Fahrenheit 451 - 2018 | FILMREPORTER.de
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©HBO/Warner Bros. Pictures Germany

Fahrenheit 451

Wissen ist eine gefährliche Sache

OriginaltitelFahrenheit 451
GenreScience Fiction
Land & Jahr USA 2018
FSK & Länge ab 16 Jahren • 100 min.
KinoDeutschland
AnbieterSky Deutschland
Kinostart27.07.2018
RegieRamin Bahrani
DarstellerMichael B. Jordan, Aaron Davis, Cindy Katz, Michael Shannon, Mayko Nguyen, Dylan Taylor
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Neuverfilmung von Ray Bradbury Sci-Fi-Roman

"Fahrenheit 451" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ray Bradbury aus dem Jahr 1953. Die Handlung ist in einem totalitären Zukunftsstaat angesiedelt. Freies Denken wird vom Regime rigoros unterdrückt, die Gesellschaft wird durch Drogen und staatlich gelenkte Massenmedien unmündig gehalten. Der Besitz und das Lesen von Büchern, die selbstständiges Denken und Handeln fördern, ist strengstens verboten. Diese aufzuspüren, zu verbrennen und die Dissidenten zu verhaften oder töten ist die wichtigste Aufgabe der Feuerwehr.

Dreh- und Angelpunkt der Erzählung ist der Feuerwehrmann Guy Montag (Michael B. Jordan). Der junge Mann nimmt seinen Beruf sehr ernst. Ehrgeizig und autoritätshörig steht er in der ersten Reihe, wenn es gilt, ein verstecktes Bücherdepot ausfindig zu machen und deren Besitzer zur Verantwortung zu ziehen. Lange läuft Montag mit der Masse dennoch nicht mit. Angesichts der brutalen Willkür des Staates wandelt er sich immer mehr vom Konformisten zum Rebellen. Aus dem Bücherverbrenner wird ein begeisterter Leser, aus dem unkritisch Handelnden ein Denkender, der das System in Frage stellt. Damit wird Montag vom Jäger zum Gejagten. In einer jungen Frau namens Clarisse McClellan (Sofia Boutella) findet er eine erste Verbündete.
Ray Bradburys Roman "Fahrenheit 451" gehört zu den Klassikern der Science-Fiction-Literatur. Das gesellschaftskritische Buch, das vor politischer Willkür warnt, unkritisches Denken anprangert und die Massenmedien kritisiert, wird schon bald nach seinem Erscheinen verfilmt. In François Truffauts kongenialer Filmadaption aus dem Jahr 1966 sind Oskar Werner und Julie Christie in den Hauptrollen zu sehen. Die TV-Verfilmung von HBO unter der Regie Ramin Bahranis ("Chop Shop", "99 Homes") ist im Vergleich zu Truffauts farbenfroher Liebeserklärung an die Welt der Bücher nicht nur ungleich düsterer ausgefallen. Der iranisch-US-amerikanische Filmemacher weicht auch in der Anlage und Zeichnung der Charaktere weitaus stärker von der Vorlage ab als der Franzose.

Nicht nur charakterisiert Bahrani Guy Montag als alleinstehenden Mann, während der Feuerwehrmann in der Vorlage sowie der ersten Filmadaption eine Ehefrau hat. Mit diesem und anderen Charakteren positioniert sich der Filmemacher zudem eindeutig in der Debatte über das so genannte 'Whitewashing'-Phänomen. Während Kritiker den Hollywood-Filmstudios immer wieder und heftiger vorwerfen, dunkelhäutige Charaktere mit weißen Schauspielern zu besetzen, geht Bahrani mit "Fahrenheit 451" den umgekehrten Weg. Bei ihm sind in den Rollen der im Original hellhäutigen Hauptfiguren Guy Montag und Clarisse McClellan ein afro-amerikanischer Schauspieler und eine Algerierin zu sehen.

An der wichtigsten Prämisse, die umstürzlerische Gefahr nämlich, die von Büchern ausgeht, ändern Bahrani und sein Drehbuchautor Amir Naderi ("Manhattan by Numbers") indes wenig. Ob diese Dystopie im Internet-Zeitalter, in dem das gedruckte Buch zunehmend von digitalen Medien verdrängt wird, noch glaubwürdig ist, sei mal dahingestellt. Eine Änderung des schönen Motivs einer Feuer speiender Feuerwehr etwa zu Zensoren, die auf sozialen Netzwerken und Co. unerwünschte Kommentare löschen, wäre vielleicht eine allzu radikale gewesen.
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