Retronews: Tabubrüche in London | FILMREPORTER.de
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Szene aus "Bitterer Honig"
"Bitterer Honig" auf Kinoleinwand

Tabubrüche in London

Das skandalöse Theaterstück "Bitterer Honig" von Shelagh Delaney ist für die Kinoleinwand adaptiert worden und aktuell in den westdeutschen Kinosälen zu bewundern. Der Film handelt von einem schwangeren Teenager, die sich mit einem homosexuellen jungen Mann zusammentut. Von der britischen Filmakademie wurde das Drama von Regisseur Tony Richardson zum "besten britischen Film 1961" gekürt.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de, 29. Dezember 2018

"Bitterer Honig"

"Bitterer Honig"

Richardson bricht Tabu
Regisseur Tony Richardson verwendet das altbekannte "Junge trifft Mädchen"-Motiv auf andere Art und stellt sich damit gegen gesellschaftliche Tabuisierungen. Bisher wagten wenige Regisseure, das Thema der Homosexualität in ihren Filmen aufzugreifen. Gebrochen wurde das Tabu vor zwei Jahren mit Gregory Ratoffs Werk "Oscar Wilde". Darin befasst sich der Regisseur mit dem Leben des homosexuellen irischen Schriftstellers.

Mit der Schwangerschaft der jungen unverheirateten Protagonistin Jo bringt Richardson ein weiteres gesellschaftliches Tabuthema auf die Leinwand. Als Jos Mutter ihre Tochter eines Tages wegen ihres Liebhabers verlässt, gibt sich Joe einem farbigen Seemann hin. Der Seemann sticht wieder in See und lässt den geschwängerten Teenager zurück. Da trifft Jo auf den distinguierten homosexuellen Geoffrey. Der nimmt sich dem Mädchen an und will es sogar heiraten. Eigentlich wäre alles in Ordnung, wenn nicht Jos eifersüchtige Mutter zurückkäme und das Idyll zerstöre.

Szene aus "Bitterer Honig"

Szene aus "Bitterer Honig"

Erfolg nicht zu toppen
Shelagh Delaney schrieb das Theaterstück "Bitterer Honig" bereits mit 17 Jahren. Sie brach die Schule ab und widmete sich vollends der Schriftstellerei. Zwei Jahre später wurde ihr Erstlingswerk in den Londonern Theatervierteln East und West End aufgeführt und erhielt zahlreiche Preise. Nachdem das Stück 1960 auch die New Yorker Theaterwelt eroberte, wurden zahlreiche Regisseure auf Delaney aufmerksam.

Auf Anfrage adaptierte sie das Theaterstück zum Drehbuch und erhielt 1961 den Oscar. Im Alter von 23 Jahren war Delaney eine der berühmtesten Schriftstellerinnen ihrer Zeit. In der Folgezeit schrieb sie vor allem Theaterstücke und Drehbücher, konnte aber an ihren ersten fulminanten Erfolg nicht anknüpfen.
Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de - 29. Dezember 2018
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