The Walt Disney Company (Germany)
Mulan 3D ( (2020)

Mulan 3D

Originaltitel
Mulan
Genre
Abenteuer, Kinderfilm
Land /Jahr
USA 2020
 
115 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
- ( Kino Deutschland ) bei The Walt Disney Company (Germany)
Regie
Niki Caro
Darsteller
Yifei Liu, Donnie Yen, Gong Li, Jet Li, Jason Scott Lee, Yoson An
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungTrailersGalerieFeatureDVDs
Hostorisch ungetreue Interpretation der alten Sage
Hua Mulan (Yifei Liu) fällt schon als Kind (Crystal Rao) aus der Mädchen und Frauen zugedachten Rolle im alten China. Die ältere Tochter eines hoch dekorierten Kriegers spielt nicht mit Puppen. Sie bevorzugt vielmehr das Schwert. Mit ihrer Abenteuerlust sorgt sie das eine oder andere Mal für Chaos in ihrem kleinen Dorf und zieht sich den Unmut ihres Vaters zu.

Zur jungen Frau herangewachsen, beugt sie sich den Traditionen jedoch. Sie soll verheiratet werden, doch die Brautmutter nimmt entsetzt Reißaus vor der ebenso attraktiven, wie selbstbewussten Braut, der das Rüstzeug zur Hausfrau jedoch fehlt. Mulan stiehlt stattdessen keck das legendäre Schwert und die Rüstung ihres Vaters und meldet sich an seiner Statt zum Dienst in der Armee. Der Kaiser des Riesenreiches hat den Verteidigungsfall ausgerufen, weil bis an die Zähne bewaffnete Horden Dörfer entlang der Außengrenzen dem Erdboden gleichgemachen. Kein Einwohner wird verschont. Angeführt werden die Invasoren von einer mysteriösen Zauberin und einem Drachen.

Hua Jun, wie sich Mulan fortan nennt, mausert sich als Mann verkleidet zum Vorzeigekrieger. In der entscheidenden Schlacht führt sie eine kleine Gruppe ihrer Freunde in den Kampf. Ihr Mut und ihre Klugheit retten das Kaiserreich.
Die Legende von Mulan entstand im China des 4. oder 5. Jahrhunderts. 1998 wurde es zur Vorlage eines Zeichentrickfilms von Disney. Jetzt lässt der US-Entertainmentkonzern einen Realfilm folgen. Vor Jahren begann das Studio, Klassiker wie "Aladdin" oder "Dumbo" nochmals zu verfilmen. Beim "König der Löwen" blieben die Macher so nahe am Original, dass manch Fan dachte, er könne jede Szene mitspielen.

Regisseurin Niki Caro ("Die Frau des Zoodirektors") setzt bei diesem Remake auf Veränderungen, und die erweisen sich als problematischer Kotau vor der chinesischen Staatsdoktrin und können durchaus als Akt der Selbstzensur interpretiert werden. Längst ist das Riesenreich für Disney ein wichtiger Markt geworden. Bereits nach den ersten Trailern wurde dort moniert, dass der Mickey-Mouse-Konzern keine Sorgfalt bei der Wiedergabe historischer und kultureller Kontexte zeigt.

Doch es ergibt für China durchaus Sinn, dass selbst die historisch verbürgte Architektur aus dem Nordwesten des Landes dem Stil des Südens weichen muss. In diesem Gebiet leben heute die Uiguren, eine ethnisch und kulturell eher dem arabischen Raum zugehörigen Minderheit, die vom chinesischen Staat brutal unterdrückt wird. Ihre Kultur soll als minderwertig ausgelöscht werden - ein Schritt ist es dann eben, die Vergangenheit zu verfälschen.

Auch europäischen Zuschauern verursacht der mit viel Aufwand an attraktiven Kampfszenen gespickte Film Bauchschmerzen. Die dunkelhäutigen Angreifer gleichen mit ihrer schwarzen Kleidung den Schergen des IS, der mit dem Kampf der Uiguren gegen die Gleichschaltung durch die Pekinger Regierung gleichgesetzt werden kann. Auch das passt eine zu eins in die Ideologie der chinesischen KP. Gewalttätige Angriffe uiguricher Gruppen sind zu verurteilen, aber sie haben nichts mit dem Terrorregime des Islamischen Staats gemein.

Entstanden ist ein passgerechter Propagandafilm für die chinesische Regierung im Stile eines Fantasy-Spektakels. Die Europäer können mit ihrem Hass auf den IS andocken. So plump inszenieren nur die Amerikaner der Trump-Ära.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de
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Mulan (2020)
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungTrailersGalerieFeatureDVDs
2021