Edition Salzgeber
Die Wohnung

Die Wohnung

Originaltitel
Ha-dira
Alternativ
The Flat
Genre
Dokumentarfilm
Land /Jahr
Deutschland, Israel 2011
 
97 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
14.06.2012 ( Kino Deutschland ) bei Salzgeber & Co. Medien
Regie
Arnon Goldfinger
Darsteller
Axel Milberg
Homepage
http://www.ruthfilms.com/the-flat.html
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten
Dokumentation über eine ungewöhnliche Freundschaft
Arnon Goldfinger trifft sich mit seiner Familie zur Auflösung der Wohnung seiner Großeltern in Tel Aviv, nachdem erst sein Großvater und nun auch seine Großmutter Gerda Tuchler gestorben sind. Das jüdische Ehepaar war aus dem nationalsozialistischem Deutschland nach Israel geflohen. Nun ist es an den Nachkommen, aus den vielen Briefen, Fotos, Kleidern und Möbeln die schönsten Erinnerungen auszusortieren.

Völlig unerwartet entdeckt Goldfinger dabei eine freundschaftliche Verbindung seiner Großeltern zu dem ehemaligen SS-Offizier Leopold von Mildenstein und dessen Frau. Wie kam es zu einer solch ungewöhnlichen Freundschaft? Haben seine Großeltern gar nach dem Krieg den Kontakt zu dem Nationalsozialisten wieder aufgenommen?
Regisseur Arnon Goldfinger macht sich in "Die Wohnung" auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit seiner Familie. Eigentlich wollte er mit seinem Kameramannes nur einen letzten Blick auf die Hinterlassenschaften seiner Großeltern werfen. Dabei stößt Golfinger auf eine seltsame Geschichte. Seine Großeltern hatten mit SS-Offizier Leopold von Mildenstein Kontakt. Das macht ihrem Enkel schwer zu schaffen. So wird aus der kurzen Momentaufnahme die Arbeit zu einer Dokumentation, an der er fünf Jahre arbeiten sollte.

Diese besteht aus mehreren Interviews mit seiner Mutter, den Nachkommen Mildensteins und weiteren Zeitzeugen. Die Gespräche mit der Tochter des SS-Offiziers haben einen ambivalenten Charakter. Einerseits ist diese offen und auskunftsfreudig, anderseits verschließt sie sich, als Goldstein ihr Beweise für die Treue ihres Vaters gegenüber den Nationalsozialisten vorlegt. Noch spannender ist die Frage nach der vermeintlichen Schuld der Vertriebenen. Der eigene Enkel klagt seine jüdischen Großeltern an, die den Holocaust überlebt haben. Darf er das? Die Antwort muss jeder Betrachter für sich selbst treffen. Doch Goldbergs Motivation ist klar. Er versucht zu verstehen, warum der Kontakt mit von Mildenstein nach Beendigung des Krieges wieder aufgenommen wurde. Wie konnten seine Großeltern nach der Gewissheit, dass es den Holocaust gegeben hat, erneut die Nähe zu dem Nazi und dessen Ehefrau suchen? Der Regisseur wirkt wie getrieben auf der Suche nach Antworten. Die erzeugt eine nicht von der Hand zu weisende Spannung, aber auch ein mulmiges Gefühl. Trotz der Nachdenklichkeit, welche die Geschichtsstunde hervorruft, gibt es auch humorvolle Momente, die dem Charme des Interviewers und einigen seiner Gesprächspartner geschuldet sind. Somit wird das Geschehen etwas aufgelockert, dabei bleibt der Fokus auf den wichtigen Fragen, die auch wir uns nach wie vor über die Zeit des Nationalsozialismus stellen sollten.
Edition Salzgeber
Videoclip:
Nach der Auflösung der Wohnung seiner verstorbenen israelischen Großeltern, setzt sich die... 
Galerie:
Regisseur Arnon Goldfinger nimmt die Auflösung der Wohnung seiner verstorbenen Großeltern zum Anlass einen Dokumentarfilm. Dabei entdeckt er eine Verbindung zwischen diesen...
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2021