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Feature

Matrix Revolutions
Warner Bros.

Die Auflösung! Abschluss der Matrix-Cyber-Saga

Virtuelle Revolution
Alles Matrix, oder was? Der zweite Teil der Saga, "Matrix Reloaded", lockte im Frühjahr zwar die Massen in die Kinos. Trotz spektakulärer Elemente hielt er aber doch nur für die Produzenten (Einnahmen ohne Ende) und hartgesottene Fans (Neo ohne Ende), was er versprach. Nun ruhen die Hoffungen auf "Matrix Revolutions", der die Trilogie zu einem würdigen Ende führen soll. Für das Finale hat sich der Verleih Warner einen besonderen Coup einfallen lassen: die Revolution der Matrix startet am 5. November weltweit zur exakt gleichen Zeit.
Von  Frank Geissler, Filmreporter.de,  31. Oktober 2003
Hugo Weaving kommt nicht allein: Matrix Revolutions
Warner
Hugo Weaving kommt nicht allein: Matrix Revolutions
Andyund Larry Wachowski, die Erfinder der Matrix, sind schlau. Lesen selbst am Set Philosophen wie Nietzsche und Hegel, heißt es. Wissen, dass jede Trilogie ein Anfang und ein Ende hat. Was ja nichts anderes bedeutet, dass, der im Mai in den Kinos angelaufene "Matrix Reloaded" sozusagen der Anfang vom Ende gewesen sein muss.

Tatsächlich konnte der zweite Teil der "Matrix"-Saga zwar an den Kinokassen ein Vielfaches des ersten Teils einspielen - er hat ja auch ein Vielfaches für visuelle Effekte verpulvert. Aber so mancher Zuschauer und die meisten Kritiker waren doch eher enttäuscht von dieser Materialschlacht mit pseudo-philosophischem Anspruch. Denn der Film kam so wirr und verwirrend daher, dass man sich hinterher fragte, was man uns mit all diesen biblischen Anspielungen auf die Dreifaltigkeit und den Erlöser eigentlich hatte verkünden wollen.


Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss sind sich nicht nur in "Matrix Revolutions" nah
Warner
Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss sind sich nicht nur in "Matrix Revolutions" nah
Visuell bestechend, inhaltlich unbefriedigend - das Dilemma von "Matrix Reloaded", der mit seinen hysterischen Massenszenen teilweise faschistoiden Charme versprühte, schien mit dem Problem verwandt zu sein, das ja der Matrix selbst innewohnt: Den armen Matrix-getäuschten Erdbewohnern wird eine bunte, spektakuläre und nie da gewesene Scheinwelt vorgegaukelt, hinter der sich aber in Wirklichkeit nur eine blasse und nicht ganz so berauschende Realität verbirgt.

Produzent Joel Silver gibt zu, dass "Matrix Reloaded" mehr poppiges Action-Entertainment war als sonst etwas. Für den finalen dritten Teil kündigt er aber selbstbewusst einen denkwürdigen - soll wohl heißen anspruchsvolleren - Film an. Der lässt sich ja schon am Titel, "Revolutions", ablesen lässt. Wenig ist bisher durchgesickert, mal abgesehen von den gewohnt bombastischen Neuigkeiten, die schon für den zeitgleich abgedrehten zweiten Teil galten: Dreistelliges Millionenbudget, überforderte Special-Effects-Firmen und heißlaufende Rechner. Für Teil drei verspricht Silver schlicht die einmaligsten visuellen Effekte der Filmgeschichte. Einmalig sein kann ja jeder - da muss schon der Superlativ herhalten.


Hugo Weaving im Kampf gegen Neo: Matrix Revolutions
Warner Bros.
Hugo Weaving im Kampf gegen Neo: Matrix Revolutions
Wer die ersten beiden Matrix-Abenteuer gesehen hat, wird dies alles nur zu gern glauben. Denn, philosophischer Anspruch hin oder her: Was "Matrix" und "Matrix Reloaded" visuell auf die Leinwand gezaubert haben, ist fantastisch und hat die Filmwelt dauerhaft beeinflusst. An dieser Stelle würde man nun normalerweise die Bullet-Time-Technik ansprechen, die "Matrix" eingeführt und "Matrix Reloaded" perfektioniert hat. Aber das weiß ohnehin jeder. Widmen wir uns also stattdessen dem Plot von "Matrix Revolutions". Über den ist aber nicht mehr bekannt als dies: Der Krieg Mann-gegen-Maschine um die Stadt Zion geht weiter, und wird in irgendeiner Form zum Ende kommen. Auf jeden Fall sind die üblichen Verdächtigen Keanu Reeves, Laurence Fishburne und Carrie-Anne Moss wieder mit von der Partie. Höhepunkt der Revolution ist eine 14-minütige Kampfszene, die mit 40 Millionen Dollar so viel gekostet hat wie ein durchschnittlicher Hollywood-Film und laut Silver die komplizierteste Sequenz ist, die je auf Film gebannt wurde.


Keanu Reeves gegen viele Hugo Weavings in: Matrix Revolutions
Warner
Keanu Reeves gegen viele Hugo Weavings in: Matrix Revolutions
Die einzigen, von denen man solche Aussagen nicht zu hören bekommt, sind die Wachowski-Brüder selbst. Die haben sich - zusätzlich zu ihren vier Millionen Dollar Gage zuzüglich Gewinnbeteiligung, versteht sich - vertraglich zusichern lassen, dass sie für die Vermarktung ihrer Matrix-Filme keinerlei Interviews geben und auch nicht über die roten Teppiche der Filmfestival-Welt schreiten müssen. Manchmal fragt man sich aber, ob das wirklich die Wahrheit ist. Oder ob die Wachowskis vielleicht doch nur fiktive Figuren in einer Matrix sind - an deren Design immer noch die heißgelaufenen Rechner der Special-Effects-Firmen arbeiten.
Von  Frank Geissler, Filmreporter.de,  31. Oktober 2003

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