Retro-Starportrait: Denunziant Walt Disney | FILMREPORTER.de
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Good Night, and Good Luck

Good Night, and Good Luck

Geschäftsmann gegen Gewerkschaften
Zeichner und Trickfilmproduzent Disney sieht sich im Recht. Seit er in den 1920er Jahren nach Los Angeles zog, um dort als Zeichner zu arbeiteten, hat er ein beeindruckendes Filmunternehmen aufgebaut. 1944 wird er Mitglied der rechtskonservativen Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals, die vermeintliche kommunistische Umtriebe im traditionell eher libertären Hollywood bekämpft. Disney, der als Filmemacher technisch visionär ist und in seinen Filmen fantastische Geschichten erzählt, ist ein harter Geschäftsmann, wenn es um die Entwicklung seiner Firma geht. Gewerkschaften und Streiks schaden dem Geschäft, so seine Ansicht.

Die antikommunistische Hexenjagd von Senator McCarthy in Zusammenarbeit mit dem FBI haben mehrere Filme zum Thema, darunter "The Majestic" (2001) mit Jim Carrey. Zuletzt hat George Clooney in "Good Night, and Good Luck" (2005) das politisch-publizistische Ringen zwischen einem freiheitlichen Fernsehjournalisten und dem Senator portraitiert. In seinem Film hat Clooney die Atmosphäre von Angst und Misstrauen, die in der McCarthy-Ära in Künstler- und Intellektuellenkreisen herrscht, eindrücklich herausgearbeitet. In der hysterisch aufgeladenen, antikommunistischen Stimmungslage der damaligen USA verabschiedet der Moderator seine Zuschauer mit der Floskel: "Gute Nacht. Und viel Glück." Dieses Glück hätten viele, von McCarthy Gejagte gebraucht. So manche Pirsch im Filmgeschäft hat Märchenerzähler Disney dem Senator ermöglicht.
Lena Pauli/Filmreporter.de - 5. Februar 2019

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