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Feature

Kriegt Spider-Man doch seine große Liebe (Kirsten Dunst)?
Sony Pictures

Bestes Startwochenende aller Zeiten

Peter Parker in uns
Der Rekord für das beste Startwochenende aller Zeiten gehörte lange "Spider-Man". Nicht nur deshalb waren die Erwartungen vor dem Kinostart des zweiten Abenteuers der berühmten Comic-Figur entsprechend hoch. Schließlich kann Teil 2 nicht nur mit spektakulären CGI-Actionszenen punkten, sondern auch mit der interessanten Liebesbeziehung zwischen Tobey Maguire alias Peter Parker und Kirsten Dunst alias Mary Jane Watson.
Von  Frank Geissler, Filmreporter.de,  4. Juli 2004
Alfred Molina - ist er wirklich ganz und gar böse?
Sony Pictures
Alfred Molina - ist er wirklich ganz und gar böse?
Was war nicht alles geschrieben worden über die atemberaubenden Digital-Effekte und Tricksereien, mit denen man "Spider-Man" die Wände hochklettern ließ? Oder über die 120 Millionen Dollar, die diese Produktion verschlang - was im Jahr 2002 noch viel Geld für einen Film zu sein schien, während man sich heute über das 200-Millionen-Budget von "Troja" kaum noch wundert. Oder über einen Trailer, in dem das World Trade Center eine wichtige Rolle spielte, und der nach dem 11. September 2001 schnell überarbeitet wurde.

Stimmt ja auch alles. Und doch ging es im Grunde genommen in "Spider-Man" nicht um die Digitaleffekte und die Action, sondern um etwas völlig anderes: Selbst wenn der Spinnenmann auf übermenschliche Kräfte zurückgreifen kann, so ist doch kein anderer Marvel-Comic-Held so menschlich wie er. Ein Nerd, der zwar durchaus in die schöne Nachbarin verliebt ist, aber letztlich in seinem Leben keinen Platz für eine Frau an seiner Seite hat. Allenfalls für seine Tante May. Und so stand - nicht zuletzt durch die erstaunliche Leinwandpräsenz der beiden Jungstars Tobey Maguire und Kirsten Dunst - die Beziehung zwischen Peter Parker und Mary Jane Watson eigentlich im Mittelpunkt des Films. Selbst wenn das den Machern vielleicht gar nicht so klar war. In "Spider-Man" sei der Mensch interessanter als die Spinne, war in den amerikanischen Fachblättern zu lesen.


Das Team um Regisseur Sam Raimi hat aus solchen Reaktionen seine Lektion gelernt und im zweiten Teil noch mehr auf die menschliche Komponente gesetzt. Peters Schmerz, der schon im ersten Teil zu spüren war, ist noch gewachsen: Denn ganz wie sie es sich gewünscht hatte, ist Mary Jane mittlerweile eine beachtete, überall präsente Schauspielerin geworden - und hat einen neuen Mann an ihrer Seite. Peter, der die heimliche Liebe seines Lebens überall von Plakatwänden herablächeln sieht, ist hin- und hergerissen zwischen seiner Liebe zu ihr und seinem Leitsatz, dass mit großer Macht auch große Verantwortung einhergeht.

Bei allem Liebesleid wird aber natürlich auch der Spinnenmann im Film nicht zu kurz kommen. Peter lernt, als Spider-Man mit seinem "Spinnen-Sinn" umzugehen. Und den wird er auch brauchen. Schließlich gibt es mit dem fiesen Doc Ock (Alfred Molina) erneut einen durchtriebenen Wissenschaftler zu bekämpfen, der sich nach einem fehlgeschlagenen Experiment in einen Bösewicht der ganz besonderen Sorte verwandelt hat. Mit seinen mächtigen Tentakeln wirkt er auch um einiges gefährlicher wirkt als der gesichtstaube Green Goblin aus dem ersten Teil.

Aber auch dieser Zweikampf ist untrennbar mit Peter Parkers persönlicher Geschichte verbunden. Letztlich geht es in den "Spider-Man"-Filmen eben doch um einen Jugendlichen, der langsam erwachsen wird - und irgendwie mit seinen Fähigkeiten und Unzulänglichkeiten klar kommen muss. Ein wenig von Peter Parker steckt eben in uns allen.
Von  Frank Geissler, Filmreporter.de,  4. Juli 2004

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