Filmreporter-RSS
©Koch Media

Foxcatcher

OriginaltitelFoxcatcher
GenreDrama
Land & Jahr USA 2013
FSK & Länge ab 12 Jahren • 134 min.
KinoDeutschland
AnbieterKoch Films
Kinostart05.02.2015
RegieBennett Miller
DarstellerSteve Carell, Mark Ruffalo, Vanessa Redgrave, Anthony Michael Hall, Brett Rice, Jackson Frazer
Homepage http://www.foxcatcher.de
Links IMDB
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsNewsTrailerGalerieDVDsbewerten

Brillant gespieltes und inszeniertes Psychodrama

Mark Schulz (Channing Tatum) hat seine beste Zeit längst hinter sich. Obwohl das Erringen seiner Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles erst wenige Jahre zurückliegt und die nächste Olympiade in Seoul bevorsteht, steckt der Ringer mitten in einer Existenzkrise. Zwar trainiert Mark noch immer eifrig mit seinem älteren Bruder Dave (Mark Ruffalo), doch bleibt es fraglich ob seine psychisch labile Verfassung ihn zu einer Teilnahme an dem sportlichen Großereignis befähigen wird.

Da wird Mark von Multimillionär John du Pont (Steve Carell) angerufen. Der bekennende Ringer-Fan macht dem Sportler ein Angebot, das dieser unmöglich ablehnen kann: Mark soll auf dem ausgedehnten Anwesen des Unternehmers trainieren, der sogenannten 'Foxcatcher'-Farm, um sich für eine mögliche zweite olympische Goldmedaille fit zu machen. Zwischen dem herrschsüchtig-neurotischen John und dem unsicheren, einfach gestrickten Mark entwickelt sich ein Vater-Sohn-Verhältnis, dessen zerstörerische Dimension selbst der geerdete Dave nicht durchschauen kann.
Mit "Foxcatcher" hat Bennett Miller ein ebenso meisterhaftes, wie beklemmendes Psychodrama über Macht und Ohnmacht in zwischenmenschlichen Beziehungen, über Respekt und Anerkennung, Freundschaft und Liebe inszeniert. Obwohl der Regisseur von "Capote" und "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" eine Zeitspanne aus dem Leben des US-Ringers Mark Schultz behandelt, ist der sportliche Werdegang des Olympiasiegers nebensächlich. Im Zentrum der Erzählung steht die dynamische Beziehung zwischen Schulz, seinem Bruder Dave und dem Unternehmer John du Pont, die von latenter Gewalt bestimmt ist und schließlich in eine Katastrophe mündet.

Neben der brillanten Inszenierung Millers, die frei von dramaturgischen Zwängen eines Biopics die unterschwelligen Aggressionen sowie die psychischen Dissonanzen der Protagonisten offenlegt, überzeugen auch und vor allem die drei Hauptdarsteller. Steve Carell, der seine Karriere als Komiker und Fernsehdarsteller beginnt, ruft als neurotischer und unter Minderwertigkeitskomplexen leidender Unternehmer zweifellos die beste Leistung seiner Karriere ab. Der Schauspieler geht in der Rolle förmlich auf, was auch von der Maske begünstigt wird, die den rätselhaften, emotional erstarrten und von Komplexen durchdrungenen Charakter du Ponts unterstreicht.

Auch Channing Tatum wird mit der nuancierten Darstellung des Ringers Mark Schultz', den er als körperlich robusten, jedoch psychisch angegriffenen Mann anlegt, sein Image als Actionheld endgültig hinter sich lassen. Ruffalo beweist einmal mehr, dass er trotz Franchise-Projekten wie der "Avengers"-Reihe in Hollywood zu den besten Charakterdarstellern seiner Generation zählt. Seine Leistung wurde wie die Carells für den Oscar nominiert. Zusammen mit der differenzierten und unaufgeregten Regie des talentierten Autorenfilmers Miller macht ihr kongeniales Zusammenspiel "Foxcatcher" zu einem Kinoereignis.
Foxcatcher

Bewertung abgeben

Bewertung
7,0 (Filmreporter)     
 (0 User)

Meinungen

Es gibt noch keine Userkritik!

Trailer: 

Foxcatcher: Deutscher Trailer zum Ringerdrama

Mark Schulz (Channing Tatum) zehrt von seinen Erinnerungen an den Gewinn der olympischen Goldmedaille im Jahr 1984. Die Chance, an den Erfolg anzuknüpfen,...  Clip starten
Amazon
Bücher, DVDs oder das neue Heimkino für Ihren Filmgenuss




 
In "Foxcatcher" rekonstruiert Independent-Regisseur Bennett Miller ("Capote") die tragische Beziehung zwischen den Ringern Mark und Dave Schultz und dem Unternehmer John du Pont. mehr
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsNewsTrailerGalerieDVDsbewerten
© 2019 Filmreporter.de