The Secrets We Keep - Schatten der Vergangenheit (2020)
Leonine Distribution
The Secrets We Keep - Schatten der Vergangenheit (2020)

The Secrets We Keep - Schatten der Vergangenheit

Originaltitel
The Secrets We Keep
Genre
Thriller
Land /Jahr
USA 2020
 
98 min, ab 16 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
27.05.2021 ( Kino Deutschland ) bei Leonine Distribution
Regie
Yuval Adler
Darsteller
Noomi Rapace, Joel Kinnaman, Chris Messina, Jackson Dean Vincent, Amy Seimetz, Miluette Nalin
|0  katastrophal
brilliant  10|
5,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDs
Remake von Der Tod und das Mädchen
Mehr als 15 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs haben sich Maja (Noomi Rapace) und ihr Mann Lewis (Chris Messina) in einer amerikanischen Kleinstadt eine eigene Existenz aufgebaut. Beide leben den amerikanischen Traum mit Eigenheim samt gepflegten Rasen, Auto und Kind.

Dann taucht Thomas Steinmetz (Joel Kinnaman) in der Sprechstunde des Arztpaares auf. Maja ist sich sicher, ein Gespenst aus ihrer Vergangenheit zu sehen, das ihr regelmäßig Alpträume beschert. Erstmals erzählt sie ihrem Mann von den Erlebnissen im 2. Weltkrieg. Die rumänische Regierung, verbündet mit Hitler-Deutschland, liefert Sinti und Roma wie sie an die Nazis aus. Sie werden in Konzentrationslagern zu Zwangsarbeit gepresst und umgebracht. Wenige Tage vor Ende des Kriegs gelang Maja und ihrer Schwester die Flucht. Auf dem Weg nach Hause werden sie jedoch von einem Trupp deutscher Soldaten überfallen.

Kurzentschlossen entführt Maja den kräftigen Steinmetz. Sie bringt es aber nicht fertig, ihm eine Kugel in den Kopf zu jagen. Im Keller ihres Hauses verhören sie und ihr Mann den Verdächtigen und scheuen dabei nicht vor Gewalt zurück.
Der israelische Regisseur Yuval Adler, zuletzt mit dem Politthriller "Die Agentin" im Wettbewerb der Berlinale, verlegt Ariel Dorfmans "Der Tod und das Mädchen" aus Chile in die USA. Auch wenn der Autor und das Stück nirgends erwähnt werden, sind die Anleihen evident. Bei der Neufassung rückt er eine Opfergruppe ins Zentrum der Geschichte, die im Gedenken an den Holocaust meist vergessen wird. Zugleich stellt er sich dem Fakt, dass auch etliche Nazis mit gefälschten Papieren jahrelang unerkannt in den USA lebten. Filmisch ist dies nicht unbedingt Neuland. Constantin Costa-Gavras thematisiert es 1989 in "Music Box - Die ganze Wahrheit", Atom Egoyan 2015 in "Remember - Vergiss nicht, Dich zu erinnern".

Den beiden Ausnahmeregisseuren gelang es, die Spannung über die Identität des Beschuldigten bis zum Filmende zu halten. Adler verschenkt den Spannungsbogen - zumindest für Ohren aus dem deutschsprachigen Raum. Wenn Kinnaman das erste Mal den Mund öffnet, ist klar, das ist kein Schweizer. Er ist Deutscher.

So bleibt dann die Konzentration auf die Veränderungen in der Beziehung zwischen Maja und Lewis, die wie am Reißbrett konstruiert und etwas didaktisch wirkt. Der Zuschauer wird Zeuge, wie sich Lewis über posttraumatische Belastungsstörungen nach Gewalterfahrungen und die Schuldgefühle der Überlebenden von Gewaltverbrechen gegenüber den Toten informiert.

Unmerklich wird der Ball Lewis zugespielt, der zunächst befremdet auf die Enthüllungen seiner Frau reagiert und sogar Partei für den Beschuldigten ergreift. Er ist hin und hergerissen von der Liebe zu seiner Frau und seinen moralischen Ansprüchen, was seiner Psyche nicht gut tut.

Der Film kann sich aber nicht entscheiden, sich auf den Konflikt zwischen den Partnern zu konzentrieren. Dieses inhaltliche Manko ist zweifellos eine verschenkte Chance. Gerade heute, wo die Gesellschaften des Westens Millionen Menschen eine zweite Heimat gaben, die ähnliche Erfahrungen wie Maja machten und die Erinnerung nicht loswerden.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de
Chris Messina & Noomi Rapace in "The Secrets We Keep - Schatten der Vergangenheit" (2020)
Leonine Distribution
The Secrets We Keep - Schatten der Vergangenheit: Der Trailer Mehr als 15 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs trifft Maja (Noomi Rapace) auf einen ihr bekannten Nazi. 
Der israelische Regisseur Yuval Adlerverlegt Ariel Dorfmans "Der Tod und das Mädchen" aus Chile in die USA.
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDs
2021