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Alles inklusive

Originaltitel
Alles inklusive
Genre
Komödie
 
D 2014
 
122 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
06.03.2014 ( D | A )
 
 
Regie
Darsteller
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Constantin Film
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Komödie über Probleme zwischen Mutter und Tochter

Single Apple (Nadja Uhl) rutscht von einem gescheiterten Liebesabenteuer ins nächste. Einzig ihr Hund steht treu an ihrer Seite. Nach einem weiteren gescheiterten Versuch, Liebe zu finden, flüchtet sie ins spanische Torremolinos. Dort trifft sie ihre Mutter Ingrid (Hannelore Elsner), der sie die Schuld für ihr verkorkstes Leben gibt.

Parallel dazu erzählt Doris Dörrie die Geschichte des Transvestiten Tim (Hinnerk Schönemann). Auch er blickt auf eine gescheiterte Existenz zurück. Als er noch ein Kind war, nahm sich seine Mutter das Leben. Die Schuld dafür gibt Tim Ingrid, die mit seinem Vater eine Affäre hatte. Als er ihr in Torremolinos begegnet, wird er auf schmerzliche weise mit seiner Vergangenheit konfrontiert.


Mit der Verfilmung ihres gleichnamigen Romans ist Doris Dörrie eine melancholische Komödie über den Konflikt zwischen den Generationen gelungen. Einmal mehr erzählt die Regisseurin von Menschen, die auf der Suche nach Glück und Harmonie sind. Mit der Schuldzuweisung der jüngeren Generation an die älteren streift Dörrie ein aktuelles Thema des deutschen Films. Demnach haben viele Eltern ihre Erziehungs-Verantwortung vernachlässigt und damit der gesunden Entwicklung ihrer Kinder geschadet.

Mit Blick auf den Massentourismus und die Gentrifizierung einstiger Urlaubs-Paradiese ist "Alles inklusive" auch ein Abgesang auf die moderne Wohlfühlgesellschaft. Verstärkt wird Dörries Sozialkritik durch die Figur des Flüchtlings (Elton Prince). Vor dem Hintergrund des traurigen Schicksals der Afrikaner, die ihr Glück in Europa suchen, erscheinen die psychischen 'Wehwehchen' der Europäer als Wehklagen auf hohem Niveau. Gleichwohl gibt Dörrie die Traumata ihrer Protagonisten nicht der Lächerlichkeit preis, sondern nimmt sie durchaus ernst. So gering die Auslöser des Unglücks sein mögen, deren Folgen auf die menschliche Psyche können verheerend sein.

Auf der anderen Seite rehabilitiert Dörrie mit dem Flüchtlingsstrang die ältere Generation. Ingrid ist die einzige, die Mitleid mit dem Afrikaner hat und ihm helfend zur Seite steht. Sie zeigt in dieser Situation menschliche Größe, wodurch Dörrie die Dämonisierung ihres Charakters durch ihre Tochter und den Transvestiten bzw. den Vorwurf der jüngeren Generation an die ältere in Frage stellt. Die Kinder, so die Erkenntnis des Films, sind nicht einmal hinsichtlich ihrer persönlichen Probleme bereit, die Wohlfühlzone zu verlassen. In einer entscheidenden Szene drückt Ingrid im Gespräch mit ihrem Ex-Liebhaber das Dilemma der Jugend auf den Punk: 'Sie wollen uns für alles die Schuld geben'.
Alles inklusive (quer) 2014
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