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Kill List

Originaltitel
Kill List
Genre
Horror
 
Großbritannien 2011
 
95 min
Medium
Kinofilm
Regie
Darsteller
Links
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brilliant  10|
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7,0 (Filmreporter)
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Kill List (Szene 5) 2011
Senator Home Entertainment
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Drastisch inszenierte "Kill List" leert das Kino

Zwei Auftragskiller - britische Ex-Soldaten - haben Geldsorgen. Ihre Frauen drängen sie dazu, endlich wieder einen "Job" anzunehmen. Das Geld sei alle und ohne Einnahmen falle der Familienurlaub ins Wasser. Einer der beiden hat Frau und Kind und versucht trotz seiner bei seiner Arbeit erlittenen inneren und äußeren Verletzungen ein einigermaßen normales, geradezu spießiges Leben zu führen. Das gelingt ihm natürlich nur bedingt und hier zeigt sich bereits in der ersten Viertelstunde, dass unter der dünnen Firnis der Normalität mit Eigenheim und Jacuzzi ein Monster schlummert. Das Monster heißt Jay (Neil Maskell) und verliert regelmäßig die Kontrolle. Er kriegt sich dann sowohl mit seiner Frau Shen (MyAnna Buring) als auch seinem Kumpel und Partner Gal (Michael Smiley) recht handfest in die Wolle.

Letztlich siegt natürlich die Geldgier über psychische Traumata und etwaige Skrupel und Jay und Gal beschließen, einen Auftrag anzunehmen - was heißt besagte "Kill List" abzuarbeiten. Was folgt ist die Erledigung der einzelnen "Aufträge" und steigert sich nicht nur von der Brutalität des Vorgehens, sondern auch der Intensität der Bilder.


Regisseur Ben Wheatley ist bei der Premiere seines Films auf dem Filmfest von Locarno natürlich dabei. Er findet es okay, wenn manche Zuschauer den Saal verlassen. Dessen "braucht sich niemand schämen". Bei einer Vorführung in seiner englischen Heimat sei jemand mit den Worten "Fuck Kill List" aus dem Kino gestürmt - so der Regisseur von "Kill List". Zwar wird das Werk schon im Presseheft als verstörender Horror beschrieben und empfindliche Zuschauer gewarnt, aber das während der spätabendlichen Vorführung fast das halbe Publikum rausrennt, ist selbst für ein Filmfestival ungewöhnlich.

Obwohl formal kein Horror, wie im Presseheft beschrieben, ist die Klassifizierung angesichts der Ausführung der einzelnen Morde durchaus gerechtfertigt. Das Ende der Geschichte ist zudem etwas verwirrend - aber auch das hat Regisseur Wheatley vor der Vorstellung auf dem Filmfest von Locarno bereits angekündigt.

Was den Film aber darüber hinaus so verstörend macht, ist die Nonchalance, mit der die beiden Killer in den Mordpausen über ihre alltäglichen Probleme, vor allem mit ihren Frauen, reden: Das erinnert in einigen Szenen an die berühmten Dialoge der beiden Killer aus "Pulp Fiction" - ist nur nicht so lustig. Außerdem sorgen sowohl Bilder wie Sound für eine rundum depressive Stimmung: Der Himmel über Yorkshire ist von einem bleiernen Grau und selbst die grünen Wiesen wirken hier eher stumpf und modrig. Der Soundtrack ist Horrorfilm-gemäß atonal gehalten und eigentlich fast schon zuviel des Guten, oder eher des Schlechten.

Andererseits hatte Ben Wheatley bei der Vorstellung seines verstörenden Dramas ja gewarnt: Er habe in seinen ersten Horror-Film einfach "alles hineingepackt, was mir immer schon Angst gemacht hat". Ganz konsequent ist ihm so ein "Feel-bad-movie" gelungen, dass auch hartgesottene Kritiker ganz offensichtlich nicht ertragen können.
Kill List
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Zwei Auftragskiller - britische Ex-Soldaten - haben Geldsorgen. Ihre Frauen drängen sie dazu, endlich wieder einen "Job" anzunehmen. Das Geld sei alle und ohne Einnahmen falle...
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