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O. E. Hasse als Reporter in "Alibi"
Justiz diskutiert über Weidenmann-Film

Keine Unterstützung

Um Alfred Weidenmanns neues Werk "Alibi", in dem O. E. Hasse die Hauptrolle spielt, herrscht derzeit viel Trubel. Der Film berichtet über die Aufklärung eines drastischen Justizirrtums. Der deutsche Ministerialrat fühlte sich durch das Thema jedoch angegriffen und wollte die Kredite streichen, welche den Westberliner Firmen zugestanden wurden. Die Zeitschrift Neue Illustrierte schildert diese Auseinandersetzung in ihrer Ausgabe vom 19. November 1955.
Von  Indra Fehse/Filmreporter.de, 16. Juli 2018

Almut Rothweiler in "Alibi"

Almut Rothweiler in "Alibi"

Ein Journalist deckt auf
Produzent F. A. Mainz erfuhr erst über Umwege, dass die Bonner Ministerialjuristen in Alfred Weidenmanns Film eine Verächtlichmachung der Justiz sahen. Durch das Drehbuch des Bundesfilmpreisträgers Herbert Reinecker wurde Ministerialrat Dr. Sauer auf den Film aufmerksam. Mit allen Mitteln versuchte er, sich der Veröffentlichung entgegenzustellen. Er forderte den Bundesjustizminister sogar dazu auf, die entsprechenden Produktionskredite zu sperren.

Der Film beginnt mit dem Mord an Frau Overbeck, gespielt von Almut Rothweiler. Hardy Krüger verkörpert ihren Geliebten, der von einem Schwurgericht für schuldig gesprochen wird, seine Freundin getötet zu haben. Ein Reporter ist der einzige, der an seine Unschuld glaubt. Dieser kann schließlich beweisen, dass das Urteil des Gerichts, das ausschließlich aufgrund von Indizienbeweisen gefällt wurde, falsch ist. In diesem Beispiel eines Justizirrtums sieht der Justizminister offenbar die Gefahr des Films.

Hardy Krüger wehrt sich

Hardy Krüger wehrt sich

Trotz Streit ausgezeichnet
Das Justizministerium konnte sich nicht durchsetzen. Alfred Weidenmann erhielt für den zunächst umstrittenen Film "Alibi" sogar das Filmband in Silber. Neben dem Widerständler-Porträt "Canaris" von 1954 gehört "Alibi" zu Weidenmanns größten Erfolgen. Der Regisseur zählt zudem als Entdecker der Schauspieler-Legenden Hardy Krüger und Dietmar Schönherr. Er engagierte die beiden erstmals für "Junge Adler" aus dem Jahre 1944. Seither spielte vor allem Krüger unter der Regie von Weidenmann.

Seit den 1970ern drehte der Regisseur hauptsächlich Fernseh-Krimis, unter anderem diverse Folgen von "Derrick", "Der Kommissar" und "Der Alte". Im Jahre 2000 starb Alfred Weidenmann, als er sich in den Vorbereitungen für einen neuen Fernsehfilm befand.
Indra Fehse/Filmreporter.de - 16. Juli 2018
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