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Colin Firth in "The King's Speech"

Senator Film

Gewinner oder Verlierer
Wer räumt Oscars 2011 ab?
Die Nominierten stehen fest, die Spannung steigt. Nachdem bekannt gegeben wurde, wer ins Rennen um die Oscars 2011 gelassen wird (wir berichteten: Oscar-Favorit "The King's Speech"), kann munter spekuliert werden. Wer wird bei der Gala am 27. Februar 2011 in Los Angeles die Nase vorn haben? Setzt sich die ehrgeizige Ballerina Natalie Portman gegen ihre Konkurrenz durch? Wird der unsichere König Colin Firth erhobenen Hauptes den Saal verlassen? Oder wird am Ende gar eine tapfere Truppe von Spielzeughelden allen die Show stehlen? Im Folgenden werfen wir einen Blick in unsere Redaktions-Kristallkugel und spekulieren über die großen Gewinner und Verlierer.
Die goldene Oscarstatuete aus dem Jahr 2004

Academy of Motion Picture Arts and Sciences

Favoriten als Verlierer?

Mit zwölf Nominierungen hat "The King's Speech" die Chance auf die meisten Gold-Statuetten. Damit gilt das Biopic über den stotternden König Georges VI. als der große Oscar-Favorit. Neben einigen weniger beachteten Kategorien wie Kostüm-Design, hat das Drama sicherlich beste Chancen auf den Preis für das beste Originaldrehbuch. Auch die Nebendarsteller Geoffrey Rush und Helena Bonham Carter könnten als Sieger nach Hause gehen. Mit Sicherheit wird Colin Firth als bester Hauptdarsteller geehrt. Nachdem er bereits letztes Jahr für seine beeindruckende Darstellung in "A Single Man" nominiert wurde, wird es seine Konkurrenz bei der 2011er Verleihung schwer haben. Allerdings sind wir bei Filmreporter.de genauso sicher, dass die Prestigeträchtigen Preise für den besten Film und den besten Regisseur ein anderes Werk einheimsen wird.

Dasselbe gilt für "True Grit" von Ethan und Joel Coen, die 2008 mit dem düsteren "No Country for Old Men" erfolgreich waren. Obwohl die begnadeten Regie-Brüder auf insgesamt zehn Preise hoffen dürfen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass ihr Neo-Western mit Jeff Bridges aufgrund der starken Konkurrenz schließlich komplett leer ausgeht. Dagegen wird das Portrait eines unsympathisch erscheinenden Selfmade-Milliardärs sicher die Nase vorn haben.


The Social Network

Sony Pictures

Am Netzwerk führt kein Weg vorbei

Achtmal ist "The Social Network" nominiert und wir sind uns sicher: am Ende wird Aaron Sorkin für sein Drehbuch und David Fincher für die Regie ausgezeichnet. Zudem wird das Drama zum besten Film des Jahres gekürt werden. Warum? Zum einen, weil das Werk durch brillante Dialoge besticht. Zum anderen, weil eine Auszeichnung des immer wieder überzeugenden Finchers längst überfällig ist. Darüber hinaus kommt das Drama zur richtigen Zeit. Es erzählt nicht nur von der Gründung des sozialen Netzwerkes Facebook, sondern setzt auch den passenden cineastischen Schlussstrich unter ein Jahrzehnt, dessen Kommunikationsstrukturen sich durch den immensen Erfolg sozialer Netzwerke entscheidend verändert haben.

Obwohl Christopher Nolans "Inception" ebenfalls acht mal nominiert ist, wird der komplexe Science-Fiction keine Chance gegen "The Social Network" haben. Sicher ist nur, dass das ambitionierte Werk über die Architektur des menschlichen Geistes für die besten Spezialeffekte prämiert werden wird. Enttäuschend ist allerdings, dass Nolan trotz seiner überragenden Inszenierung nicht mal eine Nominierung als bester Regisseur erhielt.


Natalie Portman als Ballerina in "Black Swan"

20th Century Fox

Vergoldeter Schwan

Im Rennen um die Auszeichnung als bester Film werden es auch "Black Swan" und "127 Hours" schwer haben. Während letzterer trotz des fesselnden Spiels von James Franco als verunglückter Bergsteiger aufgrund von Top-Konkurrent Colin Firth selbst in der Darsteller-Kategorie leer gehen könnte, gibt es kaum Zweifel an Natalie Portmans Auszeichnung. Auch wenn das Ballett-Drama "Black Swan" mit seiner Mischung aus eindringlicher Charakterstudie und düsterem Horrortrip zu abgehoben ist, um die Mehrheit der mainstreamigen Academy zu überzeugen, wird man sich mit Sicherheit auf Portman als beste Hauptdarstellerin einigen. Wie sich die Darstellerin auf die schwierige Rolle als Ballerina vorbereitet hat, können Sie in unserem Interview nachlesen (Natalie Portmans Verwandlung). Zudem erzählte uns der ebenfalls nominierte Regisseur Darren Aronofsky von der Zusammenarbeit mit seiner talentierten Hauptdarstellerin (Darren Aronofskys düsteres Ballett).


Lisa Cholodenko

Universal Pictures

Geheimtipp Cholodenko

Zu den Außenseitern der zehn Anwärter auf den besten Film des Jahres gehört sicherlich auch das Drama "Winter's Bone" und der Boxer-Film "The Fighter". Letzterer bietet mit Christian Bale sowie der bereits zum dritten Mal nominierten Amy Adams allerdings zwei Favoriten auf den Preis als beste Nebendarsteller. Auch das Familienportrait "The Kids Are All Right" dürfte es trotz mehrfacher Nominierungen schwer haben. Regisseurin und Drehbuchautorin Lisa Cholodenko ist jedoch ein Geheimtipp. Im Rennen um das beste Originaldrehbuch dürfte sie zur größten Konkurrentin der Autoren von "The King's Speech" werden. Von der Entstehung ihrer gefeierten Geschichte über die Kinder eines lesbischen Paares, die ihren biologischen Vater kennen lernen, berichtet Sie in unserem Interview (Lisa Cholodenkos Familiensinn). Tiefere Einblicke in die Rolle des als besten Nebendarsteller nominierten Mark Ruffalo erhielten wir im Gespräch mit dem sympathischen Mimen (Mark Ruffalo im Wandel).


Toy Story 3 in Disney Digital 3D

Walt Disney Studios

Keine Chance gegen Woody

Natürlich kann man sich im Vorhinein nie hundertprozentig sicher sein, wer letztendlich ausgezeichnet wird. Oder vielleicht doch? Die Oscar-Verleihungen der letzten Jahren haben uns eines immer wieder gezeigt: Gegen die Kreativen von Pixar kommt im Animationsbereich keiner an. Nachdem "Oben" 2010 sowohl als Bester Film nominiert, als auch als beste Animation ausgezeichnet wurde, ist 2011 "Toy Story 3" in beiden Kategorien nominiert. Eines steht jetzt schon fest: Den Preis in letzterer Kategorie hat das spannende und warmherzige Abenteuer von Spielzeugheld Woody sicher.

Wir haben uns mit den deutschen Synchronsprechern Michael Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian über den Film unterhalten (Plastik-Cowboy Michael Bully Herbig). Außerdem sprachen wir mit Regisseur Lee Unkrich (Puppenspieler Lee Unkrich) und Produzentin Darla K. Anderson (Darla K. Andersons toughe Barbie) über die Entstehung von Pixars Geniestreich. Man darf gespannt sein, für wen es am Abend der Preisverleihung heißen wird: "And the Oscar goes to…"

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