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A.I. - Künstliche Intelligenz

Originaltitel
A.I. Artificial Intelligence
Genre
Science Fiction
 
USA 2001
 
145 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
13.09.2001 ( D ) bei Warner Bros. Pictures
 
 
Regie
Darsteller
Links
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6,7 (6 User)
6,0 (Filmreporter)
A.I. - Künstliche Intelligenz (Teaserplakat) 2001Warner Bros.

Steven Spielbergs futuristische Pinocchio-Variante

Im 22. Jahrhundert ist die Entwicklung künstlicher Intelligenzen so weit fortgeschritten, dass Roboter mit eigenem Bewusstsein zum Alltag gehören. Ein neuer Prototyp dieser Maschinenwesen ist David (Haley Joel Osment). Dieser hat die Gestalt eines elfjährigen Jungen und ist darauf programmiert, emotionale Bindungen zu Menschen aufzubauen. Zu Testzwecken wird er von der Hersteller-Firma an den Angestellten Henry Swinton (Sam Robards) übergeben. Dessen Sohn Martin (Jake Thomas) liegt seit einiger Zeit im Koma und hat nur geringe Überlebenschancen. Swinton hofft, durch David besser mit der Situation zurechtzukommen. Nach einiger Zeit wird der Roboterjunge zu einer Art Ersatzsohn für ihn und seiner Frau Monica (Frances O'Connor).

Aufgrund seiner Programmierung liebt auch David die beiden bedingungslos. Als wider Erwarten der leibliche Sohn der Swintons aus dem Koma erwacht, fühlt sich dieser durch die Anwesenheit Davids bedroht. Durch ein Missverständnis bringt der Maschinenjunge Martins Leben in Gefahr und muss daraufhin die Familie verlassen. Da er von der Firma als fehlerhaft eingestuft und zerstört werden würde, setzt ihn seine Adoptivmutter im Wald aus. David versteht nicht, warum er ausgesetzt wurde. Er denkt, er müsse ein Mensch werden, um die Liebe seiner Mutter zu verdienen und tut fortan alles, um dieses Ziel zu erreichen. Für den Roboterjungen beginnt damit eine abenteuerliche Odyssee.


"A.I. - Künstliche Intelligenz" war ein Filmprojekt von Stanley Kubrick. Nach seinem Tod hat Steven Spielberg den Stoff umgesetzt. Die Einflüsse Kubricks ist insbesondere in der ersten Hälfte des Films bemerkbar. Die Szenen zwischen David und seinen Adoptiveltern zeichnen sich durch eine formale Strenge und unterkühlte Atmosphäre aus, die auch Kubricks Werken zu Eigen war. Sie gehören zum Besten, was der Film zu bieten hat. Spielberg inszeniert ein klassisches Familien-Drama auf engem Raum und nutzt es als Projektionsfläche für grundlegendere Themen.

Im Kern geht es um Liebesverlust, den Umgang mit dem Tod, die Kommerzialisierung menschlicher Emotionen und nicht zuletzt um die Frage, was unsere Menschlichkeit ausmacht. Haley Joel Osment verkörpert den Roboterjungen David brillant und trägt den Film mühelos auf seinen kleinen Schultern. Leider kann auch er nicht verhindern, dass die zweite Hälfte nicht das Niveau des Anfangs halten kann. Trotz einiger interessanter Ideen und visuell beeindruckender Szenen, erreicht der Film nicht mehr die nötige Tiefe, um durchgehend überzeugen zu können. Wirklich misslungen ist das letzte Drittel der Geschichte. Gegen Ende wird "A.I. - Künstliche Intelligenz" immer abstruser und mündet schließlich in einem sentimentalen Finale, das insbesondere dem bedrückenden Anfang in keiner Weise gerecht wird. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, inwiefern Kubrick mit Spielbergs Umsetzung seiner Vision zufrieden gewesen wäre. In jedem Fall wurde hier ein enormes Potential verschenkt.
A.I. - Künstliche Intelligenz (quer) 2001Warner Bros.
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