Marko (Miki Manojlovic) gewinnbringend verkauft. Als die Deutschen auch hinter ihm her sind, versteckt sich auch Blacky mit Markos Bruder Ivan (Slavko Stimac) in dem Keller.

Marko verdient sich durch den Krieg eine goldene Nase. Er wird als vaterlandsliebender Helfer der Partisanen gefeiert. Mit Natalija (Mirjana Jokovic), einer der Geliebten von Blacky wird er immer skrupelloser in seinem Geschäftsbestreben. Als der Krieg beendet ist, lässt Marko die Kellerinnensassen im Glauben, dass immer noch gekämpft würde. Dadurch kann er die Waffenproduktion aufrecht erhalten und seine Macht ausbauen. Erst 20 Jahre später gelinkt einigen Flüchtlingen die Flucht aus dem Keller. Draußen gelangen sie ausgerechnet auf ein Filmset, der die deutsche Besetzung thematisiert. Marko geht auch im neuen Balkankrieg 1991 seinen Geschäften nach, aber irgendwann rächt sich seine Unverfrorenheit doch.
Wer einen Film mit einer inneren Logik erwartet, wird sicher enttäuscht. Aber das ist auch ziemlich schwer, wenn man einen Zeitspanne von 50 Jahren (1941 und 1991) zu umreißen versucht. Emir Kusturica wird für "Underground" mit der goldenen Palme von Cannes (1995) ausgezeichnet, trotzdem gibt es auch massenhaft Kritik, speziell in seiner Heimat. Vor lauter Ärger entschließt er sich das Regiefach an den Nagel zu hängen - zum Glück nimmt er diesen Vorsatz Jahre später wieder zurück. Bildgewaltig und von der rasanten Musik von Goran Bregovic begleitet, zeichnet er eine turbulente und Episode im Leidensweg Jugoslawiens aus einer ungewöhnlichen, parodistischen Perspektive nach.
Heike Maleschka/Filmreporter.de
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsMeinungenMeinungDVDs
2021