Universal Pictures International
Coraline
Alter Gimmick oder neue Filmsprache
Feature: Bringt 3D die Rettung?
Seit Beginn der Filmgeschichte wird mit 3D experimentiert - die Gebrüder Lumière versuchten schon 1895 mit ihrem Kurzfilm "Die Ankunft eines Zuges im Bahnhof von La Ciotat" die dritte Dimension darzustellen. Mittlerweile ist nach den 1950er und späten 1970er Jahren bereits die dritte Welle von 3D-Kinofilmen in den Kinos zu sehen. Sie wird als Rettung des Kinos und nach Erfindung von Ton und Farbe als dritte Revolution des Filmes gepriesen. Doch was steckt wirklich hinter dem aktuellen 3D-Hype?
Neue Filmwelt
Louis Lumière
Ist 3D besser geworden?
Für 3D spricht laut den Machern, dass sich die Technik seit der ersten Erfolgsphase in den 1950er Jahren enorm weiter entwickelt habe - Kopfschmerz und Augen-Flimmern gehörten dank der digitalen Revolution der Vergangenheit an, versprechen sie. Auch mache es keinen Unterschied mehr, ob man links außen oder vorne mittig im Kino sitze, der Effekt sei immer der gleiche. Eine optimale Lösung ist die 3D-Brille gerade für die Zuschauer nicht, die bereits eine "normale" Sehhilfe tragen. Der größte Pluspunkt von 3D ist es laut ihren Verfechtern, dass das Publikum vom bloßen Zuschauer zum Beteiligten werde, der sich durch den 3D-Effekt mitten in der Illusion befinde, tatsächlich im Filmgeschehen zu sein. Doch was genau ist der 3D-Effekt eigentlich?
Fantasia Film
Fly Me to the Moon 3D
Die Technik
Für viele Zuschauer heißt 3D, dass Dinge die Leinwand verlassen und sich auf sie zu bewegen, wie das in "Bolt - ein Hund für alle Fälle" oder "Monsters vs. Aliens" der Fall ist. Diese Filme werden in vielen Kinos auch zweidimensional gezeigt, es gibt sie - sozusagen aufgerüstet - auch in 3D. Wenn nur dieser Effekt 3D ausmachen würde, wäre es nicht mehr als ein netter Gimmick, den man auch weglassen könnte. Doch 3D kann und will mehr: In "My Bloody Valentine 3D" fliegen den Zuschauern nicht nur Pistolen-Kugeln oder Spitzhacken um die Ohren. Man hat man über weite Strecken ein unmittelbares Gefühl wie bei einem Egoshooter-Computerspiel, wenn man in der Maske des Killers steckt. Mit anderen Worten - der Horror würde in 2D wesentlich weniger Wirkung erzielen. Auch in Ben Stassens "Fly Me to the Moon 3D" soll das Publikum ganz ins Geschehen gesogen werden, statt nur als Zuschauer vor der Leinwand zu sitzen. Technisch gelingt das bis zu einem gewissen Grad auch. Wie bei den meisten IMAX-Filmen zählt die innovative Technik jedoch mehr als der Inhalt des Filmes, weshalb 3D hier nicht über eine zugegeben aufwendige Effekthascherei hinausgeht. Noch fehlen die passenden Geschichten für die neue Technik, oder gar eine neue Filmsprache. James Cameron ("Titanic") bastelt intensiv an seinem lange erwarteten "Avatar", der nicht nur technisch neue dreidimensionale Standards setzen soll. Er beschäftigt sich schon lange mit der dritten Dimension und hat bereits einige kleinere Projekte realisiert.
Walt Disney
Hannah Montana & Miley Cyrus: Best Of Both Worlds Concert In Disney Digital 3D
3D nur Abzocke?
In den 1950ern bedrohte das boomende Fernsehen das Kino, Anfang der 1980er Jahre war es die Videotechnik, heute gelten der Filmindustrie legale und illegale Downloads aus dem Internet als Erzfeind. In einer Zeit, in der die Kinofassung eines Filmes Werbung für die DVD macht, wo Filme verstärkt auf Handys, Laptops und iPods angeschaut werden, ist 3D ein erneuter Versuch, die Zuschauer wieder ans Kinos zu binden. Dabei verdienen die großen Studios mehr denn je, von einer Krise kann nicht die Rede sein. Ganz anders geht es den Kinobetreibern, sie leiden unter dem wachsenden Home-Entertainmentmarkt. Beamer, große Flachbildschirme und HD-Technik sowie eigene Fehler haben Marktanteile gekostet. 3D kann man derzeit noch nicht herunterladen und man kann im Kino zunächst höhere Preise realisieren. Ist 3D also die dritte Revolution nach Erfindung von Ton, Farbe und Cinemascope?

Bisher füllt die neue Technik eher die Geldbeutel der großen Studios, doch dieses Argument könnten anspruchsvolle Filme mit eigener 3D-Bildsprache schnell entkräften. Klar ist, die Revolution kommt nicht über Nacht. Zuerst ist die neue Technik am Markt, erst dann werden sich die Künstler unter den Filmeschaffenden damit beschäftigen. Den leidenden Kinos sei im Übrigen die neue Einnahmequelle gegönnt. Bis ins Jahr 2010/2011 haben sie vor dem Home-Entertainmentmarkt wieder einen kleinen Vorsprung, spätestens dann wird sich 3D nach Ansicht der Industrie auch Zuhause durchsetzen und die Filmindustrie muss sich wieder etwas Neues einfallen lassen.
Von  Ulrich Blanché/Filmreporter.de,  15. Mai 2009
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