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Auf der Jagd nach dem Schatz: O.W. Fischer als Peter Voss

Auf der Jagd nach dem Schatz: O.W. Fischer als Peter Voss

Rausschmiss aus Hollywood
Der Erfolg macht jetzt Hollywood auf Fischer aufmerksam. Doch die Zeit in der Traumfabrik ist für den Schauspieler alles andere als erfolgreich. Der eigensinnige Österreicher verkracht sich mit Regisseur Henry Koster und wird nach wenigen Drehtagen zu "Mein Mann Gottfried" wegen 'unüberbrückbarer Differenzen' aus dem Vertag entlassen. Seiner Popularität in Deutschland tut das keinen Abbruch. Neben "Helden" dreht er am Ende des Jahrzehnts den erfolgreiche Spielfilm "Peter Voss, der Millionendieb" von Wolfgang Becker sowie die Fortsetzung "Peter Voss, der Held des Tages" (1959) unter der Regie von Georg Marischka.

Mit Unterstützung von Marischka realisiert Fischer in dieser Zeit auch seinen ersten Film als Regisseur. Mit "Hanussen" dreht er 1955 eine Filmbiografie des gleichnamigen Hellsehers und wird von der Kritik mit Lob für die filmischen Qualitäten und Tadel für die insgesamt verklärende Haltung zum Nazigünstling Hanussen überschüttet. Gespalten ist die Kritik auch hinsichtlich seiner zweiten und letzten Regiearbeit "Ich suche dich" (1956), wo Fischer mit der Rolle eines Trinkers und Zynikers wie schon in "Hanussen" auch die Hauptrolle übernimmt.

Ingrid Andree und O.W. Fischer

Ingrid Andree und O.W. Fischer

Eigenbrötlerischer Philosoph
In den sechziger Jahren zieht sich Fischer allmählich aus dem Filmgeschäft zurück, bis er Ende der 1960er Jahren gar keine Kinofilme mehr macht. Lediglich im Fernsehen und auf der Bühne ist er bis Mitte der 1970er hin und wieder zu sehen. Im Alter zieht sich Fischer immer mehr vom öffentlichen Leben zurück. Im Tessiner Vernate lebt er bis zu seinem Tod das einsame Leben eines zurückgezogenen Eigenbrötlers. Das Anwesen, in dem er bis zu seinem Tod im Jahr 2004 lebt, wird von den Leuten als 'Fischerburg' bezeichnet, nicht nur der Größe wegen, sondern auch weil sich der ehemalige Schauspieler rigoros von der Welt abriegelt. "Ich konnte seine Entfremdung von unserem Beruf, von seinen Freunden, von der Welt nie verstehen", sagt Schauspielkollege und Freund Maximilian Schell nach Fischers Tod.

Die einzigen Gefährten Fischers bleiben bis zuletzt seine geliebten Katzen. Zu den Tieren scheint der Schauspieler zeitlebens einen besseren Draht gehabt zu haben als zu den Menschen, wie die Film Zeitschrift Film Revue 1959 in einem frühen Blick auf das Leben des Schauspielers berichten. Fischer hinterlässt sein gesamtes Vermögen dem Hundeheim in Lugano sowie der Theologischen Fakultät der Stadt. Seine einstige Geliebte Dagmar F. geht dagegen leer aus. Warum der Fakultät? Weil nur "Organisationen mit absolut seriösen Strukturen sein Vermögen erben" sollen, so Fischers Anwalt. Zudem widmet sich der Schauspieler nach seiner Filmlaufbahn immer mehr der Philosophie und der Theologie und hält an mehreren Universitäten Vorlesungen. 1970 wird ihm vom österreichischen Bundespräsidenten der Professorentitel verliehen. Es ist ein Rückzug in die Geistigkeit. Damit ist die Frage von Schells Unverständnis wohl auch beantwortet.
Willy Flemmer, Filmreporter.de - 31. Dezember 2018

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