Sons of Norway

Originaltitel
Sønner av Norge
Genre
Drama
Land /Jahr
Norwegen 2011
 
87 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
05.07.2012 ( D | A ) bei Alamode Filmdistribution
Regie
Jens Lien
Darsteller
Sven Nordin, Åsmund Høeg, Sonja Richter, John Lydon, Camilla Friisk, Trond Nilssen
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IMDB
Sons of NorwayAlamode
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Erfrischend ironielose Liebeserklärung an den Punk
Schweden 1979, dem ersten Jahr nach der Auflösung der Sex Pistols: Magnus (Sven Nordin) und Lone (Sonja Richter) sind Hippies wie sie im Buche stehen. In endlosen Diskussionen setzen sie sich mit ihren Freunden mit Politik auseinander. Im Alltag leben sie ständig spielerisch ihren rebellischen Drang aus und feiern statt Weihnachten ein selbst erfundenes Bananenfest. Wie soll Sohn Nikolaj (Åsmund Høeg) gegen seine Eltern aufbegehren, wo die doch jeden Protest mittragen?

Als Lone bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, wird die Beziehung zwischen Vater und Sohn auf eine harte Probe gestellt. Magnus zieht sich völlig zurück und ist kaum noch ansprechbar. Nikolaj verarbeitet den Schmerz, indem er sich einer Punkband anschließt und den Aufstand gegen jeden und alles probt.
Johnny Rotten ist 19 Jahre alt, als er den Punk erfindet. Gut, es gab vor den Sex Pistols schon andere Punkbands. Aber kein Musiker vor Johnny Rotten hatte es verstanden, wie man die öffentliche Abscheu vor den wütenden, gepiercten Jugendlichen mit den bunten Haaren produktiver einsetzt. Zum einen zeigt sich das in seinen Texten und seinem Gesangsstil, die an der Musik der Sex Pistols das einzig wirklich Bemerkenswerte sind. Noch viel mehr zeigt es sich in Interviews des frühen Johnny Rotten. brillant wie er die oberflächliche bürgerliche Sinnsuche dekonstruiert und das vermeintlich Destruktive zur Entlarvung spießbürgerlicher Vorurteile instrumentalisiert.

Diese Haltung fängt "Sons of Norway" wunderbar ein. Der Film ist eine Liebeserklärung an die Jugend, die Rebellion und die simple Feststellung: wer seinen eigenen Kopf behält, eckt an. Klug bindet Regisseur Jens Lien zu Beginn ein paar Interviewschnipsel und Musikfetzen ein, um der Geschichte ihren Kontext zu geben. Kein Versuch wird hingegen unternommen, die Peinlichkeit des Teenager-Daseins zu relativieren oder zu ironisieren. Stattdessen zeigt der Film unverblümt, dass man sich in dem Alter gern auch mal zum Affen machen darf. Ob Magnus nackt Motorrad fährt oder Nikolaj seinem Schulleiter eine Flasche an den Kopf wirft: Fehler und Absurditäten werden als zutiefst menschlich dargestellt. All diese Beobachtungen laufen am Ende auf eine so einfache wie richtige Feststellung hinaus, die der große Johnny Rotten in einem kleinen Gastauftritt selbst auf den Punkt bringen darf: Es ist alles scheiße. Aber wenn man das mal akzeptiert hat, ist das Leben ziemlich toll.
Sons of NorwayAlamode
 
Videoclip:
Nikolaj (Åsmund Høeg) und sein Vater Magnus (Sven Nordin) müssen den Tod von Mutter und... 
Galerie:
Liebeserklärung an die Jugend und den Punk. Viele Songs des hervorragend eingebundenen Soundtracks stammen passenderweise von den Sex Pistols.
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2021