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Hannibal

OriginaltitelHannibal
GenreTV-Serie, Thriller
Land & Jahr USA 2012
KinoDeutschland
RegieMichael Rymer, David Slade, Tim Hunter
DarstellerMads Mikkelsen, Caroline Dhavernas, Scott Thompson, Aaron Abrams, Hettienne Park, Lara Jean Chorostecki
Links IMDB
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Serien-Adaption von Thomas Harris' Hannibal-Reihe

Will Graham (Hugh Dancy) hat eine Gabe: er kann sich in die Gedankenwelt von Serienmördern hineinfühlen. Mit diesem Talent löst der Profiler die schwierigsten Fälle der FBI. Als dem so genannten 'Chesapeake Ripper' immer mehr Meschen zum Opfer fallen und Graham ihn nicht aufspüren kann, sucht er Hilfe. Er wendet sich an den Psychologen Hannibal Lecter (Mads Mikkelsen). Will hat nicht nur mit grausigen Tatorten zu kämpfen. Auch seine geistige Gesundheit lässt zusehends nach. Und welche Rolle spielt eigentlich der charismatische, dabei aber verschlossene Dr. Lecter? Hilft er Will wirklich bei der Lösung des Falles oder plant er etwas ganz anderes?
Es gibt viele Hannibal Lecters. Auf der Leinwand taucht der intelligente Kannibale erstmals in der wenig beachtenden Verfilmung des ersten Teils von Thomas Harris' Romantrilogie "Blutmond" im Jahr 1986 auf. Er wird gespielt von Brian Cox ("Blood"). Der bislang erfolgreichste Hannibal Lecter ist Anthony Hopkins, der den Psychopathen in "Das Schweigen der Lämmer", "Hannibal" und "Roter Drache" verkörpert. Es folgt Gaspard Ulliel als Nachwuchskannibale in "Hannibal Rising - Wie alles begann". Nun gibt es eine weitere Verkörperung dieser Figur: Mads Mikkelsen ("Die Jagd") spielt den Psychologen mit Hang zu gutem Essen in der TV-Serie "Hannibal" aus dem Jahr 2012.

Die Umsetzung des Stoffes für das Fernsehen ist gewaltig. "Hannibal" besticht mit unglaublicher Intelligenz, psychologischer Tiefe und einer verschachtelten Handlung. Aber Vorsicht: verpasst man eine Folge - ist man raus. Die Verstrickung zwischen Will Graham, Hannibal Lecter und den Mordfällen ist extrem schwierig und manchmal nur schwer zu fassen. Die Serie reiht sich in Sachen Niveau und Komplexität bei Serien wie "Homeland" oder "The Wire" ein.

Die Leidenschaft und Liebe zum Stoff zeigt Drehbuchautor Bryan Fuller ("Pushing Daisies") vor allem in den Gewaltszenen. Auf fast künstlerische Art werden die Morde dargestellt und die Motive erleuchtet. Wer einfache Morduntersuchungen zu normalen Verbrechen aus Serien wie "CSI" oder "The Closer" erwartet, ist bei "Hannibal" falsch. Es geht nicht nur um die Gewaltverbrechen. Es geht vielmehr um die Psychologie der Täter. Die Serienkiller töten sehr kreativ.

Auch begeht die Serie nicht den Fehler vieler Verfilmungen, denn sie respektiert die Vorlage. Zitate, Handlungsfetzen und Figuren werden aus den Büchern und Filmen übernommen und geschickt in das Handlungsstrang eingefügt. Für Fans des Hannibal-Universums ist das wichtig. Das zeigt sich besonders im Falle des Journalisten Freddie Lounds. Im Film "Roter Drache" von Philip Seymour Hoffman ("Capote") gespielt, wird Lounds in der Serie zur Frau (Lara Jean Chorostecki). So wird der Stoff verfremdet ohne das Vorbild zu verraten.

Das gewaltige Universum in "Hannibal" wird auch von den Schauspielern getragen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Protagonisten Will und Hannibal. Auch die Nebenfiguren überzeugen. Die Serienkiller agieren ihren psychologischen Defiziten entsprechend hervorragend. Auch die Nebenrollen beim FBI faszinieren: Laurence Fishburne ("Matrix") als Chef Jack Crawford, die wunderbare Caroline Dhavernas ("Enttarnt") als Ärztin Alana Bloom und Scott Thompson ("Der Babynator") als leicht verquerer Pathologe Jimmy Price sind hervorzuheben.

Dominiert wir das Ensemble von Hugh Dancy ("Black Hawk Down") und Mads Mikkelsen. Dancy spielt den geistig zerrütteten, aber genialen Will Graham mehr als überzeugend. Grahams langsames Abrutschen in den Wahnsinn porträtiert dieser mit starker Mimik. Wills innerer Kampf bildet einen zentralen Punkt der Serie. Deshalb ist es umso wichtiger, dass ein begnadeter Schauspieler wie Hugh Dancy diese Rolle übernommen hat.

Übertroffen wird Dancy nur noch von Mads Mikkelsen. Dessen Interpretation von Hannibal Lecter reicht an die von Anthony Hopkins heran. Man weiß, dass Lecter im Hintergrund die Fäden zieht und alle manipuliert. Man wartet darauf, dass etwas von dem Wahnsinn auf Mikkelsens Gesicht zu sehen ist. Doch dazu kommt es nicht. Der siebundvierzigjährige Däne bleibt eiskalt. Die Mischung aus Genie und Wahnsinn tritt besonders dann zutage, wenn Lecter seinen Gästen im feinsten Ambiente Menschenfleisch auftischt. Wenn der Kannibale über die Aufzucht und Zubereitung von jungem Fleisch monologisiert, weiß man, dass man einem großartigen Schauspieler in einer der besten Serien vor sich hat.

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Trailer: 

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