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Martin Freeman in "Der Hobbit - eine unerwartete Reise"
Warner Bros. Ent.

Eine unerwartete Reise?

Die Hobbits sind zurück
Peter Jackson verfilmt nach dem Erfolg der "Herr der Ringe"-Trilogie auch den Roman "Der Hobbit" von J.R.R. Tolkien in zwei Teilen. Der Film zeigt die Jugendabenteuer von Bilbo Beutlin (Martin Freeman). Manche Schauplätze und Schauspieler sind den Zuschauern aus den ersten drei Filmen bekannt.
Von  Michael Domke, Filmreporter.de,  2. März 2012
John Callen und Peter Hambleton in "Der Hobbit - eine unerwartete Reise"
Warner Bros. Ent.
John Callen und Peter Hambleton in "Der Hobbit - eine unerwartete Reise"

Gandalf und die 13 Zwerge

Bilbo Beutlin (Martin Freeman) hat es gerne bequem. Der gemütliche Hobbit tut sich an bis zu sechs Mahlzeiten pro Tag gütlich und überbrückt die Zeit zwischen den kulinarischen Höhepunkten mit Tee trinken und Pfeife rauchen. Als der mächtige Zauberer Gandalf (Ian McKellen) in Begleitung von 13 Zwergen an Bilbos Tür klopft, ist die Überraschung groß.

Bilbo soll die Gruppe unter Führung von Thorin Eichenschild (Richard Armitage) auf eine gefährliche Reise begleiten. Drache Smaug hat Thorin seinen Schatz gestohlen und den gilt es wieder zu beschaffen. Das soll im Idealfall mit Bilbos Hilfe geschehen, der sich aufgrund seiner geringen Größe ungesehen in Smaugs Hort umsehen könnte.

Mit seinen Besuchern teilt Bilbo jedoch weder Kampfgeist noch Abenteuerlust. Erst die Aussicht auf ein Vierzehntel des Schatzes stimmt den Hobbit um. Die ungewöhnliche Reisegruppe macht sich auf den Weg - und führt Bilbo weit von zu Hause weg, was seit ewigen Zeiten keinem Hobbit wiederfuhr.


Der Herr der Ringe - Die Spielfilm Trilogie: Extended Edition
Warner Bros
Der Herr der Ringe - Die Spielfilm Trilogie: Extended Edition

Epochales Fantasy-Werk

J.R.R. Tolkiens fantastisches Werk galt lange Zeit als unverfilmbar. 1977 versuchte sich Ralph Bakshi an einer Trickfilmversion der epischen High-Fantasy-Romantrilogie "Der Herr der Ringe" und scheiterte am Publikum. Peter Jackson wagte sich 2000 an eine epochale Realverfilmung. Mit einem Budget von fast 300 Millionen Dollar drehte er alle drei Filme an einem Stück. Um Tolkiens detaillierte Welt zum Leben zu erschaffen, wurden Unmengen an Rüstungen, Schwertern, Masken, Kostümen und Kulissen hergestellt. Alles, was sich nicht auf diese Weise realisieren ließ, wurde in einer eigens gegründeten Spezialeffektschmiede produziert.

Ursprünglich wollte Peter Jackson den "Hobbit" gemeinsam mit der "Herr der Ringe"-Trilogie verfilmen. Es gelang ihm jedoch nicht, die Rechte am "Hobbit" zu erwerben. Das Buch galt in Branchenkreisen im Gegensatz zu der "Herr der Ringe"-Trilogie als guter Kandidat für eine Verfilmung, daher wurden die Filmrechte eifersüchtig gehütet. So musste Jackson diesen Teil des Projekts zurückstellen.

Die drei "Herr der Ringe"-Filme wurden bekanntlich ein durchschlagender Erfolg an der Kinokasse, aber auch bei den Kritikern. So war es schließlich nur eine Frage der Zeit, bis auch Tolkiens erster Mittelerde-Roman "Der Hobbit" verfilmt werden würde. Bei den Büchern war es genau umgekehrt. Erst der Erfolg des Kinderbuchs "Der Hobbit" veranlasste den Verlag, Tolkien um eine Fortsetzung zu bitten. Daraufhin schrieb der Autor die "Herr der Ringe"-Trilogie. Jackson teilt den Romanstoff auf zwei Filme auf, die parallel gedreht werden. Ende 2012 erscheint "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise", ein Jahr später folgt "Der Hobbit: Hin und Zurück".


Peter Jackson am Set von "Der Hobbit - eine unerwartete Reise"
Warner Bros. Ent.
Peter Jackson am Set von "Der Hobbit - eine unerwartete Reise"

Wiedersehen macht Freude

Das Budget von 500 Millionen Dollar für die beiden Teile von "Der Hobbit" gab Peter Jackson unter anderem dafür aus, Kulissen aus "Herr der Ringe" an den gleichen Orten erneut aufzubauen. Die Heimat der Hobbits soll genauso aussehen, wie die Zuschauer sie in Erinnerung haben. Auch viele Schauspieler übernehmen ihre Rollen aus "Herr der Ringe" erneut. Ian McKellen wird wieder als Zauberer Gandalf zu sehen sein, Hugo Weaving spielt den Halbelben Elrond. Auch Cate Blanchett, Christopher Lee, Ian Holm, Elijah Wood und Orlando Bloom werden ihre Rollen aus den "Herr der Ringe"-Filmen erneut übernehmen. Für die neu zu besetzenden Rollen setzt Peter Jackson auf eine Mischung aus prominenten Hochkarätern wie Martin Freeman, James Nesbitt und Stephen Fry sowie bisher relativ unbekannten Mimen wie Aidan Turner oder Dean O'Gorman.


Dank moderner Technik wird Andy Serkis in "Planet der Affen: Prevolution" zum Affen
20th Century Fox
Dank moderner Technik wird Andy Serkis in "Planet der Affen: Prevolution" zum Affen

Hobbits in 3D

Eine besondere Aufgabe kommt Andy Serkis zu. Nach den begeisterten Reaktionen auf seine Darstellung der komplexen Figur Gollum wurde er in den letzten Jahren zu einem gefragten Schauspieler für Rollen, bei denen mit dem Motion Capturing-Verfahren gearbeitet wurde. Zuletzt war er als Schimpanse Caesar in Rupert Wyatts "Planet der Affen: Prevolution" zu sehen. In "Der Hobbit: eine unerwartete Reise" ist Serkis nicht nur als Darsteller von Gollum beteiligt. Als Regisseur des zweiten Drehteams ist er auch in die Inszenierung des Films eingebunden.

Die Spezialeffekte überzeugten schon bei der "Herr der Ringe"-Trilogie. Nun kommt eine filmische Neuerung hinzu: Peter Jackson dreht die Vorgeschichte komplett in 3D. In einem Video für sein Produktions-Blog erklärte er, dass er schon die ersten drei Filme gerne mit 3D-Kameras gedreht hätte. Die Technik unterstütze bei Filmen die Identifikation der Zuschauer mit der Geschichte. Aufgrund der Weiterentwicklungen in diesem Bereich sei es ihm beim "Hobbit" endlich möglich, diese Technik einzusetzen. Für den Dreh wurden 17 Kameras in unterschiedlichen Systemen eingesetzt, um verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden. Um Jackson schon im Vorfeld ein genaueres Bild von Szenen und Einstellungen zu ermöglichen, ließen sich die Art-Designer etwas einfallen. Zeichnungen wurden zweifach angefertigt, jeweils einmal in blau und in rot. So konnten die 3D-Effekte schon im Vorfeld besser abgeschätzt werden.
Von  Michael Domke, Filmreporter.de,  2. März 2012

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