Senator Film
Whoopi Goldberg in "Rat Race - Der nackte Wahnsinn"
Bühne, Fernsehen, Musik- und Musicalbühne
Feature: Whoopi Goldberg ist die Größte
Das Leben von Casinosängerin Deloris van Cartier (Whoopi Goldberg) gerät in Gefahr, als sie Zeugin eines Mordes wird, den ihr Boss und Liebhaber Vince (Harvey Keitel) in Auftrag gibt. Der eiskalte Gangster trachtet ihr fortan nach dem Leben, eine Zeugin kann er nicht gebrauchen. Zu ihrem Schutz wird sie von der Polizei in einem Kloster versteckt, wo sie mit ihrer Lebensgier auffällt wie ein bunter Schmetterling in der Sandwüste.
erschienen am 29. Juni 2021
Walt Disney
Sister Act - Eine himmlische Karriere
Halleluja - Sister Act
Zu ihrer Aufgabe gehört bald auch der marode Chor des Klosters, der mit seinem disharmonischen Gesang auch die letzten Gläubigen aus der Kirche des Ordens treibt. Deloris kitzelt die verborgenen Gesangstalente der Frauen heraus und flößt ihnen Selbstbewusstsein ein. Der bald göttliche, aber auch sehr modernisierte Gesang des Chores spricht sich bald herum, auch Vince wird über einen Informanten bei der Polizei auf Deloris' Versteck aufmerksam gemacht. Deloris wird ins Spielcasino des Gangsters entführt, wohin ihr die Nonnen mutig folgen. Dort hängt bald eine von ihnen am einarmigen Banditen und gewinnt den Jackpot. Das Internet lockt Anfang der 1990er Jahre noch nicht mit digitalen Spielautomaten, bei denen heute Spieler auf den Geschmack kommt, wie bei Book of Dead, Freispiele ohne Einzahlung gibt.

So wirkt das Filmmusical "Sister Act" in der Regie von Emile Ardolino aus heutiger Sicht ein wenig nostalgisch. 1992 erobert es die Herzen des Publikums im Sturm und untermauert Whoopi Goldbergs Hollywoodruhm. Dorthin arbeitet sich die Alleskönnerin beharrlich hoch: als Schauspielerin, Komödiantin und Sängerin. Sie räumt zahlreiche Filmpreise ab und wird vom Publikum geliebt. Als erste Afroamerikanerin gewinnt sie alle vier großen US-amerikanischen Unterhaltungspreise, das sind der Emmy, der Grammy, der Oscar sowie der Tony. Solch ein Erfolg ist nur wenigen Künstlern vergönnt.
Justbridge Entertainment
Whoopi Goldberg in "Kaffee, Milch und Zucker" ("Boys on the Side", 1995)
Umweg zum Ruhm über Ostberlin
Geboren wird Whoopi Goldberg 1955 im New Yorker Stadtteil Chelsea als Tochter einer Krankenschwester und Lehrerein sowie eines Geistlichen. Ihr Taufname lautet Caryn Elaine Johnson. Ihr Künstlername Whoopi soll auf den englischen Begriff für Furzkissen - whoopee cushion - zurückgehen. Womit sich schon der Sinn für Humor und ihre Gabe andeuten, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Den Namen Goldberg bekommt sie von ihrer Mutter, weil die glaubt, dass ihre Tochter damit mehr Erfolg im Showgeschäft haben würde. Nach ersten Auftritten als Stand-Up-Comidian in San Francisco und am Broadway macht Whoopi einen Umweg in die DDR, wo sie von 1979 bis 1981 mit Unterbrechungen in einer WG mit anderen Schauspielern lebt, mit denen sie am Theater zusammen arbeitet. Nebenbei schmuggelt sie Waren in den Osten, die in der DDR damals nur schwer zu beschaffen sind.
Warner Bros
Die Farbe Lila
Entdeckt von Steven Spielberg
Nach ihrer Rückkehr folgt der Durchbruch am Broadway. In 156 ausverkauften Vorstellungen steht sie 1984/85 in der Einpersonenshow Whoopi Goldberg auf der Bühne. Die Show bringt ihr den ersten Tony Award und den Theatre World Award ein. Anschließend dreht sie mit Steven Spielberg "Die Farbe Lila" nach dem gleichnamigen Roman von Alice Walker. Das emotional berührende Drama begleitet das Schicksal der von Goldberg gespielten Celie über mehrere Jahrzehnte. Als Teenagerin wird die von ihrem Vater vergewaltigt und schwanger und schließlich mit dem Farmer Albert Johnson (Danny Glover) zwangsverheiratet. Der sieht in ihr eine billige Arbeitskraft und Mutter seiner drei Kinder. Celie versinkt in Depressionen und findet erst zu einem neuen Anfang, als Albert seine schwer kranke Geliebte Shug Avery (Margaret Avery) ins Haus holt und sich die beiden Frauen anfreunden.

Der Film erhält elf Oscar-Nominierungen, darunter für Whoopi Goldberg, geht aber in allen Kategorien leer aus. Noch muss Goldberg auf die begehrte Anerkennung aus Hollywood warten. In den folgenden Jahren folgen mehrere kommerzielle Flops, die längst vergessen sind. Aus der zweiten Hälfte der 1980er Jahre ist nur Goldbergs Engagement in 28 Folgen der Serie "Star Trek: The Next Generation" erwähnenswert, die von 1988 bis 1993 gedreht werden. Für sie geht mit der Verpflichtung ein Kindheitswunsch in Erfüllung. Nichelle Nichols als Leutnant Uhura inspiriert die achtjährige zu ihren ersten Bühnenauftritten. Später spielt Goldberg ihre Guinan auch in den Kinoablegern "Star Trek: Treffen der Generationen" und "Star Trek: Nemesis"
Justbridge Entertainment
Whoopi Goldberg in "Made in America" (1993)
Konversation mit einem Geist
Neuen Schwung erhielt Goldbergs Filmkarriere durch ihren Auftritt in "Ghost - Nachricht von Sam". In der Mischung aus Krimi, Love-Story und Fantasyfilm von Komödienspezialist Jerry Zucker schlüpft sie in die Haut der Wahrsagerin Oda Mae Brown. Sie wird zum Medium von Sam Wheat (Patrick Swayze), der nach seinem gewaltsamen Tod als Geist seiner großen Liebe Molly Jensen (Demi Moore) auf Schritt und Tritt folgt. Er kann aber nicht mit ihr kommunizieren und sie vor seinem Mörder warnen, der auch Molly hinterher spioniert.

Whoopi Goldberg wird für ihre Rolle mit dem Oscar als "Beste Nebendarstellerin" geehrt. Ihre Popularität nach den Blockbustern "Sister Act" und "Nachricht von Sam" nutzte die engagierte Künstlerin, um sich für die Rechte von Homosexuellen sowie für die Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke einzusetzen und den Hollywood-Konzern Disney von die Finanzierung des Films "Sarafina" des Südafrikaners Darrell Roodt zu überzeugen. Er führt ins Jahr 1976 und rekonstruiert die Ursachen des Aufstands von Soweto. Zu den Schülern, die sich gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache wehre, gehört auch Sarafina (Leleti Khumalo) Den letzten Impuls für den Widerstand gibt die Verhaftung ihrer Lehrerin Mary Masembuko, die von Goldberg gespielt wird.
Walt Disney
Sister Act 2 - In göttlicher Mission
Mary Clares zweiter Geniestreich
In der Fortsetzung "Sister Act 2 - In göttlicher Mission" kehrt Barsängerin Deloris zu den Nonnen zurück und wird erneut zur Schwester Mary Clare im Pinguingewand. Ihre musikalischen Talente sind erneut gefragt. Dieses Mal, um Schüler für die Musik zu begeistern. Auch bei ihnen entdeckt sie die schlummernden Talente, die sie gezielt fördert. Nur wenn der Schulchor einen Wettbewerb gewinnt, können die Nonnen die geplante Schließung der Schule verhindern.

Bis 2002 wirkt Goldberg in 149 Filmen mit. Oftmals sind es kleine Auftritte oder sie leiht populären Animationsfiguren in "König der Löwen" oder "Pinoccio 3000" ihre Stimme. Sie blieb immer präsent, große Erfolge feiert sie aber weiter auf der Bühne. 2010 bringt sie als Koproduzentin "Sister Act - The Musical" am Londoner West End bis zur Premiere. Ihren eigenen Auftritt in den ausverkauften Vorstellungen sagt sie wegen der schweren Erkrankung ihrer Mutter kurzfristig ab. Trotzdem beginnt für die Bühnenversion von Goldbergs wohl bekanntester Rolle ein Siegeszug um die Welt.
erschienen am 29. Juni 2021
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Whoopi Goldberg beginnt als Stand-Up-Komödiantin. Bald wird sie am Broadway engagiert. Ihre Show ist 156 Vorstellungen lang ausverkauft. Für ihre erstes Engagement beim Film in Steven Spielbergs "Die Farbe Lila" wird sie 1986 für einen Oscar als beste Schauspielerin nominiert. Vier Jahre später gewinnt sie die Trophäe, diesmal als beste Nebendarstellerin in "Ghost - Nachricht von Sam". In Erinnerung bleibt sie einem breiten Publikum als tanzende Ordensschwester in "Sister Act - Eine himmlische..
Die Farbe Lila (Kinofilm)
Steven Spielberg zeigt das dramatische Leben der jungen afroamerikanischen Celie (Whoopi GoldbergWhoopi Goldberg). Sie lebt in gewalttätigen Verhältnissen und kämpft verzweifelt um ein wenig Respekt, Liebe und Anerkennung. Doch immer wieder muss sie sich brachiale Gewalt erwehren. Ihr Vater und ihr Ehemann behandeln sie wie sein persönlicher Besitz, eine Ware, die jederzeit ersetzbar ist, einem Objekt ohne Rechte.
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