Marley

Originaltitel
Marley
Alternativ
Bob Marley: Stay with the Rhythm (Arbeitstitel)
Genre
Dokumentarfilm
 
USA/Großbritannien
 
144 min, ab 6 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
17.05.2012 ( D | CH ) bei StudioCanal Germany
Regie
Kevin Macdonald
Darsteller
Allan Cole, Bob Marley, Diane Jobson, Nancy Burke, Derek Higgin, Desmond Smith
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IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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MarleyStudiocanal
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Makellose Doku über einen faszinierenden Künstler

Wer lange nach Bob Marleys Tod mit seiner Musik in Berührung gekommen ist, kennt eher die klischeehafte Seite des Jamaikaners. Millionen von T-Shirts zieren sein Antlitz. Immer ist er darauf mit Rasta-Locken zu sehen, oft klemmt ein Joint cool zwischen seinen Mundwinkeln. Doch es gibt eine andere, interessantere Seite Marleys. Mit 14 verlässt Robert Nesta Marley die Schule. Nicht nur seine Musik, auch eine Botschaft will er in die Welt tragen.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere spielt er in großen Hallen vor zehntausenden Fans. Die möchte er nicht nur unterhalten, sondern auch politisch motivieren. Bob Marley ist Rastafari und glaubt an eine Rückkehr aller Schwarzen in die afrikanische Heimat. Ein Jahr vor seinem Tod 1981 spielt er zur Feier der Unabhängigkeit Simbabwes in Harare. In den kurz zuvor gewählten Präsidenten Robert Mugabe setzt er große Hoffnungen.

Kevin Macdonalds Dokumentation zeigt diese Momente seiner Karriere, verschweigt dabei aber nicht die Schattenseiten. Der Film stützt sich dabei in etwa zu gleichen Teilen auf Archivmaterial und Interviews mit Freunden, Weggefährten und Familienmitgliedern.


Musikerbiographien sind kein Sujet für Dokumentationen, dem man einfach gerecht werden kann. Es ist schwierig die Balance zu halten zwischen Werkschau, biographischer Information und Erzählung interessanter Anekdoten. Diese Gratwanderung gelingt Kevin Macdonald beispielhaft. Nie verliert er den Roten Faden aus den Augen. Zugleich vermeidet er das dröge Abspulen von Fakten aus Bob Marleys Leben. Er rückt Aussagen seiner Interviewpartner durch geschickte Montagen in den Kontext. Macdonald hat keine Angst davor, die Chronologie für kurze Exkurse aufzubrechen. Stimmig und informativ unterhält er den Zuschauer über die stolze Länge von zweieinhalb Stunden.

Auch die Auswahl der Musik ist exzellent. Neben wohlbekannten Klassikern wie "Redemption Song" und "No Woman, No Cry" finden sich auch selten gehörte Perlen unter dem Material. Unbekanntes Archivmaterial von Konzerten, Studioaufnahmen und privaten Momenten dürften für Marley-Fans Grund genug sein, um sich den Film anzusehen. Alle anderen erwartet eine technisch makellose Dokumentation über einen faszinierenden und kontroversen Künstler, der deutlich mehr ist als ein spaßiges T-Shirt-Motiv.
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Marley
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2021