The Marvelous Mrs. Maisel - Staffel 2 - 2017 | FILMREPORTER.de
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The Marvelous Mrs. Maisel - Staffel 2

OriginaltitelThe Marvelous Mrs. Maisel
GenreTV-Serie, Komödie
Land & Jahr USA 2017
FSK & Länge ab 12 Jahren
KinoDeutschland
AnbieterAmazon Video
Kinostart15.02.2019
RegieAmy Sherman, Daniel Palladino, Scott Ellis
DarstellerRachel Brosnahan, Michael Zegen, Marin Hinkle, Tony Shalhoub, Alex Borstein, Nunzio Pascale
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Mit Preisen überschüttete Prestige-Serie

Miriam 'Midge' Maisel (Rachel Brosnahan) führt mit ihrem Ehemann Joel (Michael Zegen) und ihren zwei Kindern ein glückliches und wohlgeordnetes Leben. Doch der Schein trügt - vor allem, weil die Handlung der Sitcom im New York der 1950er Jahre angesiedelt ist. Joel arbeitet in einer führenden Position in einem Plastikunternehmen, doch seine wahre Leidenschaft gilt der Standup-Comedy. In einem kleinen Nachtclub namens 'The Gaslight Café' hat er hin und wieder kleine Auftritte. Der Erfolg hält sich jedoch in Grenzen.

Das weitaus größere komödiantische Talent scheint Joels Frau zu haben. Eine Karriere als Komikerin bleibt Midge allerdings versagt. Sie lebt in einer Zeit, in der Frauen den Haushalt führen und die Kinder zu erziehen haben. Doch es kommt anders als gedacht. Joel betrügt seine Frau und verlässt Midge schließlich sogar. Ihren Frust drückt sie eines Abends - stark alkoholisiert - im 'Gaslight Café' vor dem Mikrofon aus. Ihr Auftritt kommt nicht nur bei den Zuschauern gut an, auch die Angestellte des Nachtclubs, Susie Myerson (Alex Borstein), ist von Midges Talent überzeugt. Die beiden werden ein zunehmend erfolgreiches Gespann aus Komikerin und Managerin. Doch der Weg in den Olymp der Comedy-Szene ist lang und steinig. Erschwerend kommt hinzu, dass Midge die Balance zwischen Karriere und Familie finden muss.
"The Marvelous Mrs. Maisel" ist die Schöpfung von "Gilmore Girls"-Macherin Amy Sherman und wird als Sitcom vermarktet. Die Etikettierung ist zu interfragen. Die Amazon Video-Serie kommt eher im Gewand eines Melodrams mit Elementen einer Coming-of-Age-Geschichte daher. Es geht um eine selbstbewusste Frau, die sich nicht mit den Erwartungen einer rückständigen und verkrusteten Gesellschaft arrangieren will, sondern in diesem Umfeld ihr Talent auslebt und sich selbst verwirklicht. "The Marvelous Mrs. Maisel" behandelt also durchaus ernste und - die #MeToo- und Diskriminierungsdebatten im zeitlichen Umfeld der Serien-Ausstrahlung beweisen es - noch immer aktuelle Themen.

Die Haltung, aber auch das handwerkliche Können aller Beteiligten vor und hinter der Kamera weisen "The Marvelous Mrs. Maisel" als eine der derzeit besten Sitcoms aus. Anders als ihre freche Protagonistin wollen die Serienmacher die Grenzen des Konventionellen indes nicht sprengen. Formal arrangieren sie sich mit dem Herkömmlichen und Gewohnten. Der Zuschauer bekommt niemals mehr, als was er erwartet, alles hat hier seinen dramaturgischen Platz. Mit anderen Worten: "The Marvelous Mrs. Maisel" ist erzählerisch brav und anständig. Der Beweis auch hierfür sind die vielen Preise, mit denen die Mainstream-Produktion von TV-Akademien und -Verbänden jährlich überschüttet wird, darunter mehrere Golden Globes und Emmys.

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