Bildkraft
Ein Sommer in Haifa

Ein Sommer in Haifa

Originaltitel
The Matchmaker
Regie
Avi Nesher
Darsteller
Adir Miller, Eli Yatzpan, Ya'ackov Bodo, Eyal Schehter, Tom Gal, Yael Levental
Kinostart:
Deutschland, am 02.02.2012 bei Bildkraft
Genre
Drama
Land
Israel
Jahr
2010
FSK
ab 6 Jahren
Länge
112 min.
IMDB
IMDB
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brilliant  10|
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Tragikomische Liebeserklärung an das Kino
Haifa im Sommer 1968. Während in den USA und Westeuropa die Jugend gegen die Älteren revoltiert und einer hoffnungsvollen Zukunft entgegensieht, steht Israel noch immer unter dem Eindruck der jüngeren Vergangenheit. Während die jüngere Generation den Sieg im Sechstagekrieg feiert, werden die Älteren von ihren Erinnerungen an den Holocaust geplagt.
BR>In dieser Situation wächst auch Arik (Tuval Shafir) auf. Auch er träumt davon, ein großer Kriegsheld zu sein, wäre aber auch mit dem Beruf des Schriftstellers zufrieden. Er liest leidenschaftlich Kriminalromane und möchte eines Tages in die Fußstapfen von Dashiell Hammett treten.

Als er eine Anstellung bei Yankele (Adir Miller) bekommt, kann er zumindest seiner Leidenschaft für das Detektivische nachgehen. Dieser arbeitet nämlich als Ehevermittler und möchte, dass Arik potenzielle Kunden auf mögliche düstere Geheimnisse untersucht. Sein Büro hat Yankele im Hinterzimmer eines alten Kinos, das ausschließlich Liebesfilme spielt. Die Liebe lernt Yankele bald selbst kennen, als er auf die unkonventionelle Tamara (Neta Porat) trifft.
Regisseur Avi Nesher erzählt in "Ein Sommer in Haifa" eine romantische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines durch den Holocaust verursachten gesellschaftlichen Traumas. Seine Tragikomödie ist auch eine Liebeserklärung an das Kino. Ähnlich wie in Giuseppe Tornatores "Cinema Paradiso" ist auch in "Ein Sommer in Haifa" das Filmtheater nicht nur der Kitt, der die unterschiedlichsten Sozialtypen zusammenhält, sondern auch Projektionsfläche einer anderen, vermeintlich besseren Welt.

Avi Nesher gehört zu den routiniertesten Regisseuren des israelischen Kinos. 1953 in Israel geboren, drehte er Filme unterschiedlichster Genres. Mit "Die Truppe" etwa setzte er sich kritisch mit dem israelischen Milität auseinander und zog damit den Unmut des Establishments auf sich. Aufsehen erregte er auch mit "Rage and Glory", der von einer jüdischen Terrororganisation in den 1940er Jahren handelte. Der Film provozierte seinerzeit einen Sturm der Entrüstung und wurde 2001 von der Lincoln Center Film Society als einer der wichtigsten Filme des israelischen Kinos geehrt. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in den USA, wo Nesher mehrere Projekte realisiert, kehrt er 2001 wieder nach Israel zurück. 2007 inszeniert er das mit Fanny Ardant prominent besetzte Drama "Ha-Sodot", das für insgesamt neun israelische Filmpreise nominiert wurde. "Ein Sommer in Haifa" ist eine Adaption des Romans "When Heroes Fly" von Amir Gutfreund. Auch die Tragikomödie wurde für sieben israelische Filmpreise nominiert.
Willy Flemmer, Filmreporter.de
Avi Neshers Tragikomödie "Ein Sommer in Haifa" erzählt eine romantische Liebesgeschichte im Jahr 1968 vor dem Hintergrund des Holocausts.
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Ein Sommer in Haifa
2022