Alpenrepublik
Nicht ganz koscher - Eine göttliche Komödie ("No Name Restaurant", 2019)

Nicht ganz koscher - Eine göttliche Komödie

Originaltitel
No Name Restaurant
Regie
Stefan Sarazin, Peter Keller
Darsteller
Luzer Twersky, Hitham Omari, Makram Khoury, Riyad Sliman, Yussuf Abu-Warda, Raida Adon
Kinostart:
Deutschland, am 04.08.2022 bei Alpenrepublik
Genre
Komödie
Land
Deutschland
Jahr
2019
FSK
ab 6 Jahren
Länge
121 min.
IMDB
IMDB
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brilliant  10|
5,0 (Filmreporter)
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Ausgezeichnete Culture-Clash-Komödie
Ben (Luzer Twersky) ist auf göttlicher Mission. Der 33-jährige orthodoxe Jude reist auf Bitte seiner Familie von New York nach Israel, damit der Heiratsvermittler die passende Braut für ihn findet. Dem Plan entkommt er mit einem Trip nach Alexandria. In der ägyptischen Großstadt steht die jüdische Gemeinde vor der Auslösung, wenn sie zum Pessachfest nicht einen zehnten Gläubigen begrüßen kann.

Nach einem ausgiebigen Einkauf und einem Stau verpasst Ben den Flieger. Er fährt im Taxi bis zur israelisch-ägyptischen Grenze und strandet schließlich auf einer staubigen Straße in der Wüste Sinai. Dort liest ihn Adel (Hitham Omari) auf, ein wortkarger Beduine, der auf der Suche nach seinem Kamel ist. Nachdem der alte Truck schlapp macht, machen sich die beiden zu Fuß auf den Weg zur nächsten Wasserstelle und brauchen dringend Beistand. Egal von welchem Gott.
Bei der Verleihung der Bayerischen Filmpreise wurde Stefan Sarazin und Peter Kellers Culture-Clash-Komödie, die nach kurzer Einführung auf eine Mischung aus Roadmovie und Kammerspiel setzt, mit dem Produzentenpreis ausgezeichnet. Was durchaus überraschend war und wohl der logistischen Leistung geschuldet ist, in der Einöde beeindruckende Bilder zu zaubern.

Inhaltlich hat der Zuschauer den etwas blutleeren Film und seine Metaphern schnell durchschaut, wie auf einem Schachbrett sind die Kombattanten aufgestellt. Da ist der orthodoxe Jude mit Schäfchenlocken und Kippa, der auf seinem heiligen Boden alleine nicht überleben könnte und selbst im größten Schlamassel noch seine Lebensweise verteidigt und praktiziert. Und auf der anderen Seite der Beduine, dessen Volk seine Traditionen aufgeben musste. Die Vorurteile prallen aufeinander, nicht nur was die Essensgewohnheiten angeht. Die Anlässe für den Zwist sind vorhersehbar und nicht gerade einfallsreich ausgespielt. Ein wenig Tempo hätte dem betulichen Film um die Annäherung der beiden unterschiedlichen Männer ebenso gut getan.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de
 
Die Culture-Clash-Komödie setzt auf eine Mischung aus Roadmovie und Kammerspiel.
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Luzer Twersky & Hitham Omari in "Nicht ganz koscher - Eine göttliche Komödie" ("No Name Restaurant", 2019)
2022