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Gegen die Wand

Originaltitel
Gegen die Wand
Genre
Drama
 
Deutschland 2004
 
123 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
11.03.2004 ( D ) bei timebandits films
 
 
Regie
Fatih Akin
Darsteller
Cem Akin, Stefan Gebelhoff, Demir Gökgöl, Aysel Iscan, Sibel Kekilli, Mehmet Kurtulus
Homepage
http://www.boxfish-films.de/
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
7,5 (6 User)
Gegen die Wand (DVD) 2004Universal Pictures (UPI)
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Bittersüße Romanze von Fatih Akin

Der 40-jährige Alkoholiker Cahit Tomruk (Birol Ünel) hat die Schnauze voll. Der Witwer hat sein beschissenes Leben voller Demütigungen entgültig satt. Im Suff, aber mit voller Absicht fährt der Türke mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Betonmauer. Doch sein schrottreifer Ford Granada hält stand und hinterlässt den lebensmüden Fahrer zwar verletzt aber immerhin lebendig. Cahit wird umgehend in die Psychiatrie eingewiesen. In der geschlossenen Abteilung der Klinik wird auch die junge Deutschtürkin Sibel (Sibel Kekilli) behandelt - sie hat sich die Pulsadern aufgeschnitten. Ihre Eltern springen - angesichts der Schande - nicht gerade zimperlich mit der jungen Frau um. Sie sucht verzweifelt nach einer Lösung, der Obhut ihrer konservativen Familie zu entfliehen.

Ausgerechnet Cahit soll nun als Retter herhalten. Eine Scheinehe, so Sibels Überlegung, soll die Freiheit bringen. Nach einigem Zögern stimmt Cahit dem Vorschlag zu. Zunächst scheint sich der Deal auch für beide Seiten auszuzahlen. Die junge Ehefrau bringt die Miete für die gemeinsame Wohnung in die Partnerschaft ein und sorgt auch für bisher nicht gekannte Gemütlichkeit. Cahit hatte bisher in einem alkoholgeschwängerten Loch gehaust - jetzt genießt er das warme Essen und den kostenlosen Putzservice. Sibel wiederum kann befreit vom Zugriff ihrer Familie von einem One-Night-Stand zum nächsten flattern. Sie feiert die Nächte in den dunkelsten Diskotheken Hamburgs durch und genießt exzessiv ihre neu erlangte Freiheit. Mit Cahits Hilfe findet sie auch eine Stelle als Friseuse. Doch mit der Zeit kommt sich das Scheinpaar menschlich näher - genau an diesem Punkt häufen sich die Probleme.


"Ich hatte einmal eine türkische Freundin, die mich bat, sie zum Schein zu heiraten." beschreibt Regisseur Fatih Akin den Anstoß zur Story von "Gegen die Wand". Erst Jahre später setzt er die Idee um. Ursprünglich als Komödie geplant, entwickelt sich das Projekt schnell zu einer tiefgründigen, eher tragischen Romanze. Dennoch nimmt Akin seine Geschichte nicht zu ernst. Von Theater-Tragödien inspiriert, trennt er die einzelnen Kapitel durch türkische Traditionals des Romamusikers Selim Sesler, der mit seiner Band im Hafen von Istanbul den Verlauf der Handlung in melancholischen Liedern kommentiert - ein herrlicher Einfall, der auch musikalisch wunderbar funktioniert. Akin hatte Sesler in Istanbul "nachts um drei in einer Punk-Kaschemme" gehört und daraufhin für seinen Film engagiert.

Dass die komödiantischen Elemente in "Gegen die Wand" nicht Überhand nehmen, liegt nicht zuletzt an Hauptdarsteller Birol Ünel, der einiges aus seiner eigenen Biographie in die Rolle einbringt. Er kennt den Regisseur bereits seit dessen hochgelobtem Filmdebüt "Kurz und schmerzlos" (1997). Behutsam kommt Akin seinen Figuren näher, nachdem die ersten Szenen eher mit ihrer Radikalität protzen. Nach und nach enthüllt er ihre Motivation, erzählt ganz beiläufig ihre Geschichte. Auch wenn sich die Geschichte im letzten Drittel etwas hinzieht, ist "Gegen die Wand eine überaus gelungene Auseinandersetzung mit den Problemen der in Deutschland geborenen Türken.
Gegen die Wand (quer) 2004Kinowelt Home Entertainment
Gegen die Wand (DVD) 2004
Videoclip: Gegen die Wand
Gegen die Wand rast Regisseur Fatih Akin mit seiner bittersüßen Romanze wirklich nicht. Mit einer gelungenen Mischung aus Humor und Tragik zeichnet er ein differenziertes Bild...  Clip starten
Galerie: Gegen die Wand
Der 40-jährige Alkoholiker Cahit Tomruk (Birol Ünel) hat die Schnauze voll. Der Witwer hat sein beschissenes Leben voller Demütigungen entgültig satt. Im Suff, aber mit...
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