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©Netflix; Claudette Barius
Die Geldwäscherei
OriginaltitelThe Laundromat
GenreDrama
Land & Jahr USA 2019
FSK & Länge ab 12 Jahren • 95 min.
KinoDeutschland
AnbieterNetflix
Kinostart18.10.2019
RegieSteven Soderbergh
DarstellerMeryl Streep, Gary Oldman, Sharon Stone, Melissa Rauch, Antonio Banderas, Alex Pettyfer
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. Datenbewerten

Steven Soderberghs Satire über die Panama Papers

Ellen Martin (Meryl Streep) und ihr Mann Joe (James Cromwell) wollen sich anlässlich ihres 40. Hochzeitstages einen erholsamen Urlaub gönnen. Die Reise endet in einer Katastrophe, Joe kommt bei einem Bootsunglück ums Leben. Die Versicherung kann den Schicksalsschlag natürlich nicht rückgängig machen, der Hinterbliebenen aber wenigstens die in der Lebensversicherung vereinbarte Entschädigungssumme auszahlen.

Doch an das Geld zu gelangen ist ein aussichtsloses Unterfangen. Die Versicherung hat sich offenbar in eine Reihe von Briefkastenfirmen mit Sitz in der Karibik aufgelöst. Eine Spur führt nach Panama-Stadt, wo die Anwaltskanzlei von Jürgen Mossack (Gary Oldman) und Ramón Fonseca (Antonio Banderas) die zwielichtigen Geschäfte dieser und tausender anderer Scheinfirmen verwaltet.
Die nähere Vergangenheit und die noch nähere Gegenwart haben gezeigt: Die Machenschaften hinter den Kulissen der Finanzbranche sind so zwielichtig und nicht selten himmelschreiend illegal, dass sich immer mehr Journalisten, Autoren und neuerdings auch Filmemacher des Themas annehmen. Reportagen, Sachbücher, Romane aber auch Spielfilme wie Adam McKays "The Big Short" und "The Wolf of Wall Street" von Martin Scorsese haben neben einer anklagenden auch eine aufklärende Funktion.

Die Profit maximierenden und Ausgaben sparenden Winkelzüge der Banken und Finanzinstitute, der Großkonzerne und Kleinstunternehmen, von Politikern und Manager sind so undurchsichtig geworden, dass es einer ordnenden Kraft braucht. Vor allem Filmemacher greifen dabei gerne auch zu den Mitteln der Komik. Der komisch-abstrahierende Blick legt Strukturen offen und hat zugleich satirischen Charakter. Die Wirtschaftswelt ist, so kann man diese Haltung auf den Punkt bringen, so irrsinnig, dass man darüber nur lachen kann.

Nun hat sich mit "Die Geldwäscherei" auch Steven Soderbergh unserem Wirtschafts- und Finanzirrsinn angenommen. Es geht in der neuen Komödie des US-Regisseurs um die so genannten Panama Papers. Damit sind jene Unterlagen des panamaischen Dienstleisters Mossack Fonseca bezeichnet, die Auskünfte geben über legale und illegale Strategien der Steuervermeidung sowie Geldwäschedelikte von Banken, Unternehmen und Unternehmern, Politikern und sonstigen Steuerflüchtlingen. Es ist also ein ebenso ernstes wie komplexes Thema, das Soderbergh dennoch ins Erzählmuster einer Farce zwängt.

Beide Welten, die des sozialkritisch Ernsten und der distanzierend-komischen Betrachtung sind dem Regisseur durchaus vertraut. Nur hat er sie in seinem Werk meist feinsäuberlich voneinander getrennt. Im filmbiographischen Drama "Erin Brockovich - Eine wahre Geschichte" rollt er den Fall der Titel gebenden Anwaltsgehilfin auf, die sich mit einem skrupellosen Chemiekonzern anlegt. Mit dem Thriller "Traffic - Die Macht des Kartells" taucht er in die gewalttätige Welt der organisierten Kriminalität ein. Und in dem brisanten wie zeitaktuellen Drama "Contagion" erzählt er von der weltweit verheerenden Ausbreitung eines Virus'.

Lockerere Töne schlägt Soderbergh dagegen mit der Heist-Trilogie beginnend mit "Ocean's Eleven" an, die mit spielfreudigen Darstellern, einem verspielten Einsatz formaler Mittel und einem atmosphärischen Soundtrack kurzweilig unterhält. Ein Vorläufer von "Die Geldwäscherei", also eine Komödie mit systemkritischer Haltung, dreht er mit "Der Informant!". Auch hier ist das Thema David gegen Goliath: Ein Durchschnittsmensch legt sich mit den Mächtigen der Wirtschaft an. Die Schlacht ist auch aus Sicht der Filmemacher so gut wie aussichtslos. Die Spitzen des Spotts lohnen dennoch und lachen darf man darüber allemal.

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