Der blaue Engel
Universum Film
Der blaue Engel

Der blaue Engel

Originaltitel
Der blaue Engel
Genre
Drama, Musical
Land /Jahr
Deutschland 1930
 
106 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Film
Filmstart
- ( Kino Deutschland ) bei Universum Film
Regie
Darsteller
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
9,0 (Filmreporter)
8,5 (4 User)
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungTrailerGalerieInterviewsDVDs
Legendäre Adaption von Heinrich Manns Roman
Der etwas steife Professor Immanuel Rath (Emil Jannings) begibt sich in die zwielichtige Bar "Der Blaue Engel" um sich den Auftritt der Sängerin Lola (Marlene Dietrich) anzusehen. Der betagte Gymnasiallehrer will herausfinden, was seine Schüler an der verruchten Dame fasziniert. Er will ihnen beweisen, dass man den weiblichen Reizen der Tänzerin ohne Probleme widerstehen kann. Die sinnliche Künstlerin lässt den braven Professor jedoch ganz und gar nicht kalt. Ihre erotische Bühnendarstellung und ihr lasziver Gesang ziehen den Lehrer in ihren Bann. Anständig wie er ist, würde er das natürlich nie zugeben.

Nach der Vorstellung folgt er Lola in die Garderobe und beschuldigt sie seine "unschuldigen" Schüler auf unzüchtige Gedanken zu bringen. An den darauf folgenden Abenden kehrt der Lehrer immer wieder zu ihr zurück, bis er schließlich eines Morgens in Lolas Bett erwacht. Ganz von ihr verzaubert, hält er bald darauf um ihre Hand an. Die Bartänzerin nimmt seinen Heiratsantrag an, was den von seinen Schülern als "Unrath" verpönte Lehrer überglücklich macht. Dass Lola es alles andere als gut mit ihm meint, merkt er viel zu spät.
Josef von Sternberg folgt nur bedingt Heinrich Manns Romanvorlage "Professor Unrat". Nach der Hochzeit der beiden Hauptfiguren etwa weicht das Drama von Manns Literaturwerk völlig ab. Die Bühnendarstellung der Hauptfigur Lola wurde von der Filmkritik als zu provokant empfunden - heute gilt "Der blaue Engel" als Meisterwerk des deutschen Films. Marlene Dietrich brilliert mit ihrer androgynen Ausstrahlung, ihrer erotischen Stimme und ihrem für damalige Verhältnisse unverschämt sicheren Auftreten gegenüber dem starken Geschlecht.

Auch Emil Jannings spielt die Rolle des von Liebe erblindeten Mannes mit Bravour. Regisseur Josef von Sternberg gelang mit dem perfekt aufeinander abgestimmten Einsatz von Licht und Sound eine hervorragende Inszenierung. Das Melodrama gehört zu einem der ersten in Deutschland produzierten Tonfilme.

Von Sternberg drehte den "blauen Engel" parallel in zwei Versionen, einer deutsch sowie einer englischen Version für den angloamerikanischen Markt. Jede Szene wurde zunächst in der einen, dann nochmals in der anderen Sprachversion gedreht, so dass keine Szene der anderen exakt gleicht, auch gibt es kleinere Abweichungen der beiden Fassungen.
Viola Wich/Filmreporter.de
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2021