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Parasite (s/w-Fassung)

Finde den Eindringling!

Originaltitel
Gisaengchung
Genre
Drama
 
Südkorea 2019
 
131 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
13.02.2020 ( D | D | CH | A ) bei Koch Films
 
 
Regie
Darsteller
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9,0 (Filmreporter)
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Koch Films
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Highlight des Filmjahres 2019

Ki-taek (Kang-Ho Song), seine Frau Chung-sook (Hyae Jin Chang) und ihre Kinder Ki-woo (Woo-sik Choi) und Ki-jung (So-dam Park) hausen in einer engen Wohnung in einem Keller. Mehr können sie sich in der südkoreanischen Metropole von ihrem kargen Lohn für das Falten von Pizzakartons nicht leisten. Auch ein WLAN-Vertrag für ihre Handys ist nicht drin, daher irren sie durch den vollgestellten Raum, um ein paar Minuten freies Internet von Nachbarn und Passanten zu erhaschen.

Durch einen Schulfreund erhält Ki-woo die Chance, Englisch-Nachhilfe für die Tochter des reichen Geschäftsmanns Mr. Park (Seon-gyun Lee) zu geben. Der Kontrast zwischen den beiden Zuhause könnte kaum krasser sein. Die Parks leben mit ihren Angestellten in einem abgeschirmten Designerhaus mit viel Platz und großen Fenstern, die den Blick zum gepflegten Park öffnen.

Parks Frau Yeon-kyo (Yeo-Jeong Jo) ist mit dem Haushalt und der Erziehung ihrer beiden Kinder offenbar überfordert. Der jüngere Sohn tobt rücksichtslos durch das Haus und terrorisiert die Umgebung. Ki-woo weiß Rat. Er kenne eine Spezialistin - seine Schwester. Und auch für seine Eltern finden sich bald Jobs im Haushalt nachdem die vertrauten Angestellten der Parks Opfer gemeiner Intrigen von Ki-woos Familie wurden. Nur einer ahnt die Verbindungen zwischen den vier neuen Angestellten, aber wie das Kind in Hans Christian Andersens "Kaisers neue Kleider" wird der hellsichtige Sohn der Parks von seinen Eltern nicht ernst genommen.

Wie Parasiten nistet sich die mittellose Familie bei den Parks ein, aber so einfach macht es der verdiente Gewinner der Goldenen Palme von Cannes seinen Zuschauern mit dem Urteil nicht. Auch die Parks können nur überleben, in dem sie rücksichtslos und parasitär über die Zeit ihrer Angestellten verfügen. Und dann ist da noch die gefeuerte Haushälterin, die plötzlich wieder vor der Tür steht und ihren Platz mit allen Mitteln verteidigt. Auch ihre Familie hatte sich im Haus eingenistet. Die Mittelschicht verteidigt ihren Platz mit allen Mitteln gegen die Neuankömmlinge aus dem Großstadt-Slum.


Bong Joon-ho schuf mit "Parasite" eines der Filmhighlights des Jahres 2019. Hier wird das Private zum Politischen. Den sozialen Gegensatz zwischen den beiden Familien gestaltet er künstlerisch auf allen Ebenen des Films, von der Sprache über das Verhalten der Charaktere bis hin zu Kleidung und der Ausstattung der Wohnungen. Mit der konsequenten Gestaltung knüpft der Regisseur an seine früheren Hits "Snowpiercer" und "Okja" an.

Im Kleinen nimmt er eine der brennenden Fragen auf, welche die westlichen Gesellschaften heute spalten und die politische Auseinandersetzung bestimmen. Die universelle Geschichte packt er allerdings nicht in ein Sozialdrama oder ein beklemmendes Familienporträt wie es sein großes Vorbild Claude Chabrol getan hätte. Joon-ho wählt einen äußerst unterhaltenden, augenzwinkernden Ansatz und garniert die Gesellschaftssatire mit urkomischen Momenten.

Im zweiten Teil des Films ändert sich der Ton, dem Zuschauer bleibt das Lachen immer öfter im Halse stecken. Der Film wird zum Horror-Thriller mit blutigen Kämpfen um die Vorherrschaft im Haus, bei denen die Gewalt aber nie verherrlichend ausgestellt wird. Damit führt er den kongenialen Film konsequent zu einem Ende, das viel über die Zukunft von Gesellschaften aussagt, die Probleme ignorieren und sich nicht verändern wollen.
Parasite ("Gisaengchung", 2019)
Koch Films
Bong Joon-ho packt seine universelle Geschichte nicht in ein Sozialdrama oder ein beklemmendes Familienporträt.  Clip starten

Gesellschaftssatire mit urkomischen Momenten.
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