Retronews: Neue Jules Verne-Verfilmung | FILMREPORTER.de
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Neue Illustrierte, 21.01.1956, Jg. 11, Nr. 3, S.47 Marlene Dietrich
Marlene Dietrich in 80 Tagen um die Welt

Neue Jules Verne-Verfilmung

Marlene Dietrich hat den amerikanischen Markt schon lange erobert. In Deutschland verhalf ihr die Rolle als Lola Lola in "Der blaue Engel" zum Durchbruch. Heute dreht sie mit Regiegrößen wie Billy Wilder und Alfred Hitchcock. Momentan steht die gebürtige Berlinerin mit David Niven, Shirley MacLaine und Frank Sinatra vor der Kamera.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de, 20. Februar 2019

Gewohnt selbstbewusst wickelt der deutsch Vamp Marlene Dietrich die Männer um den Finger.

Gewohnt selbstbewusst wickelt der deutsch Vamp Marlene Dietrich die Männer um den Finger.

Kostüm für 15.000 Mark!
Marlene Dietrich spielt in Michael Andersons Abenteuerfilm "In 80 Tagen um die Welt" die Besitzerin einer Kneipe in San Francisco. Diese läuft offensichtlich gut, denn die mondäne Dietrich trägt das teuerste Kleid ihrer gesamten Filmkarriere. Stolze 15.000 Mark investierte das Filmstudio in die Robe der Schauspielerin. In ihrer Rolle umgarnt Dietrich den englischen Gentleman Phileas Fogg (David Niven) und seinen Kammerdiener Passepartout (Catinflas). Die filmische Weltreise ist eine Adaption des berühmten Werkes "Um die Erde in 80 Tagen" des französischen Romanciers Jules Verne.

Phileas Fogg wettet mit seinen Clubkollegen, dass er in 80 Tagen eine Weltumrundung schafft und gewinnt die Wette in der allerletzten Minute. Für das Jahr 1872 war das eine große Leistung, schließlich stand Reisenden nur das Dampfschiff und die Eisenbahn zur Verfügung. Vor kurzem stellte eine englische Maschine des Typs Comet einen Rekord im Weltrundflug auf: Der Pilot brauchte nur 66 Stunden und 42 Minuten.

Marlene Dietrich bei Auftritt

Marlene Dietrich bei Auftritt

Vom Weltstar zur Einsiedlerin
Die Geschichte der Weltumrundung wurde filmisch immer wieder neu bearbeitet. Zahlreiche TV-Serien beschäftigen sich mit dem abenteuerlichen Stoff. Im Jahr 2004 etwa brachte Regisseur Frank Coraci den Stoff mit Jackie Chan und Steve Coogan auf die Kinoleinwand. Marlene Dietrich und Frank Sinatra hatten in Andersons Verfilmung aus dem Jahr 1956 allerdings nur einen kurzen Cameo-Auftritt.

Bei der Premiere des Films hatte die Dietrich den Höhepunkt ihrer Karriere schon hinter sich. Zwölf Jahre später trat sie in "Schöner Gigolo, armer Gigolo" ein letztes Mal auf. Danach zog sie sich vollständig aus dem öffentlichen Leben zurück und verbrachte den Rest ihres Lebens in ihrer Pariser Wohnung. 1984 erlaubte sie immerhin Maximilian Schell, ihr mit dem Dokumentarfilm "Marlene" ein Denkmal zu setzen.
Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de - 20. Februar 2019
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