Wer wir waren (2020)
X Verleih
Wer wir waren (2020)

Wer wir waren

Originaltitel
Wer wir waren
Genre
Dokumentarfilm
Land /Jahr
Deutschland 2020
 
114 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
08.07.2021 ( Kino Deutschland | Kino Schweiz | Kino Österreich ) bei X Verleih
Regie
Darsteller
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IMDB
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|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenMeinungTrailerGalerieDVDs
Dokumentation über Menschen, die umdenken
Alexander Gerst weckte mit seinem Weltraumtagebuch bei Millionen wieder die Lust an der Reise in fremde Galaxien, zugleich wurde er mit seinen Auftritten zu einem Mahner, den blauen Planeten zu bewahren. Eine Alternative ist in den Weiten des Alls nicht zu finden. In die entgegengesetzte Richtung treibt es seit Jahrzehnten die US-amerikanische Ozeanografin und Umweltaktivistin Sylvia Earle. Mit speziell für sie konstruierten U-Booten wagt sie sich in Tiefen des Meeres vor, die vor ihr noch kein Mensch gesehen hat. Andererseits wird sie nicht müde in ihrem Einsatz, die Reinheit der Meere als Lebensader des Menschen zu bewahren.

Neben den beiden Wissenschaftlern, die durch ihre Profession ein Umdenken fordern, porträtiert der Film Menschen, die umdachten. Der Wirtschaftswissenschaftler Dennis J. Snower, ehemaliger Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, stellt heute die von ihm einst selbst als heilig erachteten gelehrten Theorien wirtschaftlichen Wachstums ohne Rücksicht auf Ressourcen und die Folgen in Frage.

Die anderen drei Gesprächspartner hinterfragen die Wirtschaftsordnung und die technischen Entwicklung auf philosophischer Ebene. Matthieu Ricard, promovierter Molekularbiologe mit Abschluss in Zellulargenetik, fand seine Erfüllung mit einem Leben als buddhistischer Mönch. Der senegalesische Sozialwissenschaftler Felwine Sarr, Professor für Ökonomie an der Universität Gaston Berger in Saint-Louis, gründete gemeinsam mit dem kamerunischen Philosophen Achille M'Bembe 2016 eine Diskussionsplattform, auf der Intellektuelle und Bürger über die Zukunft Afrikas diskutieren können. Die Philosophin Janina Loh macht sich dagegen seit Jahren Gedanken die ethischen Folgen von Robotik und Künstlicher Intelligenz.
Der Dokumentarfilm wurde inspiriert von dem letzten, unvollendeten Werk des 2016 verstorbenen Publizisten Roger Willemsen. 'Wir waren jene, die wussten, aber nicht verstanden, voller Informationen, aber ohne Erkenntnis, randvoll mit Wissen, aber mager an Erfahrung. So gingen wir, von uns selbst nicht aufgehalten,' stellte er seinen Überlegungen voran, mit denen er die Versäumnisse der Gegenwart aus der Perspektive derjenigen erzählen wollte, die nach uns leben werden. Erste Gedanken hielt er im Juli 2015 in einer Rede fest, aus der jetzt im Off zitiert wird. Neben einer Bestandsaufnahme und scharfen Analyse der Gegenwart hielt er ein leidenschaftliches Plädoyer für eine 'Abspaltung aus der Rasanz der Zeit'. Gedanklich dürfte er den Boden für Fridays for Future bereitet haben.

Marc Bauder ("Master of the Universe") hat sich die Mammutaufgabe gestellt, den anspruchsvollen Text ins Kino, also jenen Ort zu versetzen, der die Menschheit regelmäßig mit düsteren Zukunftsvisionen erschüttert - ohne dass sie ihr Verhalten nachhaltig ändern. Seine sechs Gesprächspartner hat er klug ausgewählt, um Willemsens Thesen in mehreren Richtungen auszubreiten und miteinander in Widerstreit geraten zu lassen.

Er zeigt die Schönheit der Erde sowie die Bedrohung des ökologischen Gleichgewichts und sucht nach Alternativen, die letztlich in einer völlig veränderten Lebensweise münden müssen. Auf den ersten Blick scheint sich der Film in unterschiedlichen Ideen und Theorien zu verheddern. Andererseits zeigt es die Komplexität und die Vielfalt der Ideen. Einen Master Plan wird es für eine nachhaltige Umkehr zur Bewahrung der Lebensgrundlagen der Menschheit auf dem blauen Planeten nicht geben.
Katharina Dockhorn/Filmreporter.de
Wer wir waren: Der Trailer
Der Dokumentarfilm wurde inspiriert von einem unvollendeten Werk Roger Willemsens.
Alexander Gerst in "Wer wir waren" (2020)
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