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Beiträge von Cheops

Filmkritik zu American Psycho - 30.03.2011 14:47

Wenn es je einen Film gab, der das dekadente Leben und Treiben reicher Yuppies der USA in den Achtzigern beschrieb, so ist es der Horrorstreifen American Psycho, 2000 von Mary Harron mit Christian Bale als Patrick Bateman in einer sehr düsteren Hauptrolle als Yuppie ohne Geldsorgen. Bateman ist Börsenmakler, 27, eitel, gierig, absolut skrupellos und völlig wahnsinnig. Davon habe ich mir nun die Blu ray geholt und daher auch der Text. Patrick Bateman ist Musikliebhaber und Kenner, aber wenn er eine CD einlegt, wird es für die Menschen um ihn herum etwas brenzlig, denn Patrick Bateman ist auch ein Serienkiller, der die Leute gerne bei guter Rockmusik umbringt. Aber Bateman mordet auch ohne Musik. Einfach so. er tötet, wenn er eine andere Identität braucht, ihm die bessere Wohnung eines andere Yuppie gefällt und er tötet auch einfach so und ohne jeden Grund. Nur weil er sich von der Armut eines Bettlers genervt fühlt. Patrick Bateman ist mit Cynthia (Reese Witherspoon) verlobt, aber die bedeutet ihm nichts und er bezahlt dann doch lieber für Prostituierte, um diese dann mit einer Kettensäge bei Rockmusik zu tranchieren. Ein echt liebevolles Herzchen also und sonst ein Yuppie, wie er im buche steht. Patrick Bateman ist das Produkt des amerikanischen Alptraums der achtziger Jahre. Patrick Bateman ist ein Yuppie wie er im Buche steht: jung, gut aussehend und erfolgreich. In seiner Welt zählen nur Geld, die Mode, teure Uhren, perfekt gestylte Visitenkarten und der Ruf des Restaurants, das er mit seinen zweifelhaften Freunden, die alle, wie er Yuppie sind, aber die nur etwas weniger morden. Lässt man den Horror der Morde mal weg, ist es ein ziemlich gelungener Film, der die kaputte und geldgeile Atmosphäre der achtziger Jahre in den USA des Ronald Reagan einfängt und vermittelt. Für Christian Bale als Patrick Bateman eine absolute Spitzenrolle, in der den absolut gestörten Fiesling ziemlich perfekt heraushängen lassen darf. Die Botschaft des Filmes ist auch ziemlich eindeutig. Wer damals das Geld und die Macht hatte, der kam davon, was immer er auch angestellt hat. Auch das Ende des Patrick Bateman ist ziemlich offen und wird erst in American Psycho 2, 2002 (Regie Morgan J. Freeman) von einer Rachel Newman (Mila Kuris) ziemlich final geklärt, die dann aber in Batemans Fußstapfen tritt. Der Film ist nicht ganz so spannend und weil der Film auch Anfang der Neunziger spielt, fehlt auch die Atmosphäre der achtziger Jahre etwas, aber auch Rachel mordet gekonnt und zielstrebig vor sich hin. Nur, dass Rachel Newman gar nicht Rachel Newman ist und sie dabei interessanterweise auf der Seite des Gesetzes steht, was dem Film dann wieder Spannung verleiht. So dekadent die Achtziger auch waren, es war eine schöne Zeit, trotz Reagan und auch trotz eines Helmut Kohl, denn es konnte ja eigentlich nur besser kommen und für eine kurze Zeit hatte man auch den Eindruck, dass es so wäre. Regisseurin Mary Harron hat das mit einem erstklassig aufspielenden Christian Bale das Buch von Bret Easton Ellis im Jahr 2000 in einen sehr spannenden Film umgesetzt, den ich sehr schätze und damit einen Meilenstein für die Karriere von Christian Bale gelegt. Es ist einer meiner Lieblingsfilme mit Bale, weil er da alle Facetten einer gestörten Zeit und eines kranken Menschen zeigen kann. Aus dem Stand 10/10 auf meiner persönlichen Wertung und eine Kaufempfehlung an jeden, der gute Thriller mag.


Filmkritik zu R.E.D. - Älter.Härter.Besser. - 30.03.2011 14:45

Immer, wenn es in Hollywood mal nicht so rund läuft und 2010 ist ein solcher Zeitpunkt, müssen die bewährten Schauspieler der alten Garde ran, um noch etwas zu retten. Unter dem Namen „R.E.D. – Älter, Härter, Besser“, im Original „RED – Retired Extremely Dangerous“, traten so große Namen, wie Bruce Willis, John Malkovich, Morgan Freeman und Helen Mirren an und sogar Ernest Borgnine mit seinen 93 Jahren wurde für eine Nebenrolle vor die Kamera geholt. Eine weitere Nebenrolle gab es für Richard Dreyfuss und alles zusammen ergab eine sehr unterhaltende und schwarzhumorige Abrechnung mit dem Jugendwahn. Allein schon diese Figuren machen den Film zu einer der besten Actionkomödien der letzten Zeit. Doch auch die Geschichte ist originell und kurzweilig. Zunächst spielt sie natürlich mit dem Alter der Protagonisten, doch nur um im Verlauf zu beweisen, dass dieses eigentlich unerheblich ist. Der Plot ist relativ simpel, aber von Regisseur Robert Schwentke sehr klug genutzt, um knallharter Action eine Grundlage zu geben. Nachts wird Moses in seinem Haus von einem Killerkommando überfallen. Es gelingt ihm, alle Angreifer kampfunfähig zu machen und sein völlig zerstörtes Haus mit dem Notwendigsten zu verlassen. Ein hoher amerikanischer Politiker benutzt die CIA, um durch sie eine Handvoll alter Agenten auszuschalten, die Zeugen seiner Verbrechen in den achtziger Jahren waren. Zumindest ist das so geplant, aber diese Agenten, vorneweg der nicht ganz so alte Bruce Willis als Exagent Frank Moses und seine Kollegen, unter ihnen John Malkovich als völlig paranoider Marvin Boggs, der mit seiner Paranoia manchmal gar nicht so falsch liegt, haben erstaunlicherweise Einwände gegen ihre Tötung. Karl Urban als CIA Killer William Cooper macht nicht ansatzweise eine so gute Figur wie die putzmunteren Geronten, die seine Ziele sind. Helen Mirren kann sich als Queen zwar Oscars fangen, aber wirklich überzeugen kann sie mich nur am schweren Maschinengewehr. Selbst die ehemaligen Feinde vom KGB ergreifen Partei und auch das wird laut und blutig. Bruce Willis, John Malkovich spielen so erfrischend und gut gelaunt, man fühlt sich die besten Zeiten von stirb langsam zurückversetzt. So machen die über 100 Minuten Action richtig Spaß. Der Film kommt auf meiner persönlichen Wertung auf glatte 10/10 und auf die Liste der anzuschaffenden Filme. Mit solchen Filmen kann man auch gelassen dem langweiligsten Feiertagsprogramm im Fernsehen entgegen sehen. Für das Kinojahr 2010 war „R.E.D.“ eines der wenigen Highlights, die dieses schwache Kinojahr erträglich machten. Wenn dieser Film 2011 auf DVD und Blu ray zu haben ist, gehört diese erfrischend vergnügliche Ballerei der alten Stars zumindest in meine Sammlung.


Filmkritik zu The King's Speech - 30.03.2011 14:42

Der Film The King’s Speech von Tom Hooper 2010 wurde ja bei der Oscarverleihung 2011 nur so mit Nominierungen und Preisen überhäuft und wie ich heute im Kino gesehen habe, so ziemlich mit Recht. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat sich offensichtlich und erfreulicherweise auf ihre Wurzeln besonnen und dem besten Film nicht nach den Effekten oder einer zweifelhaften politischen Aussage ausgesucht, sondern wirklich große Schauspielkunst geehrt. Colin Firth als schwer stotternder Herzog von York und späterer König Georg VI. Helena Bonham Carter als seine Frau und schließlich Geoffrey Rush als überzeugender Sprachtherapeut Lionel Logue haben echte Höchstleistungen geboten und der Film war bis auf die letzte Rolle erstklassig besetzt. Es ist nicht einfach nur eine Dokumentation über historisch belegte Fakten, sondern ein erstklassiger Film über den australischen Sprachtherapeuten Logue, wie er mit unkonventionellen Methoden dem Sprachfehler des Königs zu Leibe rückt. Waren Colin Firth. Geoffrey Rush und Helena Bonham Carter bisher nur durch bemerkenswerte Nebenrollen bekannt. Wie ‚Carter als Marla Singer in Fight Club, als Rote Königin aus Alice im Wunderland, auch gerne gebucht als böse Hexe in den Harry Potter Filmen und schließlich Rush als Captain Barbossa in den Fluch der Karibik Filmen, hat Regisseur Tom Hooper sie und sich selbst mit seinem Geniestreich The King’s Speech sehr verdient in die Reihen der Oscargewinner katapultiert. Zu der Sorte Gewinnern, die diesen Preis durch reine Spielfreude erworben haben und das ist in den letzten Jahren ja eher die Minderheit. Der Film lebt hauptsächlich von der Interaktion der beiden Männer, also des Königs und seines Therapeuten, hat historische Hintergründe und ist trotzdem keine Minute der gut zwei Stunden langweilig. The King’s Speech lief in Deutschland leider erst nach der Oscarverleihung an und daher konnte ich mir nicht früher ein Bild machen. So hat er mich überrascht und beeindruckt und wird einer der wenigen Höhepunkte des sonst eher mageren Kinojahrs 2011. Er ist zwar als Drama gedacht, aber hat durchaus eine Menge heiterer Momente. Mir hat alles an diesem Film gefallen, was ihn sofort auf 10/10 in meiner persönlichen Wertung bringt und da man sich gute Schauspieler immer wieder ansehen kann, auch auf die Liste der anzuschaffenden Filme.


Filmkritik zu Tödliches Kommando - 17.11.2010 15:01

Mit diesen blödsinnigen Worten im Vorspann beginnt der, meiner Meinung nach völlig überbewertetem Durchhaltefilm „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, der 2010 allen Ernstes als bester Film ausgezeichnet wurde. Bei der Oscarverleihung 2010 war ich nur angefressen, als dieser Film der beste von 2009 sein sollte, nun habe ich ihn auf Sky gesehen und bin echt sauer. Der Film von Kathryn Bigelow ist zwar schon aus dem Jahr 2008, fiel im Kino kaum positiv auf und beim Publikum erst mal durch, aber die Academy of Motion Picture war wohl der Meinung, man sollte das Interesse der Öffentlichkeit mit einem Oscar als bester Film wachrütteln und hat dafür das Meisterwerk „Avatar“, das schon satte zwei Milliarden Dollar eingespielt hat, auf die Plätze verwiesen. Jeremy Renner, der aus Filmen wie „S.W.A.T.“ und 28 Weeks later“ bekannt ist, spielt den Bombenentschärfer Staff Sergeant William James, der den Macho gibt und so lässig mit cool gemeinten Sprüchen Bomben entschärft, wie andere Männer an Toastern schrauben. Wenn er dieses, im Film völlig ungefährliche Handwerk, natürlich erfolgreich erledigt hat, erholt er sich in der Kaserne dann a einem PC bei bunten Ballerspielen. Der Krieg im Irak ist bei Frau Bigelow eine ziemlich saubere Angelegenheit, aber bei mir ist er es nicht und schon gar nicht dieser Krieg, den es nur gibt, weil Bush gelogen hat. Soldaten, die als Besatzer mit Besetzten plaudern, als wären sie in einem Dorf in Texas und nicht im feindlichen Bagdad und auch mit Selbstmordattentätern mit Dynamit um den Bauch wird erst noch freundliche Konversation betrieben, bevor sie explodieren. Ansonsten hat der Film viele Längen, die mit amerikanischer Lebensweise der Soldaten gefüllt werden, die sich so aufführen, als wären sie zuhause im Dorf und nicht im feindlichen Bagdad. Regisseurin Kathryn Bigelow ging da sehr viel unkritischer ans Thema als ihr Exmann James Cameron, der genau das in Avatar in sehr schönen Bildern verarbeitet hat und zum Auftreten der Amerikaner anderen Menschen oder besser, Lebewesen, gegenüber recht kritisch und sehr unterhaltsam auf Distanz ging. Sie ist also eher für Krieg und er dagegen. Ich möchte nicht wissen, wie die Ehe der Beiden ausgesehen hat, aber sie war sicher unterhaltsamer als die quälenden 130 Minuten „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, bei der es mir mit jeder verstrichenen Minute schwerer fiel, die Entscheidung der Academy für dieses Werk als bester Film nachzuvollziehen. Zumal das Ende des Films dann noch sehr viel fragwürdiger ausfiel als sein lausiger Beginn. Frau Bigelow hat da einen amerikanischen Durchhaltefilm mit Videospieloptik für die Playstation-Generation abgeliefert, aber das hat herzlich wenig mit gutem Kino zu tun, sondern eher mit schlechter Politik. Nur für sowas bezahlt heute keiner mehr eine teure Kinokarte. Ich zumindest nicht und daher ist mein Urteil und meine persönliche Wertung dann auch eher vernichtend. Ich würde direkt in den negativen Bereich tendieren und dieses (Mach)Werk mit -10/10 ansiedeln. Es gibt selbst von Uwe Boll Filme, die mich sehr viel weniger gelangweilt haben und Amerika hat sich seit 2008 auch verändert, aber das scheint der Academy offenbar entgangen. Der Trailer war wohl noch das Beste am Film.


Filmkritik zu Salt - 17.11.2010 14:59

Das Kinojahr 2010 ist bis auf einige sehenswerte Filme ein ziemlich dürftiges und nach der großen Ausnahme ‚Inception’ von Christopher Nolan hat Regisseur Phillip Noyce mit "Salt" einen Action und Agententhriller vom Feinsten abgeliefert. Hauptdarsteller ist keiner der üblichen Verdächtigen, die im Kino sonst den Harten geben, sondern eine putzmuntere, überzeugend aufspielende Frau Pitt, also Angelina Jolie, die ihre Actionerfahrungen als Lara Croft in ‚Tomb Raider’ einbringen konnte. Nur diesmal nicht in Fantasy, aber sie gab trotzdem alles. Nun ist Angelina Jolie auch keine Katie Holmes, die sich von ihrem Mann in der Küche festbinden lässt, sondern sie hat auch in ihrer Ehe mit Brad Pitt gute Filme gedreht. So ist z.B. "Wanted" von 2008 mit James McAvoy ein recht unterhaltsamer Thriller über einen Geheimbund von Mördern. In ihrem aktuellen Film ‚Salt’ spielt sie die CIA-Agentin Evelyn Salt, die einen russischen Überläufer verhört. Der eröffnet ihr, in der CIA gäbe es einen russischen Schläfer, der an einem bestimmten Tag einen Politiker umbringen soll und dieser Schläfer trägt den Namen Evelyn Salt. Was dann beginnt, ist ein rasanter Action und Agententhriller, wie ich sie aus den Zeiten von Sean Connery, Roger Moore und Bruce Willis in Erinnerung habe, aber in der Optik und den technischen Möglichkeiten des neuen Jahrtausends. Salt wird in aberwitzigen Wendungen nicht nur von einem Geheimdienst gejagt und man hat manchmal Mühe, der Handlung zu Folgen. Nur, anders als Daniel Craig als Bond, der 2006, die Älteren erinnern sich, bei den Dreharbeiten zu Casino Royale, nicht einmal ein Boot, ohne Schwimmweste betreten wollte, brachte Angelina Jolie durch großen eigenen körperlichen Einsatz den Charme solcher Thriller wie ‚stirb langsam’ zurück. Wie in ’Wanted’ sprang sie aus fliegenden Helikoptern, lief über fahrende Autos und Züge, als hätte sie nie anderes getan, ohne ein Stuntdouble zu bemühen. Damit ist ‚Salt’ eine gelungene Hommage an die Actionfilme der achtziger Jahre, als die Schauspieler noch überzeugten und weniger die durchgestylte Technik, aber dafür in straffem Tempo und fließenden Schnitten. So ist diese 100 Minuten lange spaßige Action-Orgie mit einer omnipräsenten Hauptdarstellerin ein Film, der auf meiner persönlichen Wertung 9/10 Punkten erreichte, der den Weg ins Kino gelohnt hat und die auch die Anschaffung von DVD oder Blu ray ins Auge fassen lässt. Diese Art Spannung ist es wert, sie sich zuhause ins Regal zu stellen und für einen der vielen endlosen Feiertage noch einmal aufzuheben. Zumindest von der Blu ray weiß ich relativ sicher, dass sie Anfang Dezember mit einem Wendecover zu haben sein wird und daher habe ich sie auf der Liste.


Filmkritik zu Get Smart - 17.11.2010 14:56

Wobei Get Smart ja eigentlich eher der Film zu Mel Brooks Fernsehserie Mini-Max aus den sechziger Jahren ist. Die Organisationen Kontrol und KAOS arbeiten nun im Untergrund und mit neuer Besetzung, da Don Adams, der originale Minimax, wie er in den siebziger Jahren als *Mini-Max oder Die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart* ausgestrahlt wurde, nicht nur recht alt, sondern seit 2005 sogar ziemlich tot ist, nun durch Steve Carell ersetzt wurde, der in *Evan Allmächtig* einen eher unlustigen Auftritt hatte. Als Minimax oder Agent 86 konnte er schon sehr viel eher überzeugen. Für mich in meinem Alter nicht unbedingt der Brüller, denn ich war Fan der Serie und des unglaublich trockenen Humor des Don Adams, aber das alte Intro mit den vielen großen Türen, Anne Hathaway als Agent 99 und der Telefonzelle als Lift hat mich wieder versöhnt. Über die Handlung muss man nicht viel sagen, denn die ist, damals wie heute, nur der Aufhänger für eine Menge Slapstickeinlagen von Maxwell Smart. Anne Hathaway als Agent 99 für die inzwischen 80 jährige Barbara Feldon ist nicht nur optisch ein guter Ersatz. Die kleine Journalistin, die sogar dem Teufel Meryl Streep widerstand, der Prada trug, konnte auch hier alle ihre Talente austoben und gab dabei dem Film eine sehr feminine Note. Auch Alan Arkin als Chef von CONTROL als Ersatz für den seit 1974 ziemlich toten Edward Platt konnte überzeugen. Terence Stamp als Siegfried des bösen Agentenring KAOS war sehr gut plaziert. Es gibt jede Menge hanebüchenen Unsinn und durchdachter Action und es ist Hauptdarsteller Steve Carell, der mit seiner Ernsthaftigkeit, mit Hilflosigkeit und dem Ringen um Würde im ewigen Scheitern umwerfend komisch und rührend zugleich wirkt. Grandios eine Szene in einem Flugzeugklo, bei der er sich mit einem wirklichen Mehrzweckmesser, das aus dem Labor des Q aus den alten Bondfilmen kommen könnte, beinahe selbst massakriert. So gesehen kommt der Film bei mir sogar auf 8/10 in der persönlichen Wertung und eine Kaufempfehlung für alle, die es auch mal albern mögen. Carell hat mit seiner Rolle in diesem Film alle seine früheren Flops wettgemacht. Wie bei Will Ferrell in „Schräger als Fiktion“ brauchen auch nicht allzu talentierte Schauspieler nur den richtigen Film, um in einer Rolle auch mal zu glänzen und nicht zu langweilen. Selbst der ehemalige Wrestler Dwayne Johnson als fieser Agent 23 wirkt in Get Smart ziemlich authentisch. Die Grenzen dieser Regel des guten Drehbuchs sehe ich allerdings bei Til Schweiger, denn der wird nie über die Rolle des teutonischen Barbaren in ausländischen und als öliger Macho in deutschen Filmen nie hinauskommen, denn Leuten wie Will Ferrell und eben Steve Carell verfügen ja zumindest über ein Minimum an Begabung. Get Smart, die 110 Minuten lange, aber nie langweilige Agentenparodie ist dafür der beste Beweis!


Filmkritik zu R.E.D. - Älter.Härter.Besser - 17.11.2010 14:52

Immer, wenn es in Hollywood mal nicht so rund läuft und 2010 ist ein solcher Zeitpunkt, müssen die bewährten Schauspieler der alten Garde ran, um noch etwas zu retten. Unter dem Namen „R.E.D. – Älter, Härter, Besser“, im Original „RED – Retired Extremely Dangerous“, traten so große Namen, wie Bruce Willis, John Malkovich, Morgan Freeman und Helen Mirren an und sogar Ernest Borgnine mit seinen 93 Jahren wurde für eine Nebenrolle vor die Kamera geholt. Eine weitere Nebenrolle gab es für Richard Dreyfuss und alles zusammen ergab eine sehr unterhaltende und schwarzhumorige Abrechnung mit dem Jugendwahn. Allein schon diese Figuren machen den Film zu einer der besten Actionkomödien der letzten Zeit. Doch auch die Geschichte ist originell und kurzweilig. Zunächst spielt sie natürlich mit dem Alter der Protagonisten, doch nur um im Verlauf zu beweisen, dass dieses eigentlich unerheblich ist. Der Plot ist relativ simpel, aber von Regisseur Robert Schwentke sehr klug genutzt, um knallharter Action eine Grundlage zu geben. Nachts wird Moses in seinem Haus von einem Killerkommando überfallen. Es gelingt ihm, alle Angreifer kampfunfähig zu machen und sein völlig zerstörtes Haus mit dem Notwendigsten zu verlassen. Ein hoher amerikanischer Politiker benutzt die CIA, um durch sie eine Handvoll alter Agenten auszuschalten, die Zeugen seiner Verbrechen in den achtziger Jahren waren. Zumindest ist das so geplant, aber diese Agenten, vorneweg der nicht ganz so alte Bruce Willis als Exagent Frank Moses und seine Kollegen, unter ihnen John Malkovich als völlig paranoider Marvin Boggs, der mit seiner Paranoia manchmal gar nicht so falsch liegt, haben erstaunlicherweise Einwände gegen ihre Tötung. Karl Urban als CIA Killer William Cooper macht nicht ansatzweise eine so gute Figur wie die putzmunteren Geronten, die seine Ziele sind. Helen Mirren kann sich als Queen zwar Oscars fangen, aber wirklich überzeugen kann sie mich nur am schweren Maschinengewehr. Selbst die ehemaligen Feinde vom KGB ergreifen Partei und auch das wird laut und blutig. Bruce Willis, John Malkovich spielen so erfrischend und gut gelaunt, man fühlt sich die besten Zeiten von stirb langsam zurückversetzt. So machen die über 100 Minuten Action richtig Spaß. Der Film kommt auf meiner persönlichen Wertung auf glatte 10/10 und auf die Liste der anzuschaffenden Filme. Mit solchen Filmen kann man auch gelassen dem langweiligsten Feiertagsprogramm im Fernsehen entgegen sehen. Für das Kinojahr 2010 war „R.E.D.“ eines der wenigen Highlights, die dieses schwache Kinojahr erträglich machten. Wenn dieser Film 2011 auf DVD und Blu ray zu haben ist, gehört diese erfrischend vergnügliche Ballerei der alten Stars zumindest in meine Sammlung.


Filmkritik zu Inception - 01.09.2010 15:09

Christopher Nolan ist derzeit wohl der König Midas von Hollywood, denn alles was er anfaßt, wird zu Gold. Er hat mit Batman The Dark Knight wohl Blut geleckt, was Action angeht und hat nun mit Inception für Action gleich neue Maßstäbe gesetzt. Der Plot klingt eigentlich recht simpel, aber Nolan macht wesentlich mehr daraus. Sein Held Dominic Cobb, sogar ein Leonardo DiCaprio in einer Glanzrolle, soll eigentlich nur in die Träume fremde Gedanken implantieren, um diese Menschen gefügig zu machen. Bei Nolan sind diese Träume aber irrwitzige Reisen, in der physikalische Gesetze nicht nur keine Rolle mehr spielen, sondern von Nolan wie auf einer Klaviatur bedient werden und in denen selbst Zeit und Tod sind keine berechenbaren Faktoren, sondern eher veränderbare Randerscheinungen. Der Zuschauer wird nicht nur an die Grenzen jeder Realität geführt, sonder die wird locker übersprungen und er landet in vielen fremden Träumen. Nur sind die Träume in Inception nicht einfach nur Träume, wie sie jeder normale Mensch hat, sondern es sind Schlachtfelder in denen soviel geschossen und in die Luft gejagt wird, dass Belfast und Beirut in ihren wildesten Zeiten wie etwas lautere Kindergeburtstage anmuten. Einen relativ roten faden gibt es übrigens auch und in dem versucht Cobb dem Industriellensohn Fischer, ein beeindruckend böser Cillian Murphy, die Geheimnisse seines Vaters im Traum abzujagen. Dazu sucht er sich eine Truppe zusammen, die ihm diese Art Traum erst möglich macht und ihn mehr oder weniger begleitet. So richtig blickt der Zuschauer dabei nicht durch, weil die Handlung zur selben Zeit auf bis zu drei Orte verteilt ist und so zusätzlich für Spannung gesorgt ist. Bei so einem rasanten Wechsel zwischen Traum und Realität passieren noch einige unerwartete Dinge und die 150 Minuten Film werden nie langweilig. Es gibt nur einige Längen bei der unvermeintlichen Liebesgeschichte des Dominic Cobb, aber ein wenig Herz muss in Hollywood wohl sein und die Längen sind auch schnell genug vorbei. Die Besetzung ist ganz schlicht großartig, denn neben Leonardo DiCaprio sind Nolans Favoriten Sir Michel Caine, Ken Watanabe, Cillian Murphy aus Batman Begins, Tom Berenger und eine erfrischend aufspielende Ellen Page, die sich nach ihrer Schwangerschaft in JUNO recht gut erholt hat, dabei. Nach meinem Dafürhalten und wenn die Academy 2011 besser drauf ist als die 2010, sollte diesmal für Christopher Nolan mindestens ein Oscar drin sein. Nach Batman Begins und The Dark Knight ist Inception nun der dritte Film von Nolan, der auf meiner persönlichen Wertung locker auf 10/10 kommt. Ohne Übertreibung hat Nolan einen Film der optischen Superlative abgeliefert, der einem zuhause Krieg mit den Nachbarn beschert, wenn man ihn wie im Kino sieht und vor allem hört. Ein Film, der es schafft, den Zuschauer wirklich aus der Realität in eine eigene Welt zu holen und von solchen Filmen gibt es zu wenige. Wenn DVD bzw. Blu ray nur halb so gut in Bild und Ton wie im Kino sind, gibt es von mir auch noch eine Kaufempfehlung, denn der Film ist ganz großes Kino im positivsten Sinn dieses Wortes. Ich werde wohl doch den Krieg mit den Nachbarn riskieren und mir die Blu ray holen, denn bei dem Film lohnt das.


Filmkritik zu Kampf der Titanen - 01.09.2010 15:06

Aber mehr dann auch nicht. Den Gang ins Kino hätte ich bereut. Zum Inhalt ist ja überall genug geschrieben worden und den meisten Eindrücken kann ich mich anschließen. Als technischer Mangel fällt mir nur das lausige Dolby 3.1 auf, wo es hätte DTS sein können. Inhaltlich frage ich mich, warum es nun schon wieder Sam Worthington sein musste, der ja nun mit Terminator 4, Avatar und nun auch dem Kampf der Titanen wirklich in jedem größeren Film mit einer Hauptrolle bedacht werden musste, denn so gut ist der Mann als Schauspieler nicht. Aber es ging ja um ein Remake und genau da fällt es auch durch. Von Harry Hamlin, dem Perseus aus dem Original hat man danach auch nicht mehr viel brauchbares gesehen. Mir fehlt auch nicht die mechanische Eule von 1981. Mich stört eher der schwarze Rappen Pegasus, den man auch aus dem letzten Buch über die griechische Mythologie als weißen Schimmel beschrieben bekommt. Das mag man ja unter künstlerische Freiheit abhaken, aber Perseus wird ja auch von einem Menschen dargestellt und nicht von einem dressierten Affen. Auch wenn es nur Mythologie ist, an ein zwei Fakten kann man sich schon halten. Alles in allem, ein netter Film, den man zuhause nebenbei sehen kann, der aber auf meiner persönlichen Wertung nicht mehr als 5/10 erreicht. Ich schreibe ja sonst gerne mehr, aber an diesen Film möchte ich nicht zuviel Worte verschwenden. Es geht gerne mal daneben, wenn versucht wird, fehlendes schauspielerisches Können im Film durch zuviel CGI zu kompensieren. So auch hier.


Filmkritik zu Kampf der Titanen - 01.09.2010 15:04

Aber mehr dann auch nicht. Den Gang ins Kino hätte ich bereut. Zum Inhalt ist ja überall genug geschrieben worden und den meisten Eindrücken kann ich mich anschließen. Als technischer Mangel fällt mir nur das lausige Dolby 3.1 auf, wo es hätte DTS sein können. Inhaltlich frage ich mich, warum es nun schon wieder Sam Worthington sein musste, der ja nun mit Terminator 4, Avatar und nun auch dem Kampf der Titanen wirklich in jedem größeren Film mit einer Hauptrolle bedacht werden musste, denn so gut ist der Mann als Schauspieler nicht. Aber es ging ja um ein Remake und genau da fällt es auch durch. Von Harry Hamlin, dem Perseus aus dem Original hat man danach auch nicht mehr viel brauchbares gesehen. Mir fehlt auch nicht die mechanische Eule von 1981. Mich stört eher der schwarze Rappen Pegasus, den man auch aus dem letzten Buch über die griechische Mythologie als weißen Schimmel beschrieben bekommt. Das mag man ja unter künstlerische Freiheit abhaken, aber Perseus wird ja auch von einem Menschen dargestellt und nicht von einem dressierten Affen. Auch wenn es nur Mythologie ist, an ein zwei Fakten kann man sich schon halten. Alles in allem, ein netter Film, den man zuhause nebenbei sehen kann, der aber auf meiner persönlichen Wertung nicht mehr als 5/10 erreicht. Ich schreibe ja sonst gerne mehr, aber an diesen Film möchte ich nicht zuviel Worte verschwenden. Es geht gerne mal daneben, wenn versucht wird, fehlendes schauspielerisches Können im Film durch zuviel CGI zu kompensieren. So auch hier.


Filmkritik zu Alien vs. Predator - 03.03.2010 21:14

4.0 von 5 Sternen Monsterparty, 3. März 2010 Ich habe es getan. Ich habe mir den Film *Alien vs Predator* gegen alle Warnungen geholt und ich war aber nicht sehr enttäuscht. Dieses Mal die Fassung auf Blu ray Natürlich hatte der Film absolut nichts mit der Alien Quadrology zu tun, denn die war ja in sich abgeschlossen. Beim Predator liegt der Fall etwas anders und da waren eigentlich alle Optionen offen. Ob der nun zum dritten Mal Reihenweise gute oder böse Menschen gegrillt hätte, oder eben ein Date mit einem (anderen) Alien hat, das war mir zumindest völlig egal. Was ich da gekauft habe, war optisch und akustisch ein exzellentes Futter für das moderne Heimkino. Die Handlung hat zwar keinerlei Bezug zu den vorangegangen Filmen, aber das macht die schrullige Handlung ohnehin nicht nötig. Das Lance Henriksen der einzige Schauspieler ist, den man aus anderen Filmen und dem fernsehen noch kennt, tut dann eigentlich auch nichts mehr zur Sache. Der Plot ist dafür denkbar einfach und sehr unterhaltend umgesetzt. Ein schrulliger Milliardär(Lance Henriksen aus Alien- Die Rückkehr und Millennium), der sonst schon alles hat, will nun partout eine geheimnisvolle Wärmequelle in der Antarktis untersuchen und heuert ein Spitzenteam von entsprechenden Fachleuten an, fährt zum Südpol geraten dort dann alle in die Monsterparty von Alien gegen Predator und werden dann natürlich nach allen Regeln der Kunst und mit Dolby dts sehr effektvoll zwischen den kämpfenden Monstern aufgemischt und natürlich dezimiert. Bei der Überschrift *Alien vs. Predator* hatte ich auch absolut nichts anderes und schon gar kein opulentes filmisches Kunstwerk erwartet. Deswegen habe ich den Film auch nicht im Kino gesehen, sondern ihn mir für zuhause aufgehoben. Eine Version dieses Filmes hatte ich ja schon aus dem Internet, aber da war der Klang logischerweise alles andere, als überzeugend. Nun habe ich den Film sogar auf Blu ray und meine Anlage reagiert begeistert, Der Ton in sauberen DTS und eine Bildqualität, die mich von der Eignung der BD-Technik für diese Art Filme mal wieder überzeugt. Nur das fehlende Wendecover empfinde ich 2010 als beleidigend, denn die FSK 16 muss man ja nicht im Nachbarhaus sehen.


Filmkritik zu Up in the Air - 01.03.2010 03:59

An und für sich halte ich das Jahr 2010 für ein schlechtes Kinojahr, denn 2008 und 2009 waren da einfach zu stark, aber mittlerweile hat meine, die beste Freundin von allen, ein recht glückliches Händchen für gute Filme entwickelt. Genau wie Jason Reitman ein Gefühl für Themen aus dem Alltag hat, aus denen er unterhaltsame Filme macht. 2005 machte er mit „Thank You for Smoking“ eine böse Satire über den Lobbyismus und 2007 mit „Juno“ eine gefühlvollen und witzigen Film über Kinder, die Kinder bekommen. Nun, mit Up in the Air einen Film über die Schattenseiten des real existierenden Kapitalismus in der Krise. Eigentlich ein Drama, aber George Clooney macht es unterhaltend. Unternehmen, die nicht den Mut haben, ihre Leute selbst zu feuern, mieten sich dafür einen Mann fürs Grobe, den charmanten Ryan Bingham (George Clooney), der den Menschen ihre Entlassung so verkauft als hätten sie im Lotto gewonnen und nicht ihre Arbeit verloren. Ryan Bingham ist ein Vielflieger, der es sichtlich genießt, völlig ungebunden zu sein. Dann bricht aber die junge Natalie (Anna Kendrick) in sein Leben ein, die alle Entlassungen noch unpersönlicher zu machen und mit Videokonferenz über das Internet abzuwickeln. Das kommt allerdings gar nicht gut an, also muss Ryan sie mit auf Reisen nehmen, um sie in sein Geschäft einzuweisen. Nun hat aber Ryan schon eine lose Beziehung mit der Geschäftsfrau Alex Goran (Vera Farmiga „Der Manchurian Kandidat“ und ‚Running Scared’) zu laufen und so ziehen sie bald zu dritt durch die USA. Der Film lebt aber größtenteils von den zielsicheren Feinheiten, die Reitman auch hier wieder eingebaut hat. Wie verschieden Menschen auf verschiedene Art jede Haltung und Fassung verlieren, wenn sie von ihrer Entlassung erfahren. Szenen voller Drama und auch Komik und für viele Menschen nachvollziehbar, denn diese Situation kennen heute viele Menschen. Ich selbst wäre vor 10 Jahren lieber von George Clooney erfahren, dass ich vorzeitig in Rente muss, als von dieser, bis zur Unkenntlichkeit zur Personalchefin gewendeten Kaderleiterin von der SED. So habe ich zu diesem kleinen Film auch eine gute Beziehung aufbauen können, die mir 9/10 wert ist. 110 Minuten Film, die gelohnt haben, weil Clooney als Komödiant mit Tiefgang glänzen kann.


Filmkritik zu Star Trek - 13.02.2010 19:48

Eigentlich war ich ja ziemlich skeptisch, als ich 2002 nach Star Trek Nemesis gelesen habe, Star Trek XI solle ein Prequel werden das tatsächlich vor der Serie mit William Shatner von 1966 spielen sollte, aber nun bin ich doch überrascht, denn Regisseur J. J. Abrams hat mit Star Trek XI den ersten Film abgeliefert, der selbst mich überzeugte. Er hat zwar mit der Serie Raumschiff Enterprise nur dem Namen nach zu tun, aber Chris Pine spielte den Capt. James T. Kirk sehr viel erfrischender und glaubwürdiger, als es William Shatner, der sich alle 79 Folgen von Star Trek TOS, in der er sich den Bauch wegbinden musste, je getan hat. Obwohl in Star Trek Nemesis genug Cliffhanger für eine Fortsetzung von TNG gegeben hat, Data überspielte sein Gedächtnis in den baugleichen B4 und das gottesähnliche Wesen Q hätte alles andere richten können, war J. J. Abrams so mutig und fing ganz von vorne, also vor TOS bei Kirk an. Obwohl ein Tod der Crew von TNG ein sauberer Abschluss gewesen wäre. Zachary Quinto als Spock ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber noch wandelt ja im Film Leonard Nimoy als alter Botschafter Spock durch Zeit und Raum. Abrams Vorstellung vom Verlauf der Zeit könnte man seltsam nennen, aber seine Variante, wie und wo sich die Besatzung der Enterprise zusammensetzt, die entbehrt nicht einer gewissen Komik. Der Arzt Leonard „Pille“ McCoy, der von einem Karl Urban überzeugend gegeben wird, ist fast so ein Brüller, wie der junge Steuermann Pavel Chekov, der so radebrechend spricht, als sei er frisch aus Russland entwischt. Genial auch die Idee, den jungen Lt. Montgomery Scott von Simon Pegg geben zu lassen. Dreh und Angelpunkt des Films war dann auch nicht die langweilige Suche nach neuen Planeten, sondern mit viel Action gespickt, der Kampf gegen den Finsterling, den Romulaner Nero, der mit einem beeindruckenden Raumschiff und einem Zeug namens Rote Materie Planeten in die Luft, oder besser, in den Raum sprengte. Ein Prequel der alten Serie kann der Film allerdings nicht sein, denn Abrams hat es sich nicht nehmen lassen, seinen Schurken Nero einen der wichtigsten Planeten der Föderation der vereinten Planeten pulverisieren zu lassen, der auch ein wesentlicher Bestandteil der alten Serien TOS, TNG und in einigen Filmen war. Ich habe in bald 40 Jahren so ziemlich alle Folgen von Raumschff Enterprise teilweise sogar mehrmals gesehen, genau wie alle Folgen von Star Trek TNG seit 25 Jahren und wenn ich Star Trek XI richtig interpretiere, war das der Pilotfilm für eine neue Serie, auf die ich mich sogar freuen würde. Was J. J. Abrams mit Mission Impossible 3 und mit LOST bei mir nicht gelungen ist, bei Star Trek hat er mich überzeugt, er hat ein Händchen für Science Fiktion. Auch wenn es schwere Kost für fundamentalistische Trekkies ist, Abrams ist ein Film gelungen, der von mir 9/10 Punkten für gute Unterhaltung auf meiner persönlichen Wertung bekommt. Zumal Blu ray und DVD ein Wendecover besitzen. Dazu nun eine neue Serie und die Sache wäre rund und würde neuen Schwung in das Thema Star Trek bringen.


Filmkritik zu Inglourious Basterds - Collector's Box - 03.02.2010 14:44

Als ich zum ersten Mal von Tarantinos neuste Film „Inglourious Basterds“ gehört und gelesen habe, dachte ich irgendwie nur ein schlichtes Remake von Robert Adrichs „Das dreckige Dutzend“ von 1967 vor Augen, aber das Einzige, was Inglourious Basterds mit dem Dreckigen Dutzend gemein hat, ist absolute Starbesetzung, bei der nicht einmal ein Til Schweiger allzu negativ auffallen konnte, denn er war nur ein bekanntes Gesicht von vielen. Die Riege der deutschen Schauspieler war so gut und großartig wie das Drehbuch von Quentin Tarantino. Allen voran ein überirdisch guter Christoph Waltz, der als SS-Standartenführer Hans Landa alle anderen Protagonisten dieses Films, Megastar Brad Pitt eingeschlossen, gleich mehrsprachig an die Wand spielte. Eine Leistung, die nach meinem Ermessen doch mit mindestens einem Oscar gewürdigt werden sollte. Der Plot des Films und fast ähnlich wie die vom „Dreckigen Dutzend“ von 1967. nur sind die Basterds nicht aus einem Haufen Verurteilter rekrutiert, die nur so am Leben bleiben können. Diesmal sind es jüdische Freiwillige, die unter dem Kommando von Brad Pitt als indianischem Lt. Aldo Raine, die ganz freiwillig nur eines im Kopf haben: Sie wollen jede Menge Nazis töten und diese als Beweis für deren Ableben nach guter amerikanischer Sitte dann zu skalpieren. Dreh und Angelpunkt der Handlung ist dann ein Kino in Paris, in dem die ganze Führungselite der Nazis die Premiere eines Durchhaltefilms über den Scharfschützen Frederick Zoller, sehr gut und auch mehrsprachig gespielt von Daniel Brühl, feiert und wo nicht nur die Inglourious Basterds den Nazis ans Leder wollen, sondern auch die jüdische Besitzerin des Kinos einen Anschlag plant. Diese ist einer Metzelei von SS-Standartenführer Hans Landa zu Beginn des Films entkommen und bei der schließt der Gedankengang des Quentin Tarantino dann auch. Der hat, zugegeben, eine recht eigene Sicht auf den Verlauf der Geschichte, aber genau daher geht man ja auch ins Kino. Wer nur wissen will, was damals wirklich geschah, dem reicht auch eine Dokumentation über Hitlers Fußpfleger on Guido Knopp im ZDF. Mir und der besten Freundin von allen ist da dann doch das Kino lieber, in dem Quentin Tarantino seine ganz eigene Interpretation vom Verlauf des Zweiten Weltkriegs zeigt.“Inglourious Basterds“ ist ein sehr unterhaltsamer Film, in dem es sehr textlastig, aber teilweise auch recht blutig zugeht, aber die knapp 160 Minuten waren, bis auf ein paar erklärende Längen in Kapitel 1, keine Sekunde langweilig. Auf meiner Wertung gibt es eine glatte 10/10 und ich hoffe, die Academy of Motion Picture Arts and Sciences würdigt die Leistung von Christoph Waltz mit einem Oscar. Ich zumindest werde ihn mit dem Kauf der DVD belohnen, denn Tarantino hat seine Krise überwunden und hat aus einem faden Thema einen unterhaltsamen Film gemacht. Nach „The Wrestler“ und „Illuminati“, der sich angenehm von seinem Vorgänger "Da Vinci Code - Sakrileg" unterschied, war „Inglourious Basterds“ der dritte Kinogang von vier, der wirklich gelohnt hatte. „Brüno“ ging an mir vorbei, denn den fand ich zumindest weniger überzeugend als sein Vorgänger „Borat“. Aber „Inglourious Basterds“ hat einiges wieder ausgeglichen.Ein Film, mit dem Tarantino nach 15 Jahren wieder an die Qualität von "Pulp Fiktion" heran reicht.


Filmkritik zu Avatar - Aufbruch nach Pandora - 21.12.2009 14:18

Da es diesen Begriff so noch nicht gibt, sollte er für James Camerons Werk „Avatar - Aufbruch Nach Pandora“ erfunden werden, denn da war in 160 Minuten (!) Film alles enthalten. Wissenschaft als Hintergrund und für die Sinne eine wahre Orgie an Fantasy. Der Plot ist an sich sehr kurz. Die Erde hat im Jahr 2154 alle ihre natürlichen Ressourcen verbraucht und sucht nun im Weltraum nach Alternativen und sie auf dem Mond Pandora auch gefunden. Nur leben dort die humanoiden Ureinwohner, die Navi, die mit der Natur so im Einklang leben, wie einst die Indianer auf der Erde. Es sind große, schöne und sehr grüne Wesen, die aussehen wie eine gelungene Mischung aus Tolkiens Elben und Roddenberrys Vulcaniern. Diese Navi sollten von den Menschen durch sogenannte Avatare ausspioniert werden, von Klonen, die aus der DNS der Menschen und der der Navi gezüchtet worden sind und die den Navi bis aufs Haar gleichen. Einer dieser Menschen ist der Ex Marine Jake Sully, der im normalen Leben gelähmt im Rollstuhl sitzt, mit einer fulminanten Apparatur mit einem solchen und sehr beweglichen Klon verbunden ist und durch ihn ein neues Leben auf Pandora beginnt. Dort hat James Cameron, der Erfinder des „Terminator“, der der gerade die dritte Fortsetzung erlebte, Regisseur von „Aliens –die Rückkehr“ und der Macher von „Titanic“ mal wieder Kinogeschichte geschrieben. Seine Computeranimierten Fabelwesen übertreffen alles bisher dagewesene und setzt dem Kino Maßstäbe, wie sie zuletzt Peter Jackson mit „Herr der Ringe“ gesetzt hat. Im Film verliebt sich das Avatar von Jake Sully in die Navi Neytiri, wechselt prompt und absehbar die Seiten und wird nach einigen Problemen Angehöriger ihres Volkes. Er ritt als Navi auf ihren Fabelwesen, die irgendwo an Drachen und Flugsaurier angelehnt waren und kämpfte gegen die Menschen, die ihre Probleme mal wieder mit Gewalt lösen wollten. An seiner Seite und einer Einsicht folgend, Sigourney Weaver als Dr. Grace Augustine und Michelle Rodríguez als Pilotin Trudy Chacon. Cameron hatte sich an Weaver erinnert, die sich als Ellen Ripley durch seine „Aliens – Die Rückkehr“ schoss und es passte. Die kleine Lovestory zwischen Soldat und Außerirdischer sei seinem Film „Titanic“ geschuldet, aber dann war es das auch schon mit der Liebe. Ansonsten hat es Cameron mal wieder geschafft, denn sein „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ ist kein Film, den man einfach nur sieht, sondern einer, den man mit allen Sinnen erlebt. Ei Film, der mich visuell so verzaubert, der kommt auch auf glatte 10/10 auf meiner Wertung. Selbst im Wissen um den möglichen Ausfluss der FSK den mir die unfähige Zensursula beschert, freue ich mich dem Film auf die DVD, oder besser, auf die Blu ray, denn bei so einem Film lohnt diese Technik.


Filmkritik zu Inglourious Basterds - 26.08.2009 14:37

Als ich zum ersten Mal von Tarantinos neuste Film „Inglourious Basterds“ gehört und gelesen habe, dachte ich irgendwie nur ein schlichtes Remake von Robert Adrichs „Das dreckige Dutzend“ von 1967 vor Augen, aber das Einzige, was Inglourious Basterds mit dem Dreckigen Dutzend gemein hat, ist absolute Starbesetzung, bei der nicht einmal ein Til Schweiger allzu negativ auffallen konnte, denn er war nur ein bekanntes Gesicht von vielen. Die Riege der deutschen Schauspieler war so gut und großartig wie das Drehbuch von Quentin Tarantino. Allen voran ein überirdisch guter Christoph Waltz, der als SS-Standartenführer Hans Landa alle anderen Protagonisten dieses Films, Megastar Brad Pitt eingeschlossen, gleich mehrsprachig an die Wand spielte. Eine Leistung, die nach meinem Ermessen doch mit mindestens einem Oscar gewürdigt werden sollte. Der Plot des Films und fast ähnlich wie die vom „Dreckigen Dutzend“ von 1967. nur sind die Basterds nicht aus einem Haufen Verurteilter rekrutiert, die nur so am Leben bleiben können. Diesmal sind es jüdische Freiwillige, die unter dem Kommando von Brad Pitt als indianischem Lt. Aldo Raine, die ganz freiwillig nur eines im Kopf haben: Sie wollen jede Menge Nazis töten und diese als Beweis für deren Ableben nach guter amerikanischer Sitte dann zu skalpieren. Dreh und Angelpunkt der Handlung ist dann ein Kino in Paris, in dem die ganze Führungselite der Nazis die Premiere eines Durchhaltefilms über den Scharfschützen Frederick Zoller, sehr gut und auch mehrsprachig gespielt von Daniel Brühl, feiert und wo nicht nur die Inglourious Basterds den Nazis ans Leder wollen, sondern auch die jüdische Besitzerin des Kinos einen Anschlag plant. Diese ist einer Metzelei von SS-Standartenführer Hans Landa zu Beginn des Films entkommen und bei der schließt der Gedankengang des Quentin Tarantino dann auch. Der hat, zugegeben, eine recht eigene Sicht auf den Verlauf der Geschichte, aber genau daher geht man ja auch ins Kino. Wer nur wissen will, was damals wirklich geschah, dem reicht auch eine Dokumentation über Hitlers Fußpfleger on Guido Knopp im ZDF. Mir und der besten Freundin von allen ist da dann doch das Kino lieber, in dem Quentin Tarantino seine ganz eigene Interpretation vom Verlauf des Zweiten Weltkriegs zeigt.“Inglourious Basterds“ ist ein sehr unterhaltsamer Film, in dem es sehr textlastig, aber teilweise auch recht blutig zugeht, aber die knapp 160 Minuten waren, bis auf ein paar erklärende Längen in Kapitel 1, keine Sekunde langweilig. Auf meiner Wertung gibt es eine glatte 10/10 und ich hoffe, die Academy of Motion Picture Arts and Sciences würdigt die Leistung von Christoph Waltz mit einem Oscar. Ich zumindest werde ihn mit dem Kauf der DVD belohnen, denn Tarantino hat seine Krise überwunden und hat aus einem faden Thema einen unterhaltsamen Film gemacht. Nach „The Wrestler“ und „Illuminati“, der sich angenehm von seinem Vorgänger "Da Vinci Code - Sakrileg" unterschied, war „Inglourious Basterds“ der dritte Kinogang von vier, der wirklich gelohnt hatte. „Brüno“ ging an mir vorbei, denn den fand ich zumindest weniger überzeugend als sein Vorgänger „Borat“. Aber „Inglourious Basterds“ hat einiges wieder ausgeglichen.


Filmkritik zu Das Beste kommt zum Schluss - 06.05.2009 18:29

Nein, es ist kein neuer Bond, sondern ein sehr gelungener Film über Krankheit, Sterben und vor allem das Leben, wie man es genießen sollte. Zwei sehr aufgeräumte Megastars aus Hollywood, Jack Nicholson als der kranke Milliardär Edward Cole und Morgan Freeman als der ebenso kranke Automechaniker Carter Chambers spielen zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und die sich auf dem Krankenbett näher kommen. Beides echte Arbeitstiere und beide todkrank. Ein sehr textlastiger Film und kein Thema, was junge Mensche zu fesseln vermag, denn Krankheit und Tod sind im Normalfall nun mal was für die Alten. Eine echte Tragikomödie voller Witz und Ironie. Ich bin nun schon älter und auch nicht gesund und die Seitenhiebe gegen Gesundheitssystem im Allgemeinen und Krankenhäuser im Besonderen kamen bei mir an. Auch die Idee, dass der Mensch vor seinem Tod ein möglichst erfülltes Leben haben sollte, wird mit viel Witz und Charme an den Zuschauer gebracht. Der Automechaniker hat vor seinem Tod noch eine Liste mit dingen, die er im Leben noch abarbeiten will, der Milliardär die Begeisterung und das Geld, um diese Dinge noch zu erledigen und so ziehen beide los, veranstalten Rennen mit Ford Mustangs, springen aus dem Flugzeug und bereisen die Welt. So kommen der arrogante Milliardär, der Ärzte mit dem Finger befehligen kann und der kluge Mechaniker, der so ziemlich jedes Rätsel löst, sich näher und vertiefen sich in Gespräche voller schwarzem Humor und viel Tiefgründigkeit. Ein kleiner Film mit zwei großen Schauspielern, der zumindest meine volle Zustimmung bekommt und mit 10/10 den Platz verlässt. Inwieweit andere Menschen sich angesprochen fühlen, kann ich nicht beurteilen, aber ich kann den Film nur Menschen ans Herz legen, die gutes Schauspiel mögen.


Filmkritik zu James Bond 007: Ein Quantum Trost - 06.05.2009 18:27

Der einzige Trost für die vielen Fans des smarten Superagenten ihrer Majestät ist wohl jetzt der, dass es vor dem Werk „Ein Quantum Trost“ von Marc Forster noch eine Menge echter Bondfilme gegeben hat. Allerdings ließ seit Pierce Brosnan die Qualität der Drehbücher und der Gegenspieler von Bond sehr zu wünschen übrig. War es damals in „Stirb an einem anderen Tag“ ein Gesichtsoperierter Koreaner (!!!), der ihm und Großbritannien das Leben schwer machte, bekam es Daniel Craig in seinem zweiten Film mit einem französischen Umweltkriminellen zu tun, der eigentlich nur farblos wirkte und keine Sekunde lang bedrohlich. Wo von Klaus Maria Brandauer als Maximilian Largo in „Sag niemals nie“ bis zu Telly Savalas und andere als Erzschurke Ernst Stavro Blofeld in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ hatte man sich früher auch immer um große Schauspieler bemüht, die gegen Bond antraten. Daran scheint man nun genauso zu sparen wie an einem guten Drehbuch. In „Ein Quantum Trost“ war dieses Drehbuch jedenfalls ziemlich wirr. Es gab zwar eine Menge Action, aber es fehlte einfach der rote Faden. Ein James Bond war eigentlich immer ein Garant für Kontinuität bei Ablauf und handelnden Personen, aber damit ist es wohl nun endgültig vorbei. Schon, als auf den cleveren „Q“ verzichtet wurde, der Bond immer mit durchdachten Gadgets und smarten Tools versorgte, die seinen Gegnern das Fürchten lehrte, fehlte der Reihe etwas Entscheidendes. Auch die zu große Hast, die nach „Casino Royale“ mit dem Dreh des nächsten Bonds zum Tragen kam, hat dem Film offensichtlich nicht gut getan. Man hat früher nicht umsonst mindestens zwei Jahre ins Land gehen lassen, bevor der nächste Bond in die Kinos kam. Das ist nun seit „Casino Royale“ alles ganz anders, aber machte es nicht besser, denn die Kontinuität, die Bond verkörperte, ist ganz einfach weg. Daniel Craig ist sicher ein sehr guter Schauspieler, aber ein echter James Bond ist er nicht. Alle Schauspieler vor ihm in dieser Rolle hatten das Charisma von Aristokraten und lösten anfallende Probleme mit dem Kopf und den vielseitigen Tools von „Q“. Der neue Bond ist da anders konzipiert und für eine ganz neue Generation gedacht, von denen aber auch nicht alle zufrieden sind, wie ich so hörte, beim neuen Bond setzt man auf viel brachiale Gewalt, vulgo, auf Action. Sowas geht bei Vin Diesel, Sylvester Stallone, wenn der in "Rambo 19" im Central Park Penner jagt und früher mal bei Will Smith, aber bei James Bond passt das einfach nicht. Selbst der zu Unrecht gescholtene Pierce Brosnan hatte seine überzeugenden Momente, wie bspw. in „Golden Eye“. Für meinen Teil nimmt sich dieser Bond auch einfach zu ernst. Er lacht nicht und der lässige Witz, mit dem ein Roger Moore in „Moonraker“ sogar im Weltall herumsprang, ist wohl endgültig ein Relikt der Filmgeschichte. Kein „Q“ mehr, keiner „Miss Moneypenny“ mehr, die Bond heimlich anschmachtet, keine flapsigen Sprüche mehr, wenig Witz, Ironie und Sarkasmus, aber dafür mehr Action und das tut dem Film nicht gut, denn das gehörte bisher einfach zu James Bond. Fast alle Filme dis zu Pierce Brosnan waren auf FSK 16 und seitdem sie dann für FSK 12 geschrieben wurden, ging es abwärts, was Story und Anspruch angeht. Nur „Golden Eye“ war besser und auch gleich FSK 16. „Ein Quantum Trost“ ist ein Zugeständnis an eine Jugend, die in den entsprechenden Foren des Internets einen James Bond forderten, der eine wilde Mischung der Film und Fernsehhelden Matt Damon als Jason Bourne, das Steingesicht Vin Diesel als Agent XXX und den mimisch Minimalisten Kiefer Sutherland als Kiefer Sutherland als Jack Bauer aus einer unechten „Echtzeitserie“ ist, in der die Stunde "Echtzeit" ohne Werbung nur 40 bis 50 Minuten dauert. Im letzten Bond scheint das nun gelungen, aber das macht ihn für mich eher weniger interessant und daher geht meine persönliche Wertung auch nicht über gutherzige 5/10 hinaus. Was mit „Casino Royale“ wie ein Tiger als Neuauflage der Bond Reihe sprang, ist für mich schon mit dem zweiten Film als Bettvorleger gelandet, denn ich habe mich diese 100 Minuten einfach nicht so gut unterhalten, wie bei früheren Filmen. Reine Actionstars in entsprechenden Rollen gibt es in Hollywood genug und da muss man nicht noch James Bond zu einem machen. Eine Filmfigur wie James Bond braucht sowas wie eine gewisse Beständigkeit, denn man will sich auf den nächsten Bond wieder freuen können. Für reine Action gibt es Jason Statham, Vin Diesel, Bruce Willis und nicht zuletzt auch Matt Damon. Wenn James Bond wieder unterhaltend sein soll, dann braucht er seine Standards wieder und vor allem Leute, die gute und spannende Drehbücher schreiben, denen auch der britische Humor nicht so völlig fehlt. Als bei „Casino Royale“ völlig auf das Intro und das Bond Thema verzichtet wurde, hielt ich das für eine einmalige Abweichung, aber offenbar gehört das zum neuen Konzept und das geht vor allem für die älteren Fans von James Bond nicht auf. James Bond ist Agent ihrer Majestät und kein Versuchskaninchen für Autoren. Auch ein James Bond wird nicht besser oder spannender, wenn man dessen psychologisches Problem im Film zu sehen bekommt. Er wird nur langweiliger. Die neue deutsche Verpackung, mit der eine überforderte deutsche Regierung die Kinder vor was auch immer schützen will, rundet den schlechten Eindruck vom Film nur noch ab und es erübrigt sich jede Empfehlung. Das ist für mich kein James Bond, sondern eher der humorlose Pförtner des BND, der sich zu wichtig nimmt und Frust schiebt!


Filmkritik zu James Bond 007: Ein Quantum Trost - 22.04.2009 18:19

Der einzige Trost für die vielen Fans des smarten Superagenten ihrer Majestät ist wohl jetzt der, dass es vor dem Werk „Ein Quantum Trost“ von Marc Forster noch eine Menge echter Bondfilme gegeben hat. Allerdings ließ seit Pierce Brosnan die Qualität der Drehbücher und der Gegenspieler von Bond sehr zu wünschen übrig. War es damals in „Stirb an einem anderen Tag“ ein Gesichtsoperierter Koreaner (!!!), der ihm und Großbritannien das Leben schwer machte, bekam es Daniel Craig in seinem zweiten Film mit einem französischen Umweltkriminellen zu tun, der eigentlich nur farblos wirkte und keine Sekunde lang bedrohlich. Wo von Klaus Maria Brandauer als Maximilian Largo in „Sag niemals nie“ bis zu Telly Savalas und andere als Erzschurke Ernst Stavro Blofeld in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ hatte man sich früher auch immer um große Schauspieler bemüht, die gegen Bond antraten. Daran scheint man nun genauso zu sparen wie an einem guten Drehbuch. In „Ein Quantum Trost“ war dieses Drehbuch jedenfalls ziemlich wirr. Es gab zwar eine Menge Action, aber es fehlte einfach der rote Faden. Ein James Bond war eigentlich immer ein Garant für Kontinuität bei Ablauf und handelnden Personen, aber damit ist es wohl nun endgültig vorbei. Schon, als auf den cleveren „Q“ verzichtet wurde, der Bond immer mit durchdachten Gadgets und smarten Tools versorgte, die seinen Gegnern das Fürchten lehrte, fehlte der Reihe etwas Entscheidendes. Auch die zu große Hast, die nach „Casino Royale“ mit dem Dreh des nächsten Bonds zum Tragen kam, hat dem Film offensichtlich nicht gut getan. Man hat früher nicht umsonst mindestens zwei Jahre ins Land gehen lassen, bevor der nächste Bond in die Kinos kam. Das ist nun seit „Casino Royale“ alles ganz anders, aber machte es nicht besser, denn die Kontinuität, die Bond verkörperte, ist ganz einfach weg. Daniel Craig ist sicher ein sehr guter Schauspieler, aber ein echter James Bond ist er nicht. Alle Schauspieler vor ihm in dieser Rolle hatten das Charisma von Aristokraten und lösten anfallende Probleme mit dem Kopf und den vielseitigen Tools von „Q“. Der neue Bond ist da anders konzipiert und für eine ganz neue Generation gedacht, von denen aber auch nicht alle zufrieden sind, wie ich so hörte, beim neuen Bond setzt man auf viel brachiale Gewalt, vulgo, auf Action. Sowas geht bei Vin Diesel, Sylvester Stallone, wenn der in "Rambo 19" im Central Park Penner jagt und früher mal bei Will Smith, aber bei James Bond passt das einfach nicht. Selbst der zu Unrecht gescholtene Pierce Brosnan hatte seine überzeugenden Momente, wie bspw. in „Golden Eye“. Für meinen Teil nimmt sich dieser Bond auch einfach zu ernst. Er lacht nicht und der lässige Witz, mit dem ein Roger Moore in „Moonraker“ sogar im Weltall herumsprang, ist wohl endgültig ein Relikt der Filmgeschichte. Kein „Q“ mehr, keiner „Miss Moneypenny“ mehr, die Bond heimlich anschmachtet, keine flapsigen Sprüche mehr, wenig Witz, Ironie und Sarkasmus, aber dafür mehr Action und das tut dem Film nicht gut, denn das gehörte bisher einfach zu James Bond. Fast alle Filme dis zu Pierce Brosnan waren auf FSK 16 und seitdem sie dann für FSK 12 geschrieben wurden, ging es abwärts, was Story und Anspruch angeht. Nur „Golden Eye“ war besser und auch gleich FSK 16. „Ein Quantum Trost“ ist ein Zugeständnis an eine Jugend, die in den entsprechenden Foren des Internets einen James Bond forderten, der eine wilde Mischung der Film und Fernsehhelden Matt Damon als Jason Bourne, das Steingesicht Vin Diesel als Agent XXX und den mimisch Minimalisten Kiefer Sutherland als Jack Bauer aus einer unechten „Echtzeitserie“ ist. Im letzten Bond scheint das nun gelungen, aber das macht ihn für mich eher weniger interessant und daher geht meine persönliche Wertung auch nicht über gutherzige 5/10 hinaus. Was mit „Casino Royale“ wie ein Tiger als Neuauflage der Bond Reihe sprang, ist für mich schon mit dem zweiten Film als Bettvorleger gelandet, denn ich habe mich diese 100 Minuten einfach nicht so gut unterhalten, wie bei früheren Filmen. Reine Actionstars in entsprechenden Rollen gibt es in Hollywood genug und da muss man nicht noch James Bond zu einem machen. Eine Filmfigur wie James Bond braucht sowas wie eine gewisse Beständigkeit, denn man will sich auf den nächsten Bond wieder freuen können. Für reine Action gibt es Jason Statham, Vin Diesel, Bruce Willis und nicht zuletzt auch Matt Damon. Wenn James Bond wieder unterhaltend sein soll, dann braucht er seine Standards wieder und vor allem Leute, die gute und spannende Drehbücher schreiben, denen auch der britische Humor nicht so völlig fehlt. Als bei „Casino Royale“ völlig auf das Intro und das Bond Thema verzichtet wurde, hielt ich das für eine einmalige Abweichung, aber offenbar gehört das zum neuen Konzept und das geht vor allem für die älteren Fans von James Bond nicht auf. James Bond ist Agent ihrer Majestät und kein Versuchskaninchen für Autoren. Auch ein James Bond wird nicht besser oder spannender, wenn man dessen psychologisches Problem im Film zu sehen bekommt. Er wird nur langweiliger. Die neue deutsche Verpackung, mit der eine überforderte deutsche Regierung die Kinder vor was auch immer schützen will, rundet den schlechten Eindruck vom Film nur noch ab und es erübrigt sich jede Empfehlung. Das ist für mich kein James Bond, sondern eher der humorlose Pförtner des BND, der sich zu wichtig nimmt und Frust schiebt!


Filmkritik zu Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels - 26.01.2009 21:15

Es hat seinen Grund, warum Lehrer und Professoren in einem bestimmten Alter in Rente gehen und das hätte Harrison Ford bedenken sollen, bevor er sich mit 65 an „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ gewagt hat. Da Harrison Ford, fast 30 Jahre jünger, noch aus reiner Freude an der Entdeckung den „Indiana Jones – Jäger des verlorenen Schatzes“, der „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ und mit Sean Connery auf „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ war, ist die Story bei „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ nur sehr dünn und konstruiert. Auch ein junger Shia LaBeouf als Co Star und Stichwortgeber ändert daran nicht viel. Was an Handlung erkennbar ist, spielt nun nicht mehr zur Zeit der Nazis, sondern im Kalten Krieg und das neue Feindbild sind die Russen, aber das macht die Story um den Kristallschädel nicht weniger dünn. Wenn sich dann die Story am Ende noch Richtung Ufos und Aliens verläuft, wird es ganz albern und es zeigt sich, dass leider auch das Thema Indiana Jones genauso wenig im neuen Jahrtausend angekommen ist wie Akte X. „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ hat mit den ersten drei Filmen genauso wenig zu tun, wie Akte X mit der Serie. Es ist ein Film ohne Herz, Thrill und Spannung, der auf meiner persönlichen Wertung nur magere 5/10 erreicht. Erschreckend dann auch die Ankündigung von Harrison Ford, dass es noch weitere Fortsetzungen, also Indiana Jones-Filme geben soll. Nur will ich gar nicht wissen, mit welchem Zivi Harrison Ford dann durch die Filme stolpert, denn für mich gibt es jetzt nur drei Teile, die glaubwürdig sind. Eine kurze Rezension, aber der Film gibt eben nicht mehr her. Aber zur Bekämpfung der Langeweile an öden Feiertagen taugt er noch.


Filmkritik zu Dark Knight - 26.01.2009 21:10

Seit sich Christopher Nolan mit Christian Bale des Themas Batman im Film angenommen hat, ist dieser Comic, zumindest im Film, erwachsener geworden. Anders als zu den Zeiten von Tim Burton mit Michael Keaton und Val Kilmer oder auch Joel Schumacher mit George Clooney ist Nolans Batman Christian Bale ernster, weniger bonbonfarben und nun mit The Dark Knight auch voller Action, die aus den besseren Tagen des Michael Mann kommen könnte. Die Handlung von Nolans zweitem Batman ist auch auf mehr Schultern guter Schauspieler verteilt, von denen Heath Ledger wohl der bekannteste ist, weil es einfach und leider sein letzter Film war. Außerdem gibt es Aaron Eckart als neuen und engagierten Staatsanwalt Harvey Dent, Gary Oldman wieder als Polizeichef, Morgan Freeman ist als Lucius Fox wieder der Q des Bonds aus der Comicwelt, der diesmal sogar eigene Einsätze in China hat und natürlich Michael Caine als ziemlich aktiver Butler. Nur Rachel Dawes wird diesmal von Maggie Gyllenhaal gespielt, weil Tom Cruise seine Katie Holmes wohl in die Küche eingesperrt hat, damit sie ihm als Schauspieler nicht noch den Rang abläuft. So ist die auch sehr vielschichtig und spielt an vielen Orten und damit Batman auch überall sein kann, hat er von Lucius Fox ein Batpod gebastelt bekommen, ein Motorrad was optisch zum futuristischen Batmobil passt. Der Milliardär Bruce Wayne darf in diesem Film als Batman so richtig die Sau rauslassen und so gibt es jede Menge Action, Romanze, Komödie, Sci Fi , Fantasy, Drama und jede Menge Comic wirklich alles gibt. So ist Christopher Nolan mit Batman - The Dark Knight eine weitere brillante Comicverfilmung gelungen, die eigentlich keine Wünsche offen lässt. Heath Ledger gab den Joker mit einer atemberaubenden Bösartigkeit, besser als dereinst Jack Nicholson, der eher clownesk spielte. Ledger ist dafür posthum für einen Oscar nominiert und jedes Gramm davon ist verdient, denn er hat sich damit ein cineastisches Denkmal gesetzt. Mich hat der Film wirklich jede Sekunde gut unterhalten und ist damit wohl einer der wenigen Filme aus dem etwas mageren Kinojahr 2008. So kommt er auch locker auf 10/10 Punkten auf meiner persönlichen Wertung und selbstverständlich auch eine Kaufempfehlung.


Filmkritik zu Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers - 24.12.2008 17:28

2.0 von 5 Sternen Thema verfehlt, 20. Dezember 2008 Das Scorpion King eher ein Prequel als ein dritter Teil gewesen ist, dürfte selbst dem Filmvorführer eines Blindenheimes klar gewesen sein. Nur den dritten Teil der Saga der Wanderleichen nun ausgerechnet nach China zu verlagern, tat der Sache dann doch nicht gut. Stephen Sommers wusste schon, warum er nicht selbst Regie führen wollte, sondern diesmal nur der Produzent war. Bei einer Mumie hat man ganz einfach und zuerst Ägypten und dessen eingelegte Pharaonen und Würdenträger vor Augen und ganz zuletzt China, wenn überhaupt. Dementsprechend kompliziert ist die Story, wie es zu einer Mumie kommt. Da, wo sich in Teil eins und zwei ein Arnold Vosloo ohne großes schauspielerisches Talent, aber als wieder belebte Mumie des Hohepriester Imhotep dennoch beeindruckend, durch den Film führt, prügelt sich der Material Arts Darsteller Jet Li mit viel Aufwand, aber eher unbedrohlich durch den Film. Ich habe Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers auch nur gekauft, weil sie auf dem Wühltisch und im Angebot zu haben war, aber eine echte Fortsetzung ist der Film nicht. Wenn auch Imhotep in zwei Filmen durch und besiegt ist, hätte es doch in Ägypten genug konservierte Pharaonen und Priester gegeben, die man als Mumie hätte warmreiben und reanimieren können. Der Ausflug in den ganz fernen Osten war da eher kontraproduktiv und entlockt mir auch nur 5/10 Punkten auf meiner persönlichen Wertung und eine Kaufempfehlung nur an Menschen, die ihre Trilogie über die Mumie unbedingt vollständig haben wollen.


Starkritik zu Vin Diesel - 24.12.2008 17:24

Wenn man sich diesen Vin Diesel mal im Vergleich mit z.B. Robert de Niro oder Johnny Depp ansieht, kommt man bei Diesel auf genau drei Gesichtsausdrücke beim Schauspiel. Gut, böse und überrascht und damit bedient er alle seine Werke.


Starkritik zu Bill Kaulitz - 24.12.2008 17:06

Diese elenden Castingabfälle von DSDS der Sorte Mark Medlock sind doch sehr viel übler als die Rockzwerge von Tokio Hotel, die ja immerhin Instrumente beherrschen und sogar ihre Songs selbst schreiben!


Filmkritik zu Das wilde Leben - 07.12.2008 03:50

Nichts ist Mythen und Legenden abträglicher als wenn mittelmäßige Regisseure versuchen, sie mit mittelmäßigen Schauspielern besetzt, zu verfilmen. So geschehen, als ein gewisser Regisseur Achim Bornhak 2007 versuchte unter dem anspruchsvollen Titel: „Das wilde Leben“ das Lebensgefühl der heute oft zitierten, verruchten und im Westen von heute sogar gefürchteten 68er Bewegung rund um die Studentenrevolten und der Kommunarde 1 von 1968 in Westdeutschland so einzufangen. Das Ergebnis hätte tragischer nicht sein können. Angesetzt ist der Film bei Uschi Obermeier, dem Sexsymbol dieser Zeit. Dazu zitiere ich aus der Rezension aus der taz: Eines kann man diesem Film zugute halten: Für Uschi Obermaier interessiert man sich danach eigentlich nicht mehr. Wer vorher noch voller Faszination war für das Phänomen Obermaier und über die "Pop-Ikone" oder das "68-Pin-up-Girl" hochgeistige Reflexionen anstellte, sieht sich nach dem "Wilden Leben" von solchen Anwandlungen abrupt geheilt. Das ist eine Leistung. Besagte Uschi Obermaier war ein Landei aus Bayern, was aus ihrem bürgerlichen Mief raus und ins wilde Leben wollte. Das sollten dann eben Berlin und die Revoluzzer sein. Nur da fängt der Film bei der Auswahl der Schauspieler für die dort agierenden Protagonisten so richtig peinlich zu werden. So soll Matthias Schweighöfer den Rainer Langhans geben, kommt aber bestenfalls von weitem wie ein Foto von Langhans rüber und sieht ansonsten so aus wie Matthias Schweighöfer mit den dunkel gefärbten Schamhaaren eines Lamas auf dem Kopf. Da Nacktheit wohl der Ausdruck größten Protestes gewesen sein muss, bekommt man dann auch massig primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale zu sehen, die den Film dann auch gleich auf recht alberne FSK 16 schrauben. Uschi Obermaier machte natürlich dass, was Frauen nach jedem männlichen Klischee so machen, sie ließ sich von fast jedem nageln, der im Film vorkam. Das muss dann wohl auch der Ausdruck größten Protestes 1968 gewesen sein, denn der Film dreht sich dann nur noch darum, wer wen und mit welchen Hintergedanken ins nächste Lager schleift. Da auch die Rolling Stones entsprechend mit Frau Obermaier zugange waren und da wurden auch zwei Laiendarsteller als Mick Jagger und Keith Richards gecastet, die dem Film ziemlich würdig sind denn sie spielen einfach grottig. Der Soundtrack des Films hat ja auch nicht einen echten Song dieser Megaband aufzuweisen und ist damit der nächste Flop. Dann wechselt der Film völlig die Kulisse und es geht darum, was Uschi Obermaier mit einem gewissen Dieter Bockhorn, eine Hamburger Kiezgröße der siebziger Jahre alles so erlebt hat, als ob das 2007 noch eine Sau interessieren würde, zumal Bockhorn seit 1983 auch schon ziemlich verblichen ist. Das ist kein Film über die Revoluzzer von 1968, sondern über die Kleinbürger von 1968, die ihre Hüllen fallen ließen und deshalb von noch größeren Spießern zu Revoluzzer verklärt wurden. Die eigentlichen Revoluzzer von 1968 um Fritz Teufel und Rudi Dutschke kamen erst gar nicht oder nur am Rande vor und das der echte Rainer Langhans sich gleich 2007 von diesem Machwerk distanziert hat, spricht Bände, aber bei dem pseudointerlektuellen Geschwafel, was seinen Figur im Film so von sich gibt, ist das mehr als verständlich. Sowas mag 1968 noch alles neu und aufregend gewesen sein, aber heute wird das von jeder Doku Soap auf RTL überboten. Meine Wertung liegt da bei 2/10 und die Rechten, die vor und mit solchen 68ern Angst haben, die haben vor allem Angst. Regisseur Achim Bornhak hätte bei seinen Musikvideos für MTV und VIVA bleiben sollen, denn mit einem Film hat er sich kräftig übernommen. Der Mythos Uschi Obermaier, Kommune 1 und der betreffenden 68er wurde mit diesem Film jedenfalls nachhaltig beschädigt, wenn nicht gar zerstört. Ich selbst habe dieses Machwerk nur auf Premiere gesehen und dabei wird es auch bleiben.


Filmkritik zu Akte X - Jenseits der Wahrheit - 07.12.2008 03:47

Wenn es Chris Carter darauf angelegt hat, seine eigene Serie mit einem zweiten Film zu entzaubern, so ist ihm das mit „Akte X -Jenseits der Wahrheit“ in jeder Hinsicht gelungen. Einen bärtigen Fox Mulder, der aussieht wie ein rumänischer Schafhirte hätten man ja noch ertragen können. Nur wenn er den Mund aufmacht und man mitbekommt, dass 20th Century Fox nun gerade an der deutschen Synchronstimme von David Duchovny gespart hat, da ist der Film eigentlich schon bei mir durch. Man mag mich kleinkariert nennen, aber sowas ist mir wichtig. Ähnlich ist es ja in 'Simpsons - der Film', wo Anke Engelke die verstorbene Elisabeth Volkmann mehr schlecht als recht zu ersetzen versucht, aber Benjamin Völz, die deutsche Stimme von Mulder, ist ja sehr lebendig und wollte nur mehr Geld. Gerade da fiel der Fox ein, sie müsse sparen und das tut dem ohnehin schwachen Film nicht sehr gut. Wenn ich allerdings an die Serie mit dem Namen 'Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI' denke, fallen mir zumindest sieben Staffeln mit einem aufgeweckten Agentenduo Mulder und Scully ein, die per Sie miteinander waren und auch gerne mal stritten. Schon ein Robert Patrick als Agent John Doggett war schon kein Gewinn, aber 'Akte X - Der Film' von 1998 ließ da hoffen. Nur da, wo Serie und der erste Film mit Ufos, Aliens oder zumindest mit Verschwörungen der Regierung tatsächlich Stoff für X-Akten bot, ist der zweite Film mit einer entführten Agentin, einem pädophilen Priester mit Visionen und etwas Organhandel dann sehr viel irdischer und profaner. Stoff für einen Krimi am Freitagabend, aber nichts für mich, dem Fan der Serie. Für Menschen, die mit der Serie nicht so vertraut sind, sicher ein netter Film, aber ich hab nach 10 Jahren einfach mehr erwartet und komme in meiner persönlichen Wertung, schon wegen zu vieler religiöser Sprüche daher nur auf 4/10 Punkten. Wenn ich den Thrill und den sarkastischen Humor der Serie haben will, muss ich mich wohl oder übel an die DVD der Serie halten, denn Akte X ist bei seinen Machern ganz offenbar durch. So ist „Akte X -Jenseits der Wahrheit“ dann auch nur ein weiterer trauriger Punkt im ohnehin schon recht glanzlosen Kinojahr 2008 und ein Film, den an sich keiner brauchte.


Filmkritik zu 30 Days of Night (Special Edition) - 07.12.2008 03:45

Eigentlich denkt man dabei zuerst an "Das Ding aus einer anderen Welt" von John Carpenter, mit Kurt Russel von 1982, aber Regisseur David Slade legt das Ganze etwas größer und blutiger an. Der Film spielt in der verschneiten Kleinstadt Barrow in Alaska, einer Siedlung jenseits des Polarkreises, in der während des Winters alljährlich 30 Tage lang ununterbrochen Dunkelheit herrscht. In dieser Zeit verliert Barrow eine beträchtliche Anzahl an Einwohnern, also ist es mehr und größer als die Polarstation bei Carpenter, in der ein Alien wütet. Diesmal gibt Josh Hartnett den Helden, einen Sheriff, der sich gleich mit einer ganzen Bande von Vampiren prügeln muss, die darauf aus sind, die Bewohner seiner Stadt auszuweiden. Offenbar hat das Ozonloch wohl doch größere Folgen, als bisher vermutet. Das machen sie dann auch sehr blutig und weniger subtil als das Alien von Carpenter und wie es bei Vampiren so Brauch ist, werden die Gebissenen dann auch zu Monstern mit spitzen Zähnen, egal in welchem Alter. Da hat es der Sheriff dann auch mal mit ausgeflippten kleinen Mädchen zu tun, die wild um sich rum beißen. Dabei ist sogar ein Josh Hartnett nicht unterfordert und kann überzeugen. Alles in allem eine schaurig schöne Unterhaltung, wenn man auf solche Filme steht und ich stehe drauf. Ein Film, eine etwas andere Variante über Vampire, bei dem man froh ist, nur einen Film zu sehen, der hat seine Wirkung getan und hat sich auf meiner persönlichen Wertung 10/10 Punkten verdient.


Filmkritik zu Evan Allmächtig - 16.10.2008 11:29

1.0 von 5 Sternen Vatikan allmächtig Reloaded, 7. Oktober 2008 Hollywood ist da auf einem seltsamen Trip. Nach Bruce 'Allmächtig aus dem Jahr 2003' suchte nun 2007 'Evan allmächtig' unter der mutigen Bezeichnung Komödie die Kinoleinwände heim. Nur wo man wenigstens über Jim Carrey an sich noch lachen konnte, geht bei seinem Kollegen aus dem Film, Steve Carell als Evan Baxter ja nun gar nichts mehr. Morgan Freeman, der auch schon mal bessere Rollen hatte. Konnte er noch mit und neben Jack Nicholson als kranker alter Mann, der noch mal so richtig die Sau raus lässt, in 'Das Beste kommt zum Schluss' brillieren, ist er als Gott nur kindlich und albern. Wenn ich ins Kino gehe, oder mir auch nur eine DVD einlege, sind christliche Botschaften nun wirklich das Letzte, was ich sehen will. Davon gibt es zu Ostern und zu Weihnachten schon genug und da weiß man auch, was kommt. Nur wo sich bei Jim Carrey auch mal hin und wieder ein Joke in den Film eingeschlichen hatte, blieb bei Steve Carell ja nun alles staubtrocken und fade. Dieses Machwerk kann sich nur meines heftigen Abratens versichert sein. 1/10 Punkte auf meiner persönlichen Wertung und den einen Punkt gibt es auch nur für die gelungene Dressur der agierenden Tiere, denn selbst ein John Goodman konnte da nun nichts mehr retten!


Filmkritik zu 10.000 BC (Steelbook Edition) - 01.10.2008 22:41

Roland Emmerich hat ja mal recht nette Filme gemacht: Universal Soldier, Stargate, Independence Day und Godzilla, um nur einige zu nennen. Nur was er jetzt mit 10.000 B.C. abgeliefert hat, ist schlicht völliger Rotz, um es mal vulgär auf den Punkt zu bringen. Ein Stamm von Menschen in der Mittelsteinzeit, so 10.000 Jahre vor Christi, also 12.000 Jahre vor Aldi gehen einkaufen, was in dem Fall Jagd auf Mammuts bedeutet und ein paar Jäger, die aus nicht näher erläuterten Gründen zu Kriegern werden und sich auf Teufel komm raus mit anderen Kriegern in fernen Ländern metzeln. Armin Mueller-Stahl kommentiert das als Erzähler zwar ganz nett aus dem Off, aber Sinn macht es trotzdem keinen. Emmerich hätte auch einen Film über das gebremste Wachstum von Zierpflanzen im Bezug auf die Periode der Frau drehen können und der Film hätte ähnlich viel Substanz gehabt. SAURIER beim Pyramidenbau in Wüste überzeugen genauso, wie die Meldung der Teilnahme von Ben Hur an der Formel 1. Emmerich sollte wieder das machen was er kann und nicht, was er möchte. Das ist für alle Seiten besser. Rein tricktechnisch erste klasse, aber das allein reicht nicht für einen Film. Ich hätte mich geärgert, wäre ich dafür ins Kino gegangen, hätte ich mich geärgert, aber die DVD kann ich noch an einen Anspruchslosen verschenken. Auf meiner persönlichen Wertung erreicht dieses Werk magere 2/10 und die 2 gehen an Tricktechnik und Ton


Filmkritik zu Operation: Kingdom - 01.10.2008 22:39

Aber eben auch nur fast, denn was George Clooney in Syriana noch einen Oscar für die beste Nebenrolle eingebracht hat, weil Clooney genauso überzeugte wie der Film, verkommt in Operation: Kingdom nur zu fast ödem pro amerikanischem Jubel. Die Information, es gäbe in Saudi Arabien 3000 Prinzen, die im Luxus schwelgen, lässt amerikanische und europäische Zuschauer zwar kurz aufhorchen, gibt aber dem Film noch lange nicht die fehlende inhaltliche Tiefe, denn sie ist so relevant für die magere Handlung, als würde man das Fehlen von Eisbergen in der Wüste betonen. Es wird sehr viel geredet, die agierenden Schauspieler haben eine Menge Text, nur gesagt wird nicht viel. In Syriana ist genau das anders. Operation: Kingdom strotzt vor amerikanischem Patriotismus, der allerdings in Arabien fehl am Platze ist. Es wird viel, unnötig viel Blut gezeigt und je länger man sich diesen Film ansieht, umso mehr drängt sich die Frage auf: Was machen die Amis da eigentlich? Denn es fügt sich nichts zusammen. Der Film ist so wenig subtil, wie es der Verständigung nützlich ist. Alles, was Kopftücher trägt ist gefährlich und alle Amerikaner davon bedroht. Ich mag diese Art Film nicht, denn so roh geschnitzte Feindbilder gab es im Kakten Krieg genug. Um bei meinem Vergleich mit Syriana zu bleiben, da hatte George Clooney einen eigenen, tragenden Teil der Handlung. Jamie Foxx plappert und ballert in Operation: Kingdom nur mit. Mehr als 5/10 in meiner persönlichen Wertung sind dann da auch nicht zu holen.


Filmkritik zu Das Streben nach Glück - 01.10.2008 22:35

2 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich: 1.0 von 5 Sternen Anleitung zum Arschkriechen , 14. August 2008 Eine, etwas hart klingende Überschrift zu diesem Film, aber es war genau der Eindruck, der mich dabei bewegte. Derzeit, also seit 2007, schießen Filme der Marke *Based on a True Story* ja wie Raubkopierer mit der Kamera ins Kino. Also Filme, die nach einem realen Hintergrund gedreht wurden. Ein, meiner Meinung nach, recht übles Werk dieser Sorte Film ist das (Mach) werk *Streben nach Glück* mit dem eigentlich recht begabten Will Smith in der Hauptrolle. Er stellt den Vertreter für seine sperrige und sehr unnötige Knochendichtemessmaschinen Chris Gardner dar, der in den achtziger Jahren des Ronald Reagan auf eine sehr kriechende Art Karriere gemacht haben soll. Will Smith, der ja schon in der Schmonzette *Hitch der Date Doktor* nicht sonderlich geglänzt hat, ist mit der Darstellung des Chris Gardner nicht sehr gut beraten gewesen, denn es mag ja sein, das Smith seine Palette dessen, was er darstellen kann, mal so zeigen wollte, aber für cineastisch simple Leute wie mich ist das auf Dauer einfach nur langweilig. Wenn es unter Reagan noch geklappt haben mag, durch unterwürfiges Schleimen und Kriechen einen gut bezahlten Job zu bekommen, so ist das im Amerika des George Bush, denn noch regiert der ja, schlichte Fantasy. Würde heute ein Farbiger sich der Limousine eines Millionärs so nähern würde, wie Chris Gardner zu seiner Zeit, würde er von den Leibwächtern erstmal über den Haufen geschossen werden, bevor er den Millionär mit Fragen zu dessen persönlicher Laufbahn belästigen kann. Nur im Film klappt das noch und Will Smith als Chris Gardner schleimt nicht nur nach Kräften recht widerlich, sondern verlässt sogar seine Frau, wird obdachlos und schleppt seinen Sohn Christopher, im Film von Smiths realem Sohn Jaden Smith dargestellt nicht nur zum Übernachten auf die Straße, auf Bahnhöfe und sogar in zweifelhafte Hotels für Obdachlose, während er selbst ein unbezahltes (!) Praktikum macht und nebenbei zur Schule geht. Das Ende ist absehbar und historisch belegt, denn Chris Gardner bekommt natürlich den begehrten Job als Investmentbanker. Ich habe dieses Werk nur auf Premiere gesehen, war sauer über die vergeudete Zeit und auf Will Smith, der mich mit seinen Schmonzetten langsam etwas nervt. Der Film kommt bei mir nur auf magere 4/10 und die 4 gibt es bei mir auch nur für Jaden Smith, der seinen berühmten Vater durch seine Natürlichkeit auch schon mal an die Wand spielt. Der devote Familienvater Will Smith geht mir einfach auf den Kranz, ich hätte gerne den Actionhelden Will Smith zurück, der sich bei Bedarf auch mit Aliens prügeln kann und diese Lobhudelei auf den American Way of Life geht mir ganz besonders vorbei, schon weil ihr jeder aktuelle Bezug fehlt. Menschen, die ihre Ziele im Leben nur im devoten Kriechgang erreichen, widerstreben völlig meiner Natur. Auch als Film. Will Smith, den kriechenden Softie will ich für meinen Teil nicht sehen, ich mochte den unterhaltsamen Will Smith. Dem Thema Arbeitslosigkeit ist auch im Film nicht mit devoter Unterwürfigkeit nicht zu begegnen. Wenn Will Smith unbedingt Dramen spielen möchte, hat da William Shakespeare noch einige geschrieben, die auf eine filmische Umsetzung warten und wie sowas geht, hat Kollege Mel Gibson und auch andere schon vorgemacht.


Filmkritik zu Cloverfield - 01.10.2008 22:33

So geisterte der Film über Monate durchs Internet. Nur was dann kam , war nicht sehr neu. Blair Witch wurde ja öfter erwähnt und schon da ging die Handkamera nur auf Nerv und Augen und das Monster erst in der zweiten Hälfte des Films kurz sehen zu können, ist wirklich keine gute Option. Der abgerissene Kopf der Miss Liberty, wie er durch die Straßen rollt, wird ja leider schon im Trailer auf Youtube verbraten und verraten. Woher die ganzen Explosionen eigentlich kommen, wenn da nur ein Monster Häuser umrennt, bleibt ziemlich ungeklärt. Kein Wunder, wenn viele junge Zuschauer nun schon nach einem zweiten Teil rufen, wo es dann weniger Text und mehr Monster geben könnte. Die Spannung wird eher vom Geschwätz der Studenten überlagert, die sich für die Handkamera so sehr laut fürchten, wie weiland die Großstadtkinder im Wald vor der unsichtbaren Hexe von Blair. Es interessiert doch keinen und ist für den Verlauf des Films auch nicht relevant, wenn der Zuschauer mit verwackelter Handkamera erfährt, wer mit wem geschlafen haben soll. Ich kann nur hoffen, dass echte Studenten nicht einen solchen Müll erzählen, wenn es mal, warum auch immer, brenzlig wird. Von mir gibt es daher nur 6/10, weil die Idee eben nicht neu ist und optisch viel verschenkt wurde, denn Emmerichs Godzilla konnte man in mehreren Ausführungen und sogar länger beim Randalieren auch noch zusehen. Filme sind ja nun ein visuelles Erlebnis und da will ich von Monstern und Ungeheuern dann schon etwas sehen und nicht nur von einigen Laiendarstellern etwas darüber hören...


Filmkritik zu Invasion - 01.10.2008 22:28

Seit 1956 sind sie also nach 1978 und 1993 nun 2007 das vierte Mal unterwegs, die außerirdischen Körperfresser, die aus Menschen im Schlaf gefühlskalte Aliens machen. Also nicht unbedingt ein neues Thema. Für Nicole Kidman nach *Verliebt in eine Hexe* das zweite Mal, dass sie sich mit einem Remake an ein altes Thema wagt. Nur ist Partner Daniel Craig kein Will Ferrell, mit dem man sich für einen Film eine goldene Himbeere fängt und einfach besser und gelungener, als das unsagbar dumme *Bewitched*. Obwohl Handlung und Verlauf durch die Vorgänger absehbar sind, liefert auch der noch unbekannte Jackson Bond als Filmsohn von Frau Kidman eine Farbe, die den Film ganz unterhaltsam machen. Auch die Details der Verwandlung, die teilweise an Szenen aus CSI-Miami und Doktor House erinnern, geben dem Remake etwas Pepp als die Vorgänger. Ganz gelungen und 8/10 Punkte auf meiner persönlichen Wertung. Kein ganz großes Kino, aber ein ganz netter Film.


Filmkritik zu Idiocracy - 01.10.2008 12:18

Inhaltlich und schauspielerisch sicher kein großer Wurf, aber unterhaltend. Sehr viel und sehr derber Klamauk, mit dem die Zukunft der Menschheit da beschrieben wird. Aus der Erkenntnis, wie es mit den Menschen auf der Welt mental abwärts geht einen Film zu machen, beweist mal wieder, wie flexibel Hollywood doch reagieren kann wenn es will. Das Stilmittel der Übertreibung mag etwas maßlos verwendet vorkommen, aber die Entwicklung der Menschheit in den letzten 500 Jahren zeigt ja auch, wie wenig sie gelernt hat und ein ehemaliger Wrestler als Präsident kann nicht so utopisch sein, denn Kalifornien hat jetzt schon einen ehemaligen Bodybuilder und Roboterdarsteller als Gouverneur. Ich will hier keinen Zeigefinger heben, aber der Film passt einfach in die Welt. In meiner Wertung bekommt er tapfere 8/10.


Filmkritik zu Pulp Fiction (Steelbook Edition) - 07.08.2008 23:08

dieses, sogar von ihm selbst unerreichte Meisterwerk, dem er nun schon 14 Jahre hinterher filmt, erst jetzt im ansprechendem Outfit zu bekommen. Nur besser jetzt als nie und daher musste dieses Schmuckstück einfach sein.


Filmkritik zu The Hills Have Eyes 2 (uncut) - 20.03.2008 08:23

An sich hatte ich mir The Hills have Eyes 2 ja schon ohne Erwartungen geholt, aber selbst das wurde noch unterboten. Eine Nationalgarde, die hauptsächlich aus Teenagern besteht, stiefelt ebenso munter wie blind in der atomar verseuchten Gegend herum, in der die Die Familie Carter 1977 und 2206 von ziemlichen Mutanten abgeschlachtet worden war. Im Kino geht das auch zweimal. Nur was 2006 bei Alexandre Aja noch relativ spannend und mit einigen Überraschungen ablief, ist mit dem neuen Regisseur Martin Weisz nur noch langweilig und absehbar. Selbst wenn es alles Teenies sind, die da Nationalgarde sein sollen, sind sie bewaffnet und sollten sich ihrer Haut auch ohne Waffen zu wehren wissen. Sie sind ja immerhin eine Art von Soldaten. Aber nein, auch hier können die Mutanten ungehindert metzeln. Wes Craven, der Autor beider Drehbücher scheint seine besten Tage schon hinter sich zu haben und das hätte mir auffallen müssen, als er allen Ernstes einen Dracula III (!) anbot. In The Hills have Eyes 2 hatte er das auch nicht ausgleichen können, völlig egal, ob das (Mach) Werk nun uncut ist oder für FSK 6 geschnitten, es ist ein Film, den man sich nicht antun sollte. Den Sammlern, die Wert auf Vollständigkeit legen, sei er ans Herz gelegt, aber Kinofreunde kommen hier definitiv nicht auf ihre Kosten!


Filmkritik zu Planet Terror (Steelbook Edition) - 19.03.2008 19:33

Aber was jetzt exakt so klingt, wie das enge Weltbild des Minister Schäuble ist entgegen allen Erwartungen doch nur der zweite Film aus dem amerikanischen Double Feature mit dem Namen Grindhouse, das in den USA schon zusammen am 06.04.2007 startete, aber in der cineastischen Sahel-Zone Deutschland Monate später und dann auch noch getrennt. Wir wurden allerdings mit dem konfrontiert, was die Regierung des Schäuble unter „Politik“ versteht, denn im Foyer unsres Kinos, so groß wie ein Bahnhof, durften wir auf einmal nicht mehr rauchen und mussten wie Schüler vor die Tür. Die beste Freundin von allen hatte Kritiken gelesen und war nicht sehr begeistert, weil sie noch das französische Autorenkino, die Sci Fi Romanze „The Doom - Der Film“ in den Knochen und in schlechter Erinnerung hatte, aber ich konnte sie überreden, denn ich mag und sammle die Filme von Robert Rodriguez. Sie hat zwar "From Dusk Till Dawn" gesehen und gemocht, aber was jetzt kam, hat sie dann doch etwas überfordert, denn dagegen war sogar „The Doom“ glatt dem Kinderkanal entsprungen. So darf sie nun die nächsten 13 bis 23 Filme bestimmen, die wir im Kino sehen, darunter ein Disney Film als Höchststrafe. Auf eine feinfühlig gestaltete, aber bremsende Handlung wurde in “Planet Terror“ genauso beherzt verzichtet wie in Tarantinos „Death Proof“. als Schauspieler hat Rodriguez alle möglichen Darsteller aus den B und Trash Movies zusammengeholt, darunter auch den „Rasenmäher-Mann“ Jeff Fahey und die einzig wirklich bekannten Gesichter und Namen waren dann auch Bruce Willis und Quentin Tarantino, die aber eher sehr schräge Nebenrollen hatten. Bis auf die Zombies zog Rodriguez alle Register seiner bisherigen Filme, denn was da gemeuchelt wurde oder meuchelte, war alles mehr oder weniger am Leben. Alle ausgestattet mit einer Hautkrankheit, gegen die eine ausgewachsene Lepra wie eine pubertäre Hautreizung wirkte, optisch aber ungemein interessant. Es gab ein Krankenhaus mit Ärzten, die jeder Kranke meiden würde, wenn er nur ansatzweise am Leben hängt. Dort lag auch eine Go Go Tänzerin, die auf makabere Weise ihr Bein verloren hatte und dafür mit einer MG eine Prothese bekam, wie sie keine Kasse zahlen würde, aber mit der sich jede Diskussion ziemlich final führen ließ. So kam es zu 102 Minuten optisch sehr ansprechender und sinnfreier Metzelei, bei der meine Freundin die Qualen der Hölle erlitt und ich mich vergnügte. Tarantino hatte wohl den abgefahrensten Film seit „Pulp Fiction“ abgeliefert und Rodriguez sein nächstes ansprechendes Blutbad, das mir auch ohne Handlung 9/10 Punkte und die Anschaffung der entsprechenden DVD wert ist.


Filmkritik zu Wer früher stirbt, ist länger tot - 02.02.2008 16:46

wie der kleine Sebastian im Film immer sein will, so lebendig gestaltet er er den Film. Ich habs sonst nicht so mit Filmen in bayrischer Mundart, aber dieser hat mir gefallen. Markus Krojer trägt nicht nur den Film und spielt mit unschuldigem Lausbuabgesicht jeden Erwachsenen an die Wand und macht so auf sich als eines der kommenden Talente aufmerksam. Die Lausbuben Geschichten von Ludwig Thoma sind dagegen nur steriler Klamauk. Dieser Film ist nicht nur zu empfehlen und sehenswert, sondern auch der Auftakt einer großen Karriere! Daumen hoch


Filmkritik zu Lord of War - Händler des Todes - 06.12.2007 10:17

Auswanderer-Sohn Yuri Orlov (Nicolas Cage) will nicht sein Leben im elterlichen Restaurant verbringen. Er träumt von großen Geschäften. So steigt er bald von harmlosen Kleinkriminellen zu einem der größten Waffenhändler im internationalen Geschäft auf. Doch wer in der harten Branche überleben will, darf keinerlei Skrupel zeigen, denn auch Massen mordende Diktatoren gehören zur Klientel. Mit dem Geld, das er mit seinen üblen Geschäften verdient, kann er das Herz der Frau seiner Träume gewinnen. Er zieht auch die Aufmerksamkeit von Interpol-Agent Valentine(Ethan Hawke) auf sich, kann diesem aber immer wieder durch geschickte wie nervenaufreibende Manöver entwischen. Doch Valentine gibt nicht auf... Der Film beginnt mit einem, erschreckend zynischem, Monolog des Waffenhändlers Yuri Orlov, meisterhaft gegeben von Nicolas Cage, der dem Zuschauer erklärt, wie wichtig es sei, die Menschheit unter Waffen zu halten und wie er das mache. Dieser Monolog kommt den ganzen Film über aus dem Off und erklärt Feinheiten, die dem Zuschauer entgangen sein könnten. Nach dem Einführungsmonolog kommt eine filmisch interessante Szene und es wird eine Schießerei mal aus der Sicht einer Gewehrkugel mit einer sehr gut gemachten digitalen Kamerafahrt bis zum Einschlag in die Stirn eines afrikanischen Kindes. Afrika und seine waffengeilen Diktatoren ist über große Strecken dann auch der Schauplatz des Films. Regisseur Andrew Niccol zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, wie viele Waffen im Irrsinn von 40 Jahren kalter Krieg vor allem in der ehemaligen Sowjetunion so angehäuft wurden und wie der zynische Yuri Orlov damit nun alle kleinen Kriege in Afrika und dem Rest der Welt damit versorgen kann. Bestechung und Beziehungen öffnen ihm alle Türen und ebnen ihm auch die scheinbar unmöglichsten Wege. Agent Valentine ist ihm dabei immer einen Schritt zu kurz hinterher, denn Orlov schafft es sogar auf hoher See mit einem Frachtschiff zu entwischen, indem er es einfach umbenennt und einen anderen Namen ans Heck pinseln lässt. Überhaupt ist der Film voller Überraschungen du ziemlich meisterhaft gespielt. Orlov kommen erst Skrupel, als er seinen eigenen Sohn mit einer Spielzeugpistole(!) fummeln sieht. Die afrikanischen Kindersoldaten, die mit echten Gewehren hantieren, die fast größer sind als sie hantieren, störten ihn dagegen nicht. Es wird sogar witzig und das immer dann, wenn die waffengeilen afrikanischen Diktatoren sich in Sprichwörtern versuchen, sie verhauen und Orlov sie unter Einsatz seines Lebens verbessert oder die völlig durchgeknallten Söhne dieser Diktatoren dann unbedingt die Originalwaffen von Rambo haben will. Das Thema langweilt nicht und der Film auch nicht, denn wenn mal gerade etwas nicht passierte, kam der zynische Kommentator Nicolas Cage als Yuri Orlov aus dem Off und erzählte blutige Fakten. Aber auch vor der Kamera ließ Regisseur Andrew Niccol seinen Protagonisten Orlov interessante Vergleiche zwischen ihm, dem „kleinen“ Waffenhändlern, wie ihm und dem Präsidenten der USA als größtem Waffenhändler der Welt ziehen. Ein Film voller Spannung, der nach Syrinana in meinen Augen einer der bisher Besten dieses Jahres war, nach den Reinfällen mit München und Walk the Line, bekommt Lord of War – Händler des Todes in meiner persönlichen Wertung auf satte 10/10 für diese sehr gelungene Beinahe Studie des Waffenhandels.


Starkritik zu Dakota Fanning - 12.11.2007 05:40

in einem jungen Körper. Ich habe alle ihre Filme gesehen und weiß, die Kleine wird irgendwann mal einen Oscar bekommen, so glaubwürdig, wie sie bis jetzt alle ihre Rollen verkörpert hat.


Filmkritik zu Stirb langsam 4.0 - 08.11.2007 00:52

Nach dem animierten Unfall mit dem dritten Shrek befand die beste Freundin von allen, um das zu verdauen, sei eine gute Portion Action von Nöten und die könne man am besten im neuen Teil von „Stirb langsam“ tanken, der ganz genau „Stirb langsam 4.0“ heißt. Nur wurden wir enttäuscht, denn das war keine simple Tankfüllung mit Action, sondern ein ganzer Hochseetanker voll, denn mit der vierten verfilmten Aufforderung, langsam zu sterben, ist es Bruce Willis meiner Meinung nach als einzigem Actionhelden Hollywoods gelungen, 13 Jahre nach dem letzten „Stirb langsam“ auch entsprechend würdevoll und sogar vom Thema her, im neuen Jahrtausend angekommen zu sein. Vor genau 20 Jahren bekam es Bruce Willis als New Yorker Polizist John McClane zum ersten Mal mit einer Horde Schurken zu tun, die vordergründig immer irgendwelche Revolutionäre sein wollen, sich am Ende aber als ganz vulgäre Kapitalverbrecher herausstellen und die John McClane eigentlich nur ins Spiel zwingen, weil sie auch seine Familie bedrohen. Das war zumindest bei den Filmen von 1987, 1990 und 1994 so. Jetzt, 2007 ist das schon deshalb anders, weil McClane inzwischen ziemlich geschieden ist und seine Kinder ziemlich erwachsen sind. So ist dann auch der Plot nicht mehr ganz so simpel und im Gegensatz zu früher rutscht der Polizist in seine Abenteuer nicht hinein, sondern sie sind Teil seiner Arbeit. So soll John McClane diesmal eigentlich nur den jungen Hacker Matt Farrell (Justin Long) zum FBI überführen, aber allein schon damit tritt er ein paar Leuten auf die Füße, die mit einem, von Farrell geschriebenem Programmcode ihre eigenen Pläne mit der Regierung haben und schon fliegen Kugeln und explodieren Wohnungen und Häuser. Regisseur Len Wiseman, der das Kinopublikum 2003 mit “Underworld“ und „Underworld:Evolution“ mit dem Feinheiten des Lebens und des Krieges der Vampire gegen die Werwölfe mehr als vertraut machte, ließ auch diesmal seiner Phantasie freien Lauf und scherte sich auch nicht um physikalische Gesetze, die sein Schaffen hätten bremsen können und so haben die Special Effects den größten Teil des Filmes bestritten. Nicht zum Nachteil von John McClane, der die Ruhe weg hatte und dafür auch zwei Drittel des Films von Matt Farrell nur bewundert wurde, der das als Coolness interpretierte. Als einzige Botschaft des Filmes bleibt die Verletzlichkeit jeder Technik, die ein Netzwerk angeschlossen ist. Während für die Handlung von Shrek dem Dritten der Monitor eines normalen Handys ausgereicht hätte, waren wir bei „Stirb langsam 4.0“ gut damit beraten, ihn in einem großen Kino mit entsprechender Ausstattung zu sehen, denn es war ein optisches und akustisches Festival für die Sinne, das mit einem „Sehr gut“ oder auf der Skala von 10/10 belohnt werden muss. Als Reminiszenz an den ersten Teil bekam man auch den Ruf von damals, „ "Yippijahe Schweinebacke!" zu hören. Ob dieser Actionkracher von Tarantinos "Death Proof" überboten werden kann, wird die Zukunft zeigen, aber bis jetzt war das der Film des Jahres für mich und für die DVD dieses Films ergeht natürlich ein Kaufbefehl an mich und meine geneigten und ungeneigten Leser. Schon der Vollständigkeit und des Vergleiches wegen!


Filmkritik zu Hostel - 20.10.2007 04:02

ch war ja immer schon der Meinung, dass die Regisseure von brutalen Horrorfilmen mindestens einen an der Waffel haben müssen, bei dem Zeug, das sie so verfilmen und davon ausgehend, muss Eli Roth, der „Hostel“ verbrochen hat, muss eine besonders schwere Kindheit gehabt haben. Ich weiß nicht, was mich da geritten hat und welcher Teufel der Hölle seine verbrannten Hände da im Spiel hatte, aber ich hab mir nach „Saw“ und „Saw 2“ nun auch „Hostel“ geholt, eine weitere verfilmte Perversion des neuen amerikanischen Horrorfilms, den ich im Kino zu Recht gemieden hatte. Ob nun Neugier, der Hype, den diese Art von Horror gemacht wir oder pure Sammelwut, aber wie auch immer, ich hab mir den Film geholt und genau das zu sehen bekommen, was ich eigentlich auch erwartet hatte, Großaufnahmen von menschlichem Sadismus. Die Handlung ist ebenso dünn, wie die Qualität der Schauspieler unwichtig sind, denn das Einzige, was sie wirklich können mussten, war einfach nur bluten oder bluten lassen. Ähnlich gestrickt dann auch die Handlung des Films, wenn man sie denn so nennen möchte, was mir im Angesicht des Gesehenen zugegebenermaßen ziemlich schwer fällt, ist eigentlich nur ziemlich flach und durchsichtig. Wie immer sind es ein paar amerikanische College Kids, die auf Abenteuer, aber diesmal im verwerflichen Europa aus sind. Sie geraten über die Lasterhöhlen Amsterdams direkt(!) in eine alte Fabrikanlage beim Bratislava, der morbiden Hauptstadt der der Slowakei und da beginnt nach quälenden 40 Minuten Film dann erst der eigentliche Horror. Nur was auch immer Eli Roth seinen zuschauern zeigen wollte, hat mit Horrorfilm im ursprünglichen Sinn dieses Wortes, wo die Betonung noch auf Film lag, rein gar nichts mehr zu tun. Was dann kommt, hat eher den Charakter von Liveaufnahmen aus einem deutschen KZ oder einer mindestens Abdeckerei, in der Tiere gequält werden und es wirkt erschreckend real, wenn dort perverse, aber reiche Leute aus dem Westen gegen Bares ihre sadistischen Triebe ausleben und mit Kettensägen und anderen, zur Folter umgebauten Instrumenten auf angekettete junge Menschen losgehen, die von den Bewohnern von Bratislava genau dafür eingefangen wurden. Diese Leute wirkten wie die transsilvanischen Bauern am Fuß des Berges mit Dracula Schloss, nur mit umgekehrtem Vorzeichen, denn sie hatten keine Angst, sondern machten mit und lieferten das Frischfleisch für dieses ekelhaften Treiben in der alten Fabrikanlage. So ist meine persönliche Wertung dann auch ziemlich eindeutig und negativ. Das Machwerk „Hostel“ bekommt von mir ziemlich miese 2/10 auf meiner ganz persönlichen Skala und das auch nur für den guten Ton, die satten Farben und für die Verpackung der DVD, ein Steel Book. Ansonsten ist „Hostel“ für mich ein klarer Favorit auf dem „Festival des unnötigen Films“ in Schildburg. Wie da nun Quentin Tarantino reinpasst, ist mir persönlich schleierhaft, denn der ist eher für gute Filme bekannt.


Filmkritik zu Hannibal Rising - Wie alles begann (Unrated Deluxe Edition) - 20.10.2007 00:17

Schon, als ich zum ersten Mal hörte und las, es solle zur Trilogie um den bösen, aber sympathischen Kannibalen und Feinschmeckers Hannibal Lecter, der jedem Filmfan in der Person des Anthony Hopkins in „Das Schweigen der Lämmer“ bekannt wurde, nun ein vierter Teil hinzugefügt werden, der „Hannibal Rising“ heißen solle, war mir irgendwie klar, wie heftig das in die Hose gehen muss. Antony Hopkins wollte keinen weiteren Film drehen und da mussten Regisseur Peter Webber und Autor Thomas Harris in die Kiste mit der Vorgeschichte greifen und damit beginnen, wie Hannibal Lecter zu dem wurde, was er in „Das Schweigen der Lämmer“ war. Erst einmal eine Idee, die nur nach Geldmacherei roch, was es am Ende auch war, aber man hätte etwas daraus machen können. Nur hat Autor Harris es dabei belassen, nur das Trauma zu zeigen, was Hannibal Lecter in seiner Kindheit im Weltkrieg hatte, als Deutsche, dann Russen und dann Marodeure seine Eltern überfielen, umbrachten und die Marodeure zum Schluss noch die kleine Schwester verspeisten und der junge Hannibal als Kind dabei zusehen musste. Etwas Krieg, Kannibalismus und ein Trauma mit anschließendem Rachefeldzug sind an sich schon etwas mager als Erklärung des Lebens des Dr. Hannibal Lecter. Nur richtig dürftig wurde es dann bei der Besetzung des Films. Als den jugendlichen Rächer hatte mal die Rolle des jugendlichen Hannibal Lecter mit einem gewissen Gaspard Ulliel besetzt, der mit schauspielerischem Talent nicht unbedingt überfüttert, eigentlich auch das größte Manko des Films ist. Da, wo bei Anthony Hopkins energisch funkelnde und eloquente blaue Augen blitzen und beeindrucken, stiert Gaspard Ulliel mit dunklen bis schwarzen Augen vor sich hin, wie eine tiefgefrorene Ratte. Das beeindruckt nicht und macht auch keine Angst, sondern fängt nach einer halben Stunde sogar an zu langweilen und der Film streckt sich dann so, optisch eher dürftig, auf fast zwei Stunden. Der junge Lecter zog und mordet sich durch halb Europa und zum Schluss auch in der neuen Welt, in Kanada. Die gebotenen Todesarten sind ganz leidlich, aber immer noch sehr viel schlechter als in „Das Schweigen der Lämmer“, dem ersten und wahren Film über Hannibal Lecter. Auf meiner persönlichen Skala erreicht „Hannibal Rising“ dann auch nur magere 5/10 Punkten und gewiss auch keine Kaufempfehlung. Ich habe ihn auch nur der Vollständigkeit halber und das Thema ist damit für mich durch. Der Film ist großer Favorit beim diesjährigen "Festival des unnötigen Films" in der Slowakei.


Filmkritik zu Spider-Man 3 - 10.10.2007 21:25

Nach Spiderman 1 und 2 ist Tobey Maguire eigentlich mit allen Problemen durch, die er als Arachnoid so haben kann und sein schauspielerisches Können stößt an physikalische Grenzen. So muss den Rest dann die Tricktechnik übernehmen und von der gab es im dritten Teil mehr als reichlich. Jedes Problem und jedes Gefühl wurde zu einer Comicfigur materialisiert. Das begeistert zwar eine Jugend, aber bei Menschen jenseits der 30 kommt das nur noch etwas fade. Meine vier Sterne gibt es dann auch nur noch dafür, denn optisch gibt er allemal etwas her, nur die Story hat darunter etwas gelitten und man hofft, mit Spiderman war es das gewesen und Maguire spielt wieder richtige und menschliche Rollen. Das kann er ganz gut und wie ich persönlich finde, sogar besser. 5/10 auf meiner persönlichen Wertung und wer die anderen beiden Teile hat, sollte sich auch diesen auf DVD zulegen. Ich zumindest werde es tun und dabei dann auch belassen.Es wird Zeit, dass sich Gefühle und Regungen dieses Schauspielers wieder in seinem Gesicht dokumentieren, wie bei Al Pacino und Johnny Depp ja auch. Für jede Regung und jedes Gefühl eine neue Comicfigur, sowas überlastet auch einen verfilmten Comic auf die Dauer und Tobey Maguire ist ein zu guter Schauspieler, als das er sowas nötig hätte.


Filmkritik zu Death Proof - Todsicher - 03.10.2007 21:00

Keine frustrierte Hausfrau, die wie in Kill Bill aus irgendeinem Stress mit dem Samuraischwert um sich hackt, sondern eine echt üble Kaschemme, mit echt üblen Gestalten wie in "From Dusk Till Dawn", wo ja Tarantino auch das Buch geschrieben hat. Nur kam diesmal kein cooler George Clooney ins Bild, sondern das faltige, vernarbte und endlos böse Gesicht des alt gewordenen Kurt Russel. Das Alter änderte nichts daran, dass es dämonisch und verschlagen aussah. Russel stellte sich den anwesenden Frauen als Stuntman Mike vor und nur Minuten später war nicht nur eine tot, sondern es flogen Körperteile durch die Gegend. Dazu noch eine Gruppe anderer Mädels, die im Auto unterwegs waren und denen Stuntman Mike auch ans Leder will und schon begann dann eine aberwitzige Jagd, bei der es nicht nur zu Kratzern kam. Auch Tarantino selbst hatte sich wieder eine Rolle gegönnt und thronte als eine Art Zuhälter zwischen ein paar sehr schrägen Damen. Ein paar andere eigenwillige und seltsame Exemplare dieser Gattung Mensch waren ihrerseits mit einem großen amerikanischem Auto auf dem Highway unterwegs und erregten das Interesse von Stuntman Mike als in Frage kommende Opfer. So begann die oben erwähnte zwei Stunden Jagd mit sehr vielen Blechschäden und flotten Sprüchen weit jenseits aller Political Correctness, der noch mit überraschenden Wendungen aufwartet. Kein Kino für das zarte Gemüt, aber dafür ein echter Tarantino und der erste Teil eines Double-Features mit Robert Rodriguez, dessen Film „Planet Terror“ im cineastischen dritte Welt Land Deutschland mal wieder später startet. Auf jeden Fall von mir schon mal 10/10 auf der persönlichen Wertung. sehr guten Film, der mich auf sehr schräge Art zu unterhalten wusste.


Filmkritik zu Ghost Rider - 26.09.2007 21:49

Hin und wieder gebe auch ich mir einen Film, der keinen tieferen Sinn macht, sondern nur zur reinen Unterhaltung taugt. So auch „Ghostrider“ von Mark Steven Johnson 2007 mit Nicolas Cage als Titelheld. Mir ist der dazugehörige Comic von Marvel nicht bekannt, aber dafür umso mehr der Song „Ghostrider in the Sky“, der älter ist als ich. So ist die Geschichte dieses Films bei mir die Geschichte eines Liedes, was ich mein Leben lang kenne. Ein gewisser Stan Jones schon 1949 komponiert wurde, mir aber von einer Band namens „The Ramrods“, die das 1960 intonierte, als Dauerbrenner in den Ohren klang. Einen Comic soll es auch geben, aber den kenne ich nicht. Der Plot des Films ist daher so simpel wie die Legende vom Feuerreiter selbst: Der Motorrad-Stuntfahrer Johnny Blaze überschreibt in seiner Jugend seine Seele dem Teufel, damit der seinen Vater vom tödlichen Krebs heilt. Der Vater wird gesund und Johnny Blaze der Kopfgeldjäger des Teufels, der entflohene Seelen und Dämonen aus der Hölle wieder einsammelt. Die Ghostrider früherer Jahre waren auf Pferden mit feurigen Hufen unterwegs, aber man passt sich ja an und so ist es bei Nicolas Cage alias Johnny Blaze der Zeit entsprechend ein brennender Chopper. Der Teufel ist mal wieder als Mephistopheles auf der Erde unterwegs und wird recht glaubwürdig von einem alt gewordenem Peter Fonda gegeben, der seit „Easy Rider“ wohl nicht vom Thema Motorrad lassen kann. Auch der graue Sam Elliot ist als ein Vorgänger des Ghostriders mit von der Partie, aber der hoppelt noch brav auf einem brennenden Pferd durch die Landschaft. Ob nun Nicolas Cage die beste Besetzung für diese Rolle war, darüber darf gestritten werden, aber ich fand, sie passte zu ihm, schon weil sein üblicher Hundeblick oft genug durch eine Kopf ersetzt wurden, der mitsamt den Augen in hellen Flammen stand. Die Effekte beherrschen diesen Film, was insofern gut ist, als das man einfach wenig grübeln muss. Ein Comic eben. Es gibt auch eine Lovestory mit der Jugendliebe Roxanne von Johnny Blaze, aus der nachher die schöne Reporterin wurde, die von Eva Mendes recht ansehnlich ins Bild gebracht wird, köchelte dagegen eher auf kleiner Flamme und störte nicht weiter. Ein Film zum wohl fühlen, der einen zu guter Laune verleitet. Ich zumindest bekam welche. Auf meiner persönlichen Wertung somit auch stolze 9/10 und ein Schnäppchen für die Sammlung mit Filmen mit Nicolas Cage. Für mich hat nun auch der Song, der mich mein Leben lang begleitete, ein Gesicht und eine Story.


Filmkritik zu Antikörper - 12.09.2007 20:12

Antikörper ist ein recht deutscher Film, der mir erst über das Blog meines jungen Freundes Fargo ins Auge gefallen ist und den ich mir auf diese Quasi-Empfehlung dann auch geholt habe. So gehört auch seine Rezension an den Anfang der meinen: Zitat: ChrisFargoIch habe keine Scheu, diesen Film mit "Sieben" und "Schweigen der Lämmer" zu vergleichen. Zwar steht er nicht auf der gleichen Stufe, darf aber ganz knapp an dieser riechen. In vielerlei Hinsicht ähnelt "Antikörper" diesen beiden Genre-Klassikern. Wie bei den Lämmern geht es hier auch um einen (14fachen) Serienmörder, der in der Zelle sitzt und sein Opfer in Form eines guten Polizisten an der Nase herumführt. Er spielt mit ihm - ein abgeschwächtes Quid pro quo - Sag mir was über deine Familie, ich sage dir etwas über ein totes Mädchen. Der Polizist geht nicht groß darauf ein, zerbricht aber immer mehr an diesem Fall. Bis hin zum Finale, jenes ~spoiler~ halt teilweise an 7 " erinnert - nur leider nicht so konsequent. ~spoiler~ Ein sehr spannender Film aus Deutschland. Vielleicht einer der spannendsten seit Jahren. Starke Atmosphäre, intensive Szenen - wie gesagt - Anleihen an die Psycho-Thriller aus Hollywood, aber ohne dabei dreist geklaut zu haben. Man könnte fast nur an den dt. Polizei-Autos und Heinz Hoenig darauf schließen, dass hier der Deutsche Film am Werke war. 9/10 (eine 10 gibt es bei mir nie nach dem ersten Mal *g) So weit, so richtig, eine Meinung, die ich fast im vollen Umfang teile. Fast, weil es einige sehr relevante Unterschiede zu Sieben und zu Schweigen der Lämmer gibt. Unterschiede, die sich dann als Mängel erweisen. Der Plot von mir noch mal kurz angerissen: In einem deutschen Dorf geschieht ein sehr widerlicher Mord an einem 12jährigen Mädchen und der ermittelnde Dorfpolizist Michael Martens (Wotan Wilke Möhring) fährt zu seinem Berliner Kollegen (Heinz Hoenig), weil der den Serienmörder Gabriel Engel (André Hennicke) gefasst hat, weil er sich durch den Aufklärung erhofft. Der führt ihn allerdings an der Nase herum und so bekommt der Fall eine andere, aber nicht weniger spannendere Wendung. Zum Beispiel hatte Regisseur David Fincher in Sieben mit Brad Pitt, Morgan Freeman und Oscargewinner Kevin Spacey und Jonathan Demme mit Jodie Foster und Anthony Hopkins in Schweigen der Lämmer auf große Schauspieler gesetzt und gewonnen. Der deutsche Regisseur Christian Alvart hat bis auf Heinz Hoenig eigentlich nur Schauspieler aus der unbekannten B-Kategorie verpflichtet und darunter leidet der Film. Der triebgesteuerte Bösewicht wird von einem Andre Hennicke gegeben, der größtenteils nur sehr vulgär agiert und erst gar keine versteckte Sympathie für die Filmfigur aufkommen lässt. Also anders als Kevin Spacey oder gar Anthony Hopkins, die bei allen verbrochenen Grausamkeiten immer noch Raum für Sympathie ließen. Aber selbst die wenigen guten Schauspieler bleiben von Christian Alvarts schlecht geschriebenen Dialogen nicht verschont. Nach dem Film weiß der Zuschauer zumindest, der deutsche Serienmörder ist laut, primitiv, kulturlos und böse. Die richtig interessanten Mörder mit Stil bleiben den Amis vorbehalten. So muss Heinz Hoenig als Kommissar ohne Ende über „Wichse“ reden, wo ein Heinz Hoenig und ein deutscher Polizist nur über Sperma oder maximal Ejakulat sprechen würde. Insgesamt ist die schauspielerische Leistung an sich eher jämmerlich und nur die gute Handlung reißt vieles wieder raus. Auch die biblischen Texte aus dem Off mögen zwar der Erklärungen einiger Abläufe im Film dienen, aber dem heidnischen Zuschauer, in dem Fall ich, gehen sie spätestens nach dem zweiten Sehen des Films nur noch auf den Nerv, denn man hätte die Handlung auch ohne Kenntnis der Bücher Mose nachvollziehen können. Eigentlich ragte nur ein Schauspiel aus dem vulgären Geplapper heraus und zwar das des Hauke Diekamp, einem viel versprechendem jungen Schauspieler, der 2004 mit 16 den Sohn des Dorfpolizisten gab und alle Alten an die Wand spielte, weil er als Einziger natürlich rüber kam. So rutschte meine Wertung nach dem dritten Ansehen insgesamt auf ein gutes Befriedigend oder 7/10 weil eben die Handlung spannend war und überzeugte. Trotz alle aufgezählten Mängel ein Film, der überzeugt.


Filmkritik zu 300 - 12.09.2007 20:09

Es gibt einfach Filme, bei denen man besser beraten ist, die Freundin nicht ins Kino zu schleppen und “300“ von Zack Snyder, 2007 ist ein solcher Film. Es ist ein Film, in der es um eine antike Schlacht geht und wie bei antiken Schlachten seltsamerweise üblich, eine recht blutige Angelegenheit, den habe ich nun auf DVD. Es geht genauer um die erste Schlacht bei den Thermopylen und das ist nichts für zarte Gemüter und da beziehe ich meine Freundin mal mit ein, obwohl sie schon ziemlich erwachsen ist und was ab kann. Ein Film über eine bestimmte Schlacht also und der Plot ist entsprechend simpel erzählt: In grauer Vorzeit, also relativ genau im Jahr 480 v. Chr. befand der persische König Xerxes, im Film ein eher widerlicher, mit schmuck und Ketten behangener Kahlkopf, sein Volk sei eines ohne Raum und sandte Boten zu den antiken Völkern Vorderasiens, namentlich nach Griechenland und Sparta, damit sie sich ihm unterwerfen mögen. Nur Leonidas, der König der Spartaner hatte da so seine Vorbehalte und brachte den persischen Boten kurzerhand um. Xerxes reagierte wenig beglückt und zog mit einer Million arbeitsloser Perser, die gerade nichts anderes vorhatten, gegen Sparta in den Krieg. Der Text und die Dialoge des Films beschränken sich auf viel Gerede oder besser, Geschrei über Ehre, Ruhm und Freiheit. Was auch sonst, denn politisch korrektes Neusprech findet man im antiken Griechenland, wo ja auch Sparta war, genauso häufig wie Computer, Internet oder Telefon. Wer da geschliffene, gereimte und damit künstlerisch wertvolle Dialoge wie bei Shakespeare erwartet hat, ist in dem Film schlicht falsch. Ruhm, Ehre, Liebe und Verrat waren alles, worum es sich drehte. Würde man bei Shakespeare die Versform weglassen und seine Stücke in Prosa hören, würde ein ähnliches Zeug bei rauskommen. So schlagen sich die Spartiaken, wie man die kämpfende Truppe der Spartaner nannte und die eindringenden Perser nach allen Regeln der Filmkunst die Köpfe ein und diverse Körperteile ab, aber das gehörte nun einmal zum Small Talk in der Geschichte der Antike, wo eigentlich jeder jedem an die Gurgel und ans Leben ging. Die Bronx von heute ist gegen die europäische Antike ein bewachter Kinderspielplatz. Im Angesicht der Masse rollender Köpfe und aufgespießter und geschlitzter Soldaten Frage ich mich höchstens, wie die FSK 16 für diesen Film zustande kommen, aber das soll nicht mein Problem sein, denn wenn das die Kids anspricht, geht das in Ordnung. Man könnte jetzt natürlich alles Mögliche in diesen Film hineindichten, was den bösen König aus Persien, dem heutigen Iran und die Macher aus den USA angeht, aber das blende ich für meinen Teil einfach aus und sehe nur eine gut gemachte Comicverfilmung, die gar nicht beansprucht, mehr zu sein, als nur das. Zack Snyder und Frank Miller haben fast 120 Minuten gutes Popcornkino abgeliefert, was zu Sehen Freude gemacht hat und bei mir mit 9/10 auf der persönlichen Wertung bei ist.


Filmkritik zu Sunshine - 12.09.2007 20:06

Es war mal wieder soweit und Kinotag. Mit der besten Freundin von allen zog ich los in Richtung unseres Stammkinos. Auf dem Plan stand ein Sci Fi Streifen namens „Sunshine“, über den ich eigentlich nur Gutes gehört und gelesen hatte. Nur wie so oft bedeutet Masse nicht auch gleich Qualität oder in dem Fall, Unterhaltung. Mit was wurde Sunshine nicht alles verglichen? „2001 - Odyssee im Weltraum“ und „Event Horizon - Am Rande des Universums“ waren noch das Mindeste. Der Plot bei Sunshine ist ziemlich simpel, was auch dem Film nicht gut bekommt und daher nehme ich ihn gleich von Prisma-Online: In naher Zukunft sieht es auf der Erde buchstäblich finster aus. Der Grund: die Sonne verliert allmählich ihre Kraft und das Leben auf unserem Planeten droht unterzugehen. So ruht die letzte Hoffnung, der Sonne wieder den alten Glanz zu verleihen, auf einer Raumschiff-Crew, die die Aktivitäten der Sonne wieder in Schwung bringen soll. Doch die Reise durchs Universum steht unter einem schlechten Stern: Ein Unfall durch menschliches Versagen droht das Unternehmen jäh zu beenden. Allerdings könnte ein bereits vor Jahren unternommenes ähnliches, aber seinerzeit gescheitertes Projekt die Mission noch retten... Nur bis es überhaupt zu einen Handlung kommt oder etwas, dass man dafür halten könnte, vergeht eine gefühlte Stunde nur mit schönen Bildern von der Sonne und ein paar sehr gut gemachten, akustischen Effekten. Nur irgendwann muss selbst dem Regisseur Danny Boyle aufgefallen sein, dass Bilder und Effekte allein, noch lange keinen Film ergeben. Dann mühte er sich um eine Erklärung und schraubte einen Plot zusammen, der inhaltsloser gar nicht sein konnte. Die Sonne soll mit einem Bündel Atombomben überredet werden, ihrem eigentlichen Hobby, dem Scheinen nachzugehen. Ich will mich da nicht auf technische Details einlassen, ob das nun so geht, aber ich habe ähnliche Aktionen mit der Wiederbelebung einer Sonne bei Star Trek schon sehr viel einfallsreicher gesehen. Wenn man schon die Zukunft bemüht, müssen es ja nicht unbedingt vulgäre Atombomben sein, wie sie auch in der Gegenwart so rumliegen. Der Film hatte sehr viele Längen und das war dann auch das Einzige, was er mit „2001 - Odyssee im Weltraum“ gemein hatte. Nur gab es dort den unberechenbaren und damit witzigen Supercomputer HAL 9000, der durch seine Macken die Mannschaft hin und wieder aus der Fassung brachte und dadurch einige Längen kompensierte. In Sunshine war irgendwie gar nichts super und die Schauspieler, die die Mannschaft gaben, fielen nur dadurch auf, dass sie nach dem Prinzip der „10 kleinen Negerlein“ im Film nacheinander das Zeitliche zu segnen hatten. Da es ja um die Sonne ging, wurde der eine, wie in der Mikrowelle, auf cross gebacken und der andere entleibte sich zur Sicherheit gleich selbst und um dem versprochenen Horror zu liefern wird der nächste von einer Art Zombie gejagt und gemeuchelt, der ein Raumschiff früher zur Sonne unterwegs war unterwegs war und das war dann wohl auch der Aufhänger für den Vergleich mit „Event Horizon“, dem Sunshine nun aber überhaupt nicht standhält, schon weil gute Schauspieler vom Kaliber des dämonisch spielenden Sam Neill ganz einfach völlig fehlten. Ich hatte ja eigentlich vor, Sunshine gut zu finden, aber genau dafür fehlte es an entsprechender Substanz. So plätschert der Film bis zum Ende und hat mich weder als Sci Fi, noch als Horrorfilm überzeugen können. Schade eigentlich, ma hätte mehr aus dem Thema machen können. Gene Roddenberry hat in seinem Star Trek TNG oft genug gezeigt, wie man eine Sonne mittels Wunderwaffe, die man günstigerweise zur Hand hat, einem klugen Plan und einem Phaser wieder zum Leuchten bringt. Was von Sunshine bleibt, sind schöne, grandiose Bilder und gut gemachte Effekte, die geradezu danach rufen, den heimischen Player mal auszureizen, aber als Kinofilm kommt er nur auf magere 5/10. Ich hab wirklich mehr erwartet. Beim Rausgehen einigten wir uns darauf, dass wir mit dem Testosteron der 300 schwitzenden Spartaner besser bedient gewesen wären, aber das Kinojahr beginnt ja erst und die Mission Mikrowelle der Auftakt für uns


Filmkritik zu Shrek 3 - Shrek der Dritte - 12.09.2007 20:03

Die beste Freundin von allen wollte „Irina Palm“ sehen, wo die ehemalige Freundin von Mick Jagger und das singende Groupie Marianne Faithfull, die im Film ihren Lebensunterhalt damit bestreitet, Männer mit der Hand zu befriedigen und auf die Art der Sozialhilfe oder Hartz IV zu entkommen, aber mir war nach knallharter Action der Marke Bruce Willis und ich wollte Marianne Faithfull so in Erinnerung behalten, wie ich sie kannte, jung und schön, also einigten wir uns auf die logischen Mitte, bei Shrek dem Dritten. An und für sich kein schlechter Gedanke, denn Oceans 13 war ja auch ein dritter Teil und als solcher sogar sehr gut gefiel, machten wir uns bei „Shrek, der Dritte“ eigentlich keine allzu großen Sorgen. Die ersten Zweifel überkamen uns, als wir das Publikum betrachteten, denn das war, im Gegensatz zu den früheren Teilen von Shrek, im Schnitt noch sehr viel jünger als die Tochter meiner Freundin und spätestens nach den gefühlten vier Stunden Werbung, die fast ohne Zigaretten auskam, aber dafür um so mehr Trailer von Filme für Kinder beinhaltete, wurde aus den Zweifeln eine Tatsache. Wir waren im falschen Film. Der Plot von Shrek, dem Dritten war dann auch entsprechend simpel: Der Schwiegervater und König von „Weit weit weg“ ist ernsthaft krank und braucht nun einen Nachfolger als König für sein Land und will das Amt an Shrek vererben. Der hat aber keine Lust und macht sich auf, Artus, den zweiten Kandidaten für das Amt zu suchen und den zu überzeugen. Eigentlich genügend Stoff um Oger, Esel und den Kater aus dem zweiten Teil wieder spritzig und amüsant agieren zu lassen. Man ließ sie agieren und hat sogar Grimms Märchen und noch einige Sagenwelten geplündert, nur so originell, liebevoll und inspiriert, wie im zweiten Teil beim gestiefelten Kater, wurde das im dritten Teil dann nicht mehr gemacht und das vermisste man teilweise recht schmerzlich. Bei diesem dritten Teil hat ganz einfach das Gesetz der Serie zugeschlagen und er war liebloser und schlechter als beide Vorgänger und hätte einfach nicht sein müssen, genauso, wie bei Spiderman und dem Fluch der Karibik war nun auch der grüne Oger langweilig geworden. Nach gut 90minuten war der animierte Spuk vorbei und ich war mir mit meiner Freundin einig, wir hätten besser „Irina Palm“ alias Marianne Faithfull dabei zusehen sollen, wie sie John McLaine alias Bruce Willis einen von der Palme schüttelt. So wurde auch „Stirb langsam 4.0“ für den nächsten Kinogang ins Visier genommen. Für gewisse Sorten Trickfilme sind wir dann wohl doch zu betagt, als das wir da ohne Sex und Crime und vor allem, ohne überzeugendem Humor auskommen und der ging „Shrek dem Dritten“ dann doch etwas ab und er erreichte lausige 5/10 auf meiner Wertung oder halt auch ein befriedigend, denn zur Vervollständigung der Sammlung taugt er allemal. Nur wünscht man sich intensiv die Zeit zurück, in der jeder Film noch ein Unikat war.


Filmkritik zu Stirb langsam 4.0 - 12.09.2007 20:01

Nach dem animierten Unfall mit dem dritten Shrek befand die beste Freundin von allen, um das zu verdauen, sei eine gute Portion Action von Nöten und die könne man am besten im neuen Teil von „Stirb langsam“ tanken, der ganz genau „Stirb langsam 4.0“ heißt. Nur wurden wir enttäuscht, denn das war keine simple Tankfüllung mit Action, sondern ein ganzer Hochseetanker voll, denn mit der vierten verfilmten Aufforderung, langsam zu sterben, ist es Bruce Willis meiner Meinung nach als einzigem Actionhelden Hollywoods gelungen, 13 Jahre nach dem letzten „Stirb langsam“ auch entsprechend würdevoll und sogar vom Thema her, im neuen Jahrtausend angekommen zu sein. Vor genau 20 Jahren bekam es Bruce Willis als New Yorker Polizist John McClane zum ersten Mal mit einer Horde Schurken zu tun, die vordergründig immer irgendwelche Revolutionäre sein wollen, sich am Ende aber als ganz vulgäre Kapitalverbrecher herausstellen und die John McClane eigentlich nur ins Spiel zwingen, weil sie auch seine Familie bedrohen. Das war zumindest bei den Filmen von 1987, 1990 und 1994 so. Jetzt, 2007 ist das schon deshalb anders, weil McClane inzwischen ziemlich geschieden ist und seine Kinder ziemlich erwachsen sind. So ist dann auch der Plot nicht mehr ganz so simpel und im Gegensatz zu früher rutscht der Polizist in seine Abenteuer nicht hinein, sondern sie sind Teil seiner Arbeit. So soll John McClane diesmal eigentlich nur den jungen Hacker Matt Farrell (Justin Long) zum FBI überführen, aber allein schon damit tritt er ein paar Leuten auf die Füße, die mit einem, von Farrell geschriebenem Programmcode ihre eigenen Pläne mit der Regierung haben und schon fliegen Kugeln und explodieren Wohnungen und Häuser. Regisseur Len Wiseman, der das Kinopublikum 2003 mit “Underworld“ und „Underworld:Evolution“ mit dem Feinheiten des Lebens und des Krieges der Vampire gegen die Werwölfe mehr als vertraut machte, ließ auch diesmal seiner Phantasie freien Lauf und scherte sich auch nicht um physikalische Gesetze, die sein Schaffen hätten bremsen können und so haben die Special Effects den größten Teil des Filmes bestritten. Nicht zum Nachteil von John McClane, der die Ruhe weg hatte und dafür auch zwei Drittel des Films von Matt Farrell nur bewundert wurde, der das als Coolness interpretierte. Als einzige Botschaft des Filmes bleibt die Verletzlichkeit jeder Technik, die ein Netzwerk angeschlossen ist. Während für die Handlung von Shrek dem Dritten der Monitor eines normalen Handys ausgereicht hätte, waren wir bei „Stirb langsam 4.0“ gut damit beraten, ihn in einem großen Kino mit entsprechender Ausstattung zu sehen, denn es war ein optisches und akustisches Festival für die Sinne, das mit einem „Sehr gut“ oder auf der Skala von 10/10 belohnt werden muss. Als Reminiszenz an den ersten Teil bekam man auch den Ruf von damals, „ "Yippijahe Schweinebacke!" zu hören. Ob dieser Actionkracher von Tarantinos "Death Proof" überboten werden kann, wird die Zukunft zeigen, aber bis jetzt war das der Film des Jahres für mich und für die DVD dieses Films ergeht natürlich ein Kaufbefehl an mich und meine geneigten und ungeneigten Leser. Schon der Vollständigkeit und des Vergleiches wegen!


Filmkritik zu X-Men: Der letzte Widerstand - Special Edition - 12.09.2007 19:49

Der letzte Film der X-Men Trilogie, „X-Men III, der letzte Widerstand“. Regie: Brett Ratner, hat alles, was eine gelungene Fortsetzung und sogar ein gut gemachter dritter Teil haben muss. Außer der, ohnehin schon starken Besetzung eine Masse neue Charaktere, von denen einer sogar als ziemlich blaues „Beast“ in der Regierung der Menschen sitzt, um die Interessen der Mutanten zu vertreten. Es gibt einige aufklärende Rückblicke und Einsichten in die Zukunft. Nun sind die Mutanten bei den X-Men auch etwas anders geschraubt, als die verstrahlten Kollegen aus der Wüste in „The Hilles Have Eyes“ und jeder davon auf eine andere Art sympathisch. So stört es auch wenig, wenn Jean Grey, Famke Jannsen, die sich in Teil zwei ja für die X-Men geopfert hat, nun plötzlich eine Art Wiederauferstehung erfährt und sich dabei passenderweise in den unberechenbaren Phoenix verwandelt, in ein Wesen mit geradezu überirdischen Kräften, die sogar die Kräfte ihrer ehemaligen Lehrer Professor Xavier und Magneto in den Schatten stellen. Der Film ist auch, anders als die ersten beiden Teile, auch nicht mehr hauptsächlich auf die braven X-Men des Professor Xavier ausgelegt, sondern die kriegerische Bruderschaft von Magneto dominiert den Film genauso, wie die auferstandene Jean Grey. Ihr gehören auch die zwei besten Szenen des Films: die Zerlegung eines kompletten Hauses, bei deren erschüttertem Ausgang mir der Atem stockte und der Schluss des finalen Kampfes, in dem Wolverine ein letztes Mal versucht die Macht des Monstrum Phoenix zu brechen. In der, ziemlich rasanten Handlung gibt es außer der Auferstehung noch Liebe, Verrat, Tod und ziemlich einschneidende Veränderungen auf Seiten der Mutanten und einen ziemlich spektakulären Showdown in San Francisco, bei dem die Golden Gate Bridge eine ziemlich tragende Rolle spielt und dabei auch so ihre Dellen bekommt. X-Men 3 ist seit langer Zeit endlich mal wieder eine Fortsetzung und sogar ein dritter Teil, bei dem sich der Regisseur Brett Ratner sehr viel Mühe gegeben hat, dem ersten Teil von Bryan Singer gerecht zu werden und sogar logisch zu bleiben, soweit das bei dieser Art Film überhaupt möglich ist. Ein Happy End, das diesen Namen verdient hätte, gibt es nicht, aber der Film ist so gemacht, dass man trotzdem nicht enttäuscht ist, sondern sogar zufrieden über einen gut gemachten Film. Gerade der großartige Ian McKellen, der als Magneto in diesem Teil der X-Men Saga mehr Macht demonstrieren durfte, als in den beiden anderen und sogar mehr als in der Rolle des Gandalf aus „Herr der Ringe“ weiß zu überzeugen und gibt dem Film eine eigene Note. So bekommt „X-Men III, der letzte Widerstand“ auch lockere 10/10 auf meiner persönlichen Wertung, denn er hat mich sehr gut unterhalten!


Filmkritik zu Saw 3 - 12.09.2007 19:44

die müssen einfach nicht sein. Metzgerorgien wie Saw und Hostel gehören dazu.Ich hab nichts gegen guten Horror, aber in den Zeiten von Abu Graib und Guantanamo darf es dann auch etwas weniger realistisch sein. Sind denn alle Geschichten mit den lustigen Zombies und anderen Untoten, die Horror verkörpern, aber etwas weniger wahrscheinlich sind, alle schon verfilmt? Auch beim Horror kann man noch ungestraft die Phantasie benutzen und man sollte es tun, bevor das auch keiner mehr kann!


Filmkritik zu Fluch der Karibik - 25.05.2007 08:28

Wie bei allen anderen Filmen auch, ist FdK von 2003 der ungeschlagene erste Teil der sehr gelungenen Idee, die Piratenfilme aus den 30er bis 60ier Jahren neu aufleben zu lassen. Johnny Depp als Hauptdarsteller des Captain Jack Sparrow, eines Piraten vom neuen Schlag, der nicht nur gut gespielt, sondern tatsächlich auch cool rüberkommt. Johnny Depp geht so glaubhaft in der Rolle auf, er spielt den Piraten Jack Sparrow, sondern er ist es und das macht diesen Film so gut! Allerdings gibt es im Film auch keinen Piraten, dem man das nicht abkauft. Lediglich Orlando Bloom wirkt neben Depp ein wenig blass, aber das kann man verschmerzen.


Filmkritik zu Tal der Wölfe - Irak - 24.01.2007 18:40

gab es ja auch, der alle amerikanischen Probleme noch Jahre und Jahrzehnte später löste, also warum kein Gegenstück zu ihm? Peinlich genug, dass "Tal der Wölfe" in diesem, ach so "freien Land" nicht in die Kinos kam und man auf die DVD warten musste...


Filmkritik zu Hügel der blutigen Augen - The Hills Have Eyes - 09.11.2006 00:35

Nach einer recht angemessenen Wartezeit, die ich mir bei solchen Filmen immer lasse, habe ich mir nun die lyrische Romanze, also zu gut Deutsch, den Horrorthriller „The Hilles Have Eyes“, der mit „Der Hügel der blutigen Augen“ nur recht unzureichend übersetzt wäre, gegeben und vermute darin nun eine Art amerikanischer Folklore in diesem Treiben, was im Film so recht anschaulich beschrieben ist, denn es gibt einfach zu viele Filme von dieser Sorte, als dass das alles nur ausgedacht sein kann. „Wrong Turn“, „das “Texas Chainsaw Massacre“ und dazu noch einige Verfilmungen einiger Fälle, wie „Ed Gain“, „Ted Bundy“ und „Dahmer“, die auf tatsächlichen Begebenheiten beruhen. In „The Hilles Have Eyes“ wird mit den Atomwaffentests der USA sogar vorneweg eine pseudowissenschaftliche Erklärung für die zauberhaften Mutanten geliefert, die den Inhalt dieses Filmes durch ihr Tun erst richtig würzig gestalten. Der Plot ist so simpel, wie die meisten Schauspieler unbekannt sind. Nur der ziemlich betroffene, weil bald recht tote Familienvater Bob wird von Ted Levine gespielt, der den Captain Stottlemeyer in der kultigen Fernsehserie „Monk“ gibt, ragt als bekannt heraus, solange er noch lebt. Der Plot ist simpel wie immer und ähnlich wie in „Wrong Turn“ und House of Wax“. Nur fahren diesmal keine Studenten aus der Stadt durch den Wald, sondern eine Familie, mit zwei Töchtern, einem Sohn, einem Schwiegersohn und einem Enkel durch die Wüste. Regisseur Alexandre Aja, der der mir schon mit „High Tension“ eine blutige Freude gemacht hatte, griff zu den bekannten und bewährten Mitteln bei diesem Film. Nach der obligatorischen Tankstelle kam die obligatorische Abkürzung, auf der natürlich das absolut Böse in Gestalt einiger hungriger und blutgieriger Mutanten lauerte. Wie gehabt, werden mittels bösartiger Fallen erst einmal die Reifen von Auto und Caravan der Familie zerfetzt, damit sie im absoluten Nichts einer Wüste zum Stehen kommen, was natürlich auch passiert. Dann verschwindet ein Hund, der nur Minuten später von einem Mutanten genüsslich verzehrt wird und der schwerbewaffnete Papa Bob geht auf die Jagd, ohne zu wissen, auf wen er sich da einlässt, denn nur ein paar Minuten später hängt auch er in einem Baum und wird nach allen Regeln der Kunst flambiert. In derselben Zeit randalieren im Caravan zwei Mutanten, deren Gesichter so scharf am Titel „Sexiest Man alive“ vorbeigeschrammt sind, wie Deutschland am wirtschaftlichen Aufschwung und vergreifen sich an Mutter und Tochter. In dem Augenblick werden die überlebenden Sohn und selbst der eher lasche Schwiegersohn zu wütenden Rambos und metzeln recht blutig alle noch verfügbaren Mutanten nieder. Das warten hat also gelohnt und „The Hilles Have Eyes“ ist eine romantische Komödie, wie sie mein Herz erfreut und auf 9/10 in meiner Wertung kommt und von mir jedem Splatterfan ans Herz gelegt wird.


Filmkritik zu Mission: Impossible III - 03.11.2006 02:33

Vor ziemlich genau 10 Jahren hat Regisseur Brian De Palma mit „Mission Impossible“ die Fernsehserie “Kobra, übernehmen sie“, die seit 1972 immer wieder im Fernsehen läuft und die bis 1989 immer wieder den kalten Krieg zum Hintergrund hatte, zu einem High Tech Actionfilm mit Tom Cruise in der Hauptrolle des IMF-Agenten Ethan Hunt adaptiert. IMF stand für „Impossible Mission Force“, also einer Art Büro für unlösbare Angelegenheiten und die Story war damals simpel, aber sehr gut gemacht. Die Agenten um Ethan Hunt sollen die Reste des kalten Krieges aufräumen und heiß begehrte Listen von Agenten der CIA in Europa vor fremdem Zugriff sichern. Es gab viel Verrat, Verräter, intelligente Maskerade und eben alles, was ein pfiffiger Agententhriller eben braucht. Bei Brian De Palma ging das mit großer Besetzung noch logisch, mit Sinn und vor allem mit viel Action über die Bühne und der Film war gelungen. 2000, also nur vier Jahre später fühlte sich Regisseur John Woo berufen, eine „Mission Impossible 2“ zu drehen, in der es schon sehr viel langweiliger zuging, was den Inhalt betraf. Es ging damals um einen tödlichen Virus und dessen Gegenmittel. Außer Ving Rhames und Anthony Hopkins in Nebenrollen hatte John Woo auf erwähnenswerte Stars großzügig verzichtet und das ist dem Film auch nicht bekommen, denn er kam nicht über das Mittelmaß nicht hinaus. Nun kam ein gewisser Regisseur Jeffrey Abrams 2006 auf die Idee, er müsse unbedingt noch eine Mission an die ersten beiden pappen mit einer glänzenden Besetzung aber noch dämlicheren Inhalt. Aber erst einmal hatten deutsche Politiker die deutsche Hauptstadt Berlin in Hollywood bis auf die Knochen blamiert und zu einem Provinzkaff gemacht, als der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und sein damaliger Ältestenrat die deutschen Spießer raushängen ließ und der Paramount den Reichstag als Drehort verbot und etwas von der „Würde dieses Hauses“ schwafelte, die verletzt werden könnte. Die Würde eines Hauses, das von den Nazis fast abgefackelt wurde, in dem Adolf Hitler und seine NSDAP, wenn auch nur kurz regierten, könne nun von einem Film bedroht werden, so die absurde Idee dieser Politiker. So befürchtete die Welt auch einen Imageverlust der Filmmetropole Berlin: Der Filmmetropole Berlin droht ein Imageverlust. Das kategorische Nein des Ältestenrates des Bundestages zur Drehgenehmigung für Hollywood-Star Tom Cruise im Reichstag für den dritten Teil von "Mission Impossible" könnte andere amerikanische Filmemacher von einem Dreh in Berlin abschrecken, warnt Henning Molfenter, Head of Production Studio Babelsberg Motion Pictures GmbH. Molfenter betreut im Studio Babelsberg internationale Großprojekte wie zuletzt "Beyond the Sea" (Regie: Kevin Spacey) oder "Around the world in 80 days" (Regie: Frank Coraci). Das Potsdamer Traditionsstudio ist auch an der Produktion des Actionstreifens "Mission Impossible 3" beteiligt und wollte unter der Reichstagsglaskuppel eine Dialogszene drehen. Mit den Worten "Der Bundestag ist und bleibt ein besonderer Ort und soll nicht für kommerzielle Zwecke vermarktet werden", hat Bundestagspräsident Wolfgang Thierse ausgeschlossen, dass viele Millionen Zuschauer die Berliner Reichstagskuppel in dem Agententhriller sehen werden. "Das wäre eine Riesenwerbung für die Stadt gewesen", bedauert Molfenter. So wurde MI3 dann auch alternativ im Vatikan(!) und sogar in Shanghai in China gedreht, weil man dort jede Werbung brauchen kann und auch mit dem Geld etwas anzufangen weiß, das solche Dreharbeiten bringen können. Berlin hat offenbar beides nicht nötig. Seit der ersten unmöglichen Mission sind genau 10 Jahre vergangen und so wurde der Film dann auch nur ein dritter Teil. Regisseur Jeffrey Abrams holte noch Laurence Fishburne aus der Matrix als einen der Vorgesetzten von Ethan Hunt, der aus dem operativen Dienst ausgestiegen ist und sich seine Brötchen als Ausbilder bei der IMF verdient und sich ansonsten ins Privatleben zurückgezogen und sogar geheiratet hat. Als eine, von ihm ausgebildete Agentin dann von dem Schurken, dem wirklichen und einzigen Glücksgriff dieses Filmes, Philip Seymour Hoffman, entführt wird, meldet sich auch Hunt natürlich zurück, um sie zu befreien. Dann entführt Hunt den Schurken und Schwarzmarkthändler Owen Davian (Philip Seymour Hoffman) und macht ihm sich zum Feind. Der entführt die Frau von Hunt und will von ihm eine Hasenpfote, von der mir auch mach dem Film noch immer nicht klar ist, was und wofür das gut sein soll, als Gegenleistung für die Freilassung seiner Frau. So kommt es, wie es kommen muss und absehbar war, aus der Mission Impossible wird eine ganz private Nummer zwischen Tom Cruise als Ethan Hunt und Philip Seymour Hoffman als Owen Davian, bei der Tom Cruise schauspielerisch nur schlecht abschneiden kann. So ist es auch Hoffmann und etwas Action, die den Film auf 8/10 in meiner Wertung heben und Tom Cruise will ich nun vorläufig nicht mehr sehen


Filmkritik zu Final Destination 3 - 20.09.2006 18:13

wie die Teile 1 und 2, denn da waren die inszenierten Todesarten noch überraschend, spannend bis teilweise sogar witzig. FD3 kommt dafür eher als blutiger Horror im Gewand eines versteckten Splatters vorbei, der zu den ersten beiden Teilen, wenn überhaupt, nur einen sehr kunstruierten Bezug hat!


Starkritik zu Jake Gyllenhaal - 20.09.2006 10:12

Das Prädikat "geil" möchte ich in dem Zusammenhang nicht unbedingt nutzen, denn der begabte junge Mann könnte mein Sohn sein und Söhne findet man nicht geil! Als mir die DVD Donnie Darko in die Hände fiel, hab ich zum ersten Mal von ihm gehört und bin seitdem schlicht begeistert über sein Talent. Ich schätze, man wird noch eine Menge von ihm hören und vor allem sehen!

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