Warner Bros. Pictures Germany
Keanu Reeves in "Matrix Resurrections" (2021)
Hör mal, Dein Computer spricht
Feature: Action und Unterhaltung in der Matrix
Realität oder Game, virtuelle Welt oder Science-Fiction-Vision einer Welt, in der die Lebewesen, die der Mensch einst mit Hilfe der künstlichen Intelligenz schaffen, diese untertan machen und ihnen den Lebenssaft aussaugen. Die "Matrix"-Trilogie der Geschwister Lana und Lilly Wachowski gibt dem Kino einen innovativen Schub und beweist, dass auch mit einem intelligenten inhaltlichen Ansatz an der Kinokasse Reibach gemacht werden kann. Viele Fans sind vor allem den perfekt choreografierten und innovativ bearbeiteten Martial-Art-Kampfszenen zugeneigt. Der vierte Teil der Saga "Matrix Resurrections" knüpft an die Vorgaben seiner Vorgänger an und lässt die Helden Neo und Trinity in ihrer vertrauten Welt wieder aufleben.
erschienen am 29. Dezember 2021
Warner Bros. Pictures
Matrix (4K Ultra HD + Blu-ray + digital)
Spiegel des Lebensgefühl der Regisseur*innen
Anfang August 2020 erklärt Lilly Wachowski, "Matrix" sei eine Trans-Allegorie. Besonders die Gestalt der Switch signalisiere die Transgeschlechtlichkeit der Filmemacher*innen, die in den vergangenen Jahren nach Geschlechtsumwandlungen von Brüdern zu Schwestern werden. Bei der Premiere der ersten drei Teile sei die Zeit noch nicht reif gewesen, das offen zu zeigen. Das zeigt sich auch bei der Vermarktung der Hits. Wie viele erfolgreiche Leinwand-Epen entdeckt die Games-Industrie den Stoff. Verschiedene Anbieter gewähren 10 Euro Bonus ohne Einzahlung Casino. Für ihre Science-Fiction-Film räubern die Wachowskis ausgiebig in der Kunst-, Literatur- und Philosophiegeschichte, was vor allem den ersten Teil noch immer zu einem Sammelsurium an Denkanstößen zur Fortschrittsgläubigkeit der Menschheit und seiner Anmaßung, Gott zu spielen und sich für die Krönung der Schöpfung zu halten, macht.

Im Zentrum der Story steht der Computerexperte Thomas A. Anderson, einer der besten Games-Programmierer. Ursprünglich soll die Rolle an Will Smith gehen, was den Filmen sicher etwas mehr Humor eingehaucht hätte. Der Hollywood-Star sagt ab, weil er das komplexe Drehbuch nicht vollständig versteht. Er macht den Weg frei für Keanu Reeves, der nach "Speed" zu den heißesten Kandidaten zählt. Die Welt des schüchternen Nerds verselbständigt sich, als sein Computer mit ihm spricht. Er hält die Stimme zunächst für eine Illusion - bis das vom Computer gewählte Symbol des weißen Kaninchens aus "Alice im Wunderland" auftaucht und ihn der Träger des Tattoos zur Hackerin Trinity führt. Sie wird gespielt vom früheren Model Carrie-Anne Moss. Die unbekannte Kanadierin erhielt den Part auch wegen ihrer profunden Karatekenntnisse.
Warner
Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss sind sich nicht nur in "Matrix Revolutions" nah
Blaue oder rote Pille?
Trinity arbeitet mit dem geheimnisvollen Morpheus (Laurence Fishburne) zusammen, der dem Programmierer die Augen für sein Dasein und die Realität öffnen will. Sein bisheriges Leben sei ein Trug, Anderson sei Gefangener einer virtuellen Traumwelt, der Matrix. Er stellt den jungen Mann vor die Wahl. Mit der blauen Pille kehrt er in sein altes Leben zurück, mit der roten kann er mit seinem alter ego Neo die Geheimnisse der Matrix ergründen und ihr entfliehen.

Der vierte Teil wiederholt diese Eröffnungssequenz mit einem Unterschied. Trinity ist nun Tiffany, verheiratete Mutter zweier Kinder. Anderson, der als erfolgreichster Computerspielerfinder der Welt gilt, ist heimlich in sie verliebt. Unbewusst muss er die Angebetete auch zur Figur der Matrix gemacht haben, in der Trinity noch festhängt.

Die Geschehnisse des zweiten und dritten Teils der Saga werden nun zum Anlass für die Rückkehr von Anderson in die Matrix. Mit Hilfe einiger Fans will er Trinity befreien, die von künstlichen Maschinen am Leben erhalten wird, welche die Menschheit versklavt haben. Aus ihrem Körper saugen sie ihren Lebenssaft. Auf den Fersen sind Neo, Morpheus und den anderen wie immer Agent Smith (Hugo Weaving) und seine Men in Black, die keinen Humor oder andere Gefühle kennen.

Der erste, 1998 in Sydney gedrehte Teil, kostet rund 63 Millionen US-Dollar und spielt weltweit rund 463 Millionen US-Dollar ein. Zur Opulenz des Films und seiner Kampfszenen trägt vor allem der Bullet-Time-Effekt bei. Das ist eine Erweiterung der Zeitlupenfotografie, für das 122 Spiegelreflex- und 2 Filmkameras synchronisiert ausgelöst werden. So kann die Szene verlangsamt, gestoppt oder rückwärts abgespielt werden, während zugleich eine Kamerafahrt in dieser scheinbar zeitverlangsamten Welt möglich ist.

Einem Schub gibt der Dreh auch der Vervollkommnung des Motion-Capture-Verfahrens, bei dem menschliche Bewegungen durch Hunderte auf Spezialanzügen angebrachten Sensorenchips erfasst, vom Computer gespeichert und dann auf künstlich erstellte Modelle des Menschen im Computer übertragen werden. Die neue Filmfigur kann dann digital in das aufgenommene Filmmaterial einkopiert werden.
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Carrie-Anne Moss, Laurence Fishburne und Keanu Reeves in: Matrix Reloaded
Rückkehr in die Matrix
Nach dem Erfolg von Matrix schreiben die Wachowskis 2003 mit "Matrix Reloaded" und "Matrix Revolutions" die Geschichte Neos und Trinitys fort. Hinzu kommen zudem neun Anime-Kurzfilme namens "Animatrix", die im Internet und vor anderen Kinofilmen gezeigt und schließlich alle auf einer DVD veröffentlicht werden. Zugleich macht "Matrix" auf Spielkonsolen und Onlinegame sowie als Merchandise Karriere.

Für die Wachowskis ist die Trilogie damit eigentlich abgeschlossen. Die Resonanz auf ihre folgenden Projekte wie "V wie Vendetta" oder "Speed Racer" ist allerdings eher unbefriedigend. So lassen sie sich überreden, im Zeitalter der unendlichen Leinwandsagen ein weitere Kinofortsetzung namens "Matrix Resurrections" zu inszenieren und die Story nochmal auf Anfang zu setzen.

Gedreht wird in den USA und in Studio Babelsberg, wohin es die Geschwister Wachowski seit dem Dreh von "V wie Vendetta" immer wieder zieht. In den Hallen vor den Toren Berlins und weiteren Sets in Deutschland entsteht auch die Adaption von "Cloud Atlas", den sie gemeinsam mit Tom Tykwer realisieren.
erschienen am 29. Dezember 2021
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Matrix (Kinofilm)
Science-Fiction und Computerwelten waren sich nie so nah wie im Actioner der Brüder Wachowski. Nicht zuletzt die sensationellen Effekte haben "Matrix" zu Kult werden lassen. Computer-Spezialist Thomas "Neo" Anderson (Keanu Reeves) kämpft mit Morpheus (Laurence Fishburne) und dessen Anhängern gegen die Fremdbeherrschung der Menschen durch Maschinenwesen. Doch ihr Kampf scheint aussichtslos. Neo muss zunächst erkennen, dass vielleicht er der lang ersehnte Retter der Menschheit ist.
Matrix Reloaded (Kinofilm)
Thomas Anderson stellt sich den Maschinen im Matrix-Sequel gleich im Doppelpack. Mit seinen Mitstreitern Morpheus (Laurence Fishburne) und Trinity (Carrie-Anne Moss) versucht er erneut, die Matrix zu knacken und die Menschheit aus ihrer Scheinwelt zu befreien. Hacker Neo (Keanu Reeves) und die Leiter des Wiederstands kämpfen weiter für Freiheit und Wahrhaftigkeit des menschlichen Daseins.
Alles Matrix, oder was? Der zweite Teil der Saga, "Matrix Reloaded", lockte im Frühjahr zwar die Massen in die Kinos. Trotz spektakulärer Elemente hielt er aber doch nur für die Produzenten (Einnahmen ohne Ende) und hartgesottene Fans (Neo ohne Ende), was er versprach. Nun ruhen die Hoffnungen auf "Matrix Revolutions", der die Trilogie zu einem würdigen Ende führen soll.
Welche Pille darf es sein, Mr. Anderson (Keanu Reeves)? Die Blaue, die Du täglich einnimmst? Dann ist dir ein Leben als depressiver Computer-Nerd sicher. Oder soll er lieber die rote Tablette nehmen? Dann kehrt Anderson wie von Morpheus (Yahya Abdul-Mateen II) vorausgesagt als Heilsbringer Neo in die wirklich existierende Matrix zurück.
Weitere Features
Vom Videospiel zum Film und zurück
Mumien, wie Hollywood sie sieht
2022