Warner Bros. Pictures Germany
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (2021)

Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Originaltitel
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Regie
Detlev Buck
Darsteller
Jannis Niewöhner, Liv Lisa Fries, David Kross, Joachim Król, Maria Furtwängler, Nicholas Ofczarek
Kinostart:
Deutschland, am 02.09.2021 bei Warner Bros. Pictures
Kinostart:
Österreich, bei Warner Bros
Kinostart:
Schweiz, am 02.09.2021 bei Warner Bros. (Switzerland)
Genre
Drama
Land
Deutschland
Jahr
2021
FSK
ab 12 Jahren
Länge
114 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
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Daniel Kehlmanns Verfilmung nach Thomas Mann
Die Welt könnte ihm mit all ihren Verlockungen zu Füßen liegen, wäre da nicht die Kleinigkeit mit dem Geld, das Felix Krull (Jannis Niewöhner) nicht besitzt. Nach dem Freitod seines Vaters und der Pleite von dessen Sektkellerei wächst der Junge in ärmlichen Verhältnissen auf und hält sich mit kleinen Diebstählen über Wasser. Als ihm die Polizei auf den Fersen ist und deutsche Kleinstadt zu eng wird, wagt einen Neuanfang in Paris.

Im besten Hotel der Stadt steigt er dank seines Charmes und seines Aussehens schnell vom Liftboy zum Oberkellner auf. Die Frauen liegen ihm zu Füßen, allen voran die reiche Gräfin Houpflé (Maria Furtwängler), von der er regelmäßig Schmuck stiehlt und ihn versilbert. Auch der einsame schottische Adlige Kilmarnock (Anian Zollner) träumt von einem erotischen Techtelmechtel mit dem attraktiven jungen Mann und will ihn als persönlichen Assistenten verpflichten.

Krull hat indes nur Augen für Zaza (Liv Lisa Fries), seine große Liebe aus Deutschland, mit der er bereits Zukunftspläne schmiedete. Sie sind Seelenverwandte, die von der großen Freiheit träumen. Sie folgt ihm nach Paris, angelt sich den verklemmten Marquis Louis de Venosta (David Kross), den sein Vater (Heinrich Schafmeister) auf eine Weltreise schicken will. Für den in der Liebe völlig unerfahrenen Adligen ist Zaza die Erfüllung aller geheimen Träume.

In einer lauen Sommernacht beichtet Krull Venosta seine Geheimnisse, was zur Rahmenhandlung der Literaturverfilmung wird.
Daniel Kehlmann, dessen "Vermessung der Welt" Detlev Buck vor einigen Jahren auf die Leinwand brachte, fasst die dreibändige Biografie des Lebens der Tausendsassas und Glückskindes Felix Krull aus der Feder von Thomas Mann zu einer unterhaltenden und kurzweiligen Mischung aus Menage à Trois, Verführungsreigen und Hochstaplerballade für das Publikum von Heute zusammen. Er strafft nicht nur die Handlung und macht aus zahlreichen Liebschaften Krulls nur die Affäre mit Zaza. Er dreht auch Szenen um wie die Musterung Krulls. Kommt er bei Thomas Mann damit durch, den Epileptiker zu spielen, gibt er hier den vermeintlich Durchgeknallten und Sohn eines Selbstmörders, dem keiner eine Waffe in die Hand geben sollte.

Trotz des historischen Ambientes wirkt der Film alles andere als angestaubt, was auch der Spielfreude des Ensembles, dem frischen Ton und dem Tempo geschuldet ist. Aber auch thematisch ist der Stoff noch aktuell. Der Gegensatz von Arm und Reich und die Durchlässigkeit der sozialen Schichten ebenso wie das vermeintliche Glücksversprechen des sozialen Aufstiegs beschäftigen uns noch heute. Das Duo Kehlmann/Buck betont aber einen anderen Aspekt, der bei Mann in vielen Romanen als Kampf seiner Figuren mit gesellschaftlichen Konventionen angelegt ist: Die Sehnsucht, die Welt zu erobern und des Auslebens von individueller Freiheit kontra Verantwortung. Die Einschränkungen in der persönlichen Entscheidungsfreiheit, die Mann und die Filmemacher de Venosta auferlegt, stehen im Kontrast zum hemmungslosen Ausleben individueller Freiheit bei Krull.

Die Filmemacher dringen zum Kern der Figur Felix, dem Glücklichen, vor. Einem Gaukler, Blender und Gigolo, der die Frauen um den Finger wickelt. Und ihnen dabei das Gefühl gibt, sie bestimmen die Regeln. Die Menschen, die ihn umschwärmen wie die Motten das Licht, kommen auf ihre Kosten. Jannis Niewöhner füllt diesen Part mit jeder Faser seines Wesens und Spiels aus. Sein Charme wird zum Schlüssel des Films, in dem Dutzende deutsche Stars und Wegbegleiter Bucks aus den vergangenen Jahren markante Kurzauftritte haben. Aber offensichtlich traute er dem Gauklerischen und Spielerischen seines Films selbst nicht ganz und tauchte das Geschehen in eine Musik, die nervt.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de
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