Feature
UIP
Kate Winslet in: Das Leben des David Gale
Engagiertes Plädoyer gegen die Todesstrafe
Kevin in der Todeszelle
Engagiertes Statement zu einer wichtigen gesellschaftspolitischen Frage. Der spannende Thriller ist recht hausbacken, kann aber dank der soliden schauspielerischer Leistungen doch überzeugen. Die Story: Philosophieprofessor David Gale (Kevin Spacey) engagiert sich für die Abschaffung der Todesstrafe. Wer hätte sich träumen lassen, das ausgerechnet er sich eines Tages in der Todeszelle gegen ein gewaltsames Ende aufbäumen muss.
Von  Judy Born/Filmreporter.de,  12. März 2003
Als vor mehr als zwei Jahren die Auseinandersetzungen der Writers Guild und der Schauspielergewerkschaft mit der Filmindustrie immer schwieriger wurden, drohte Hollywood ein schmerzhafter Streik. Es galt als sicher, dass für eine nicht vorhersehbare Dauer, kein Darsteller mehr vor eine Kamera treten, kein Autor die beauftragten Dialoge zu den Produzenten tragen würde. In Panik wurden Filme aus dem Boden gestampft, hektisch produziert, Zusagen von Schauspielern eingeholt und Verträge unterzeichnet, um für den Fall der Fälle einige Eisen im Feuer zu haben. Die oft mittelmäßigen Ergebnisse sind schnell wieder aus den Kinos verschwunden.
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Kevin Spacey in: Das Leben des David Gale
Auch die Realisierung von "Das Leben des David Gale" gründet auf dieser Hektik. 1998 war das Drehbuch entstanden und von Warner gekauft worden. Da lag es gut, bis sich endlich Nicolas Cage's Produktionsfirma dafür interessierte. Der war mit Projekten derart eingedeckt, so dass er bereitwillig Regisseur Alan Parker den gesellschaftskritischen Stoff überlies. Parker, zuletzt mit "Evita" und "Die Asche meiner Mutter" im Kino erfolgreich, hat die fiktive Story konventionell umgesetzt. David Gale (Kevin Spacey) ist des Mordes und der Vergewaltigung an seiner langjährigen guten Freundin Constanze (Laura Linney) angeklagt und zum Tode verurteilt worden. Vier Tage vor seinem Hinrichtungstermin erklärt er sich bereit, gegen ein Honorar von einer halben Million Dollar, ein Interview zu geben. Er besteht darauf, dass Bitsy Bloom (Kate Winslet) den Job bekommt. Sie fährt gemeinsam mit einem jungen Kollegen nach Austin, Texas, um sich dort an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils für ein paar Stunden David Gales Geschichte anzuhören.
Bitsy Bloom ist eine nüchterne, sachliche Reporterin, die nicht gewillt ist, sich von ihrer Objektivität abbringen zu lassen. Nicht von Gale, nicht von seinem Anwalt oder ihrem jungen Verlagskollegen. Doch David Gale breitet Stück für Stück sein verfahrenes Leben vor ihr aus. In Rückblenden erlebt der Zuschauer, wie der erfolgreiche Philosophieprofessor sich von einer Studentin zum harten Quickie überreden lässt, um ihn danach wegen Vergewaltigung anzuzeigen. Er verliert seinen Job, Frau und Kind und hat - obwohl er freigesprochen wird - einen Knacks fürs Leben abbekommen. Keine Uni will ihn mehr anstellen und so arbeitet er nach mehreren Alkoholexzessen als Angestellter eines Elektrohandels. Nur Constanze, mit der er gemeinsam bei der Organisation "Death Watch" den Kampf gegen die Todesstrafe führt, ist ihm als gute Freundin geblieben ...und der Whiskey. Als selbst die "Death Watch"- Leitung nicht mehr mit ihm assoziiert werden will, stürzt David Gale endgültig ab.
Szene aus: Das Leben des David Gale
Je mehr Bitsy Bloom erfährt, umso mehr Fragen hat sie an Gale. Zu viele Ungereimtheiten stören sie an der Geschichte. In ihren freien Stunden sucht sie nach Beweisen für und gegen Gales Schuld. Ihr will es nicht in den Kopf, dass der Philosophieprofessor Constanze vergewaltigt und ermordet haben soll. Tatsächlich findet sie Hinweise, die eindeutig gegen die Tat sprechen. Aber die Zeit verrinnt...

In 38 Staaten der USA gilt die Todesstrafe. Texas führt die Liste der jährlichen Hinrichtungen an. Die Hälfte aller 2002 verhängten Todesurteile wurden im Land der Cowboys ausgeführt. Das Gefängnis von Huntsville im Osten des Bundesstaates ist seit langem der Ort, an dem die Exekutionen stattfinden. Hier sitzt auch David Gale, von dessen Unschuld der Zuschauer lange vor Bitsy Bloom überzeugt ist, doch die Antworten auf die vielen Fragen bleiben bis zum Schluss offen.
Von  Judy Born/Filmreporter.de,  12. März 2003
Zum Thema
Vier Tage und das Leben von David Gale geht zu Ende. Der geniale Universitätsprofessor ist wegen Mord und Vergewaltigung zum Tode verurteilt. Reporterin Bitsey Bloom begibt sich zu einem Interview in den Todestrakt. Dabei findet den Menschen hinter dem "Monster". Spannender Thriller von Alan Parker, der Charles Randolphs von Hollywood bisher gemiedene... mehr
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2021