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Gott existiert, ihr Name ist Petrunya
OriginaltitelGospod postoi, imeto i' e Petrunija
AlternativGod Exists, Her Name Is Petrunija; Eine Göttin namens Petrunya
GenreDrama
Land & Jahr Mazedonien/Belgien/Frankreich 2019
FSK & Länge ab 12 Jahren • 100 min.
KinoDeutschland
AnbieterJIP Film & Verleih
Kinostart14.11.2019
RegieTeona Strugar Mitevska
DarstellerZorica Nusheva, Labina Mitevska, Stefan Vujisic, Suad Begovski, Moni Damevski, Violeta Sapkovska
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Frauen stehen ihren Mann

Petrunija (Zorica Nusheva) möchte sich am liebsten weiter im Bett vor der Außenwelt verkriechen, denn die Aussicht auf einen Job als Sekretärin schmeckt der arbeitslosen Historikerin gar nicht. Um den Streit mit ihrer Mutter zu beenden, die den Termin abgemacht hatte, zwängt sie sich in ihr schönstes Kleid für das drohende Vorstellungsgespräch. Es endet prompt in einem Desaster als Petrunija auf die Macho-Sprüche des Fabrikleiters und dessen plumpe Anmache nicht reagiert.

Frustriert und gedemütigt zieht sie sich an den reißenden Fluss zurück, wo gerade eine Prozedur durchzieht, die aus dem Kirchenkalender des orthodoxen Landes nicht wegzudenken ist. Die Männer tauchen nach einem gesegneten Kreuz, das von einem Priester ins Wasser geworfen wird. Dem Finder winkt ein Jahr Glück.

Ohne lange zu überlegen, wirft sich Petrunija in die Fluten und reißt das Kreuz an sich. Die Empörung ist groß und so flüchtet sie nach Hause. Dort wird sie von ihrer empörten Mutter entdeckt und schließlich gar von der Polizei verhaftet. Auf dem Revier diskutieren Klerus und Staatsanwaltschaft, ob sie sich eines Verbrechens schuldig gemacht hat.

Vor der Tür sammelt sich bald eine geifernde Menge, welche die Herausgabe des Kreuzes fordert. Petrunija begreift langsam, dass sie die göttliche Ordnung angegriffen hat, die den Alltag der Menschen hier seit Jahrtausenden bestimmt.
Teona Strugar Mitevskas Film beruht auf einer wahren Begebenheit, die Filmemacherin aus Nordmazedonien änderte einzig die Ausgangslage. Während die wahre Petrunija beweisen wollte, dass sie besser als alle Männer schwimmen und Frauen gleichberechtigt 'ihren Mann stehen' können, schlittert die Filmfigur eher unbewusst in die Bredouille und wächst erst danach über sich hinaus.

Über diesen künstlerischen Kniff können sich die Zuschauer besser mit ihr identifizieren. Sie folgen einer Frau und Rebellin, die aus ihrer Mitte stammt und sich gegen tradierte Verhaltens- und Denkmuster auflehnt. So wird die von feinem Humor getragene Tragikomödie zu einer universellen Metapher für den Aufstand gegen den Stillstand in einer archaisch anmutenden Machogesellschaft. Die Erfahrungen Petrunijas teilen Frauen weltweit, wenn sie ihren Anspruch auf Glück selbstbestimmt durchsetzen.

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