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L'auberge espagnole - Barcelona für ein Jahr

Originaltitel
L'auberge espagnole
Genre
Komödie
 
Frankreich/Spanien 2002
 
122 min, ab 6 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
13.11.2003 ( D ) bei TOBIS Film
 
 
Regie
Darsteller
Links
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brilliant  10|
8,2 (4 User)
7,0 (Filmreporter)
L'Auberge espagnole (Kino)
TOBIS Film

Studenten mit sanfter Ironie und bissigem Witz

Xavier (Romain Duris) geht für ein Jahr nach Spanien, auf dass er endlich die Sprache lerne und hinterher einen gutbezahlten Job in irgendeinem noch zu gründenden EU-Wirtschaftsministerium erhalten möge. Das hat ihm ein hoher Beamter und Freund seines Vaters in die Hand versprochen. In der überlaufenen Hafenstadt ist der Wohnungsmarkt aber extrem schwierig. Xavier landet nach einer Übergangsbleibe bei einem französischen Paar in einer Wohngemeinschaft. Hier lebt der Franzose mit Italienern, Deutschen, Dänen, Britin und einer Spanierin gemeinsam in einem kleinen Apartment. Klar dass neben den verschimmelten Kühlschrankinhalten und versifften Badezimmern auch das babylonische Gewirr für ein skurriles Durcheinender sorgt.


"L'Auberge Espagnole", der neue Film des französischen Regisseurs Cédric Klapisch, blickt mit sanfter Ironie, bissigem Witz und entwaffnender Ehrlichkeit auf dieses Chaos, das sich da "Auslandsstudienjahr" nennt. Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass in diesem Film herzlich wenig studiert, dafür aber umso mehr geliebt und betrogen, gefeiert und gekifft wird. Im Ausland gibt es eben mehr zu lernen als Studieneinheiten - hier probt man das wahre Leben. Klapischs Story ist streckenweise etwas berechenbar - was allerdings daran liegt, weil sie so wahrheitsgetreu ist, und weil fast jeder schon einmal in einer ähnlichen auberge espagnole gewohnt hat. Der Blick auf europäisches Gedankengut, nationale Eigenheiten und sprachliche Missverständnisse führt zu wunderbaren Offenbarungen und Entdeckungen. So zum Beispiel, wenn Xaviers Mutter sich bei seiner britischen Mitbewohnerin erkundigt, ob dieser in der Uni, also in der fac sei, was diese aufgrund des Wortlauts völlig missversteht. Jeder Einstellung merkt man die Dankbarkeit an, die Klapisch für seine eigenen Auslandsaufenthalte verspürt. An der Pariser Filmhochschule abgelehnt, ging Klapisch zum Filmstudium nach New York und machte dort einige der Erfahrungen, die in "L'Auberge Espagnole" verarbeitet sind und dem Film seine Authentizität und Glaubwürdigkeit verleihen. Auf einer zweiten Ebene flechtet Klapisch unterhaltsam surreale Sequenzen ein, in denen er die Windungen des Gehirns, des limbischen Systems verfolgt und der Frage nachgeht, wie Sprache und Identität entsteht. Eine nette Hommage an Salvator Dalí, der in Barcelona seine ersten Ausstellungen feierte und mit "Der andalusische Hund" selbst Filmgeschichte schrieb.
>L'Auberge espagnole (Kino)
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"L'Auberge Espagnole", der neue Film des französischen Regisseurs Cédric Klapisch, blickt mit sanfter Ironie, bissigem Witz und entwaffnender Ehrlichkeit auf dieses Chaos, das...
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