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Woody Allen in der Persiflage "Casino Royale"
Geheimagent vervielfacht

James Bond-Parodie

Der neue James Bond-Film "Casino Royale" ist ab sofort in den deutschen Kinos zu sehen. Es ist der bisher einzige Bond-Film, der nicht von Harry Saltzman und Albert R. Broccoli produziert wurde. Die Rechte für Ian Flemings Erstlingswerk konnte sich Charles K. Feldman sichern.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de, 27. Februar 2019

Casino Royale

Casino Royale

Persiflage auf Persiflage
"Casino Royale" ist eine Parodie auf die bisher erschienenen Bond-Filme. Ian Flemings erster Roman über den britischen 00-Agenten bietet nur eine lose Vorlage. Allein die Filmszenen im Casino, in denen Peter Sellers als einer von vielen Bonds gegen "Le Chiffre" Orson Welles antritt, stimmen weitgehend mit dem Roman überein. Feind des britischen Empires ist dieses Mal eine Geheimorganisation namens SMERSH.

Wie immer wird das ganze Universum von einer dunklen Macht bedroht. Das ist auch der Grund, warum der pensionierte Geheimagent James Bond (David Niven) reaktiviert wird. Um ihn zu einer Rückkehr zu überzeugen, wird kurzerhand sein Haus in die Luft gesprengt. Bei dieser Aktion stirbt versehentlich M, Bonds Chef. Um die Gegner zu verwirren, schmiedet James Bond einen genialen Plan: Von jetzt an tragen einfach alle britischen Agenten den Namen Bond.

Was folgt ist ein Feuerwerk von Absurditäten. Aus Western-Filmen stürmen US-Kavallerie und Sioux-Indianer heran, und Polizisten aus Stummfilmen prügeln in Slapstick-Manier. Die bisherigen Bond-Filme waren selbst schon Persiflagen auf die Romane Ian Flemings. Das doppelte Persiflieren wirkt bemüht komisch.

Casino Royale

Casino Royale

Chaotische Dreharbeiten
Der Roman zu "Casino Royale" erschien 1953. Schon ein Jahr später wurde der Stoff für einen Fernsehfilm adaptiert. Barry Nelson verkörperte damals den ersten James Bond der Film- und Fernsehgeschichte, Peter Lorre agierte als Bösewicht Le Chiffre. 1959 brachten die Produzenten Harry Saltzman und Albert R. Broccoli "James Bond 007 jagt Dr. No" in die Kinos.

An diesem Kassenerfolg wollte Produzent Charles K. Feldman mit der Persiflage "Casino Royale" anschließen. Unstimmigkeiten zwischen Schauspielern und ständig wechselnde Regisseure sowie chaotische Änderungen am Drehbuch machten die Dreharbeiten zu einem Abenteuer. Wie Der Spiegel am 1. Januar 1968 meldet, werkelten insgesamt sieben Regisseure und neun Drehbuchautoren an der Persiflage. Das vorgesehene Budget verdoppelte sich auf zwölf Millionen US-Dollar, die Dreharbeiten dauerten Monate länger als geplant. Erst am Schneidetisch entstand eine einigermaßen stringente Handlung. Nach dieser chaotischen Aktion war Feldmans Ruf ruiniert. Er starb ein Jahr später.
Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de - 27. Februar 2019
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