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Theodora, Kaiserin von Byzanz
Riccardo Freda inszeniert Monumentalfilm

Dreharbeiten im Hippodrom

In Mussolinis Ruinen erwacht das antike Byzanz zu neuem Leben. An der Straße von Rom nach Ostia, wo das faschistische Regime einen antiken Zirkus nachbauen ließ, tummeln sich heute die Statisten. Die prachtvolle Anlage entstand ursprünglich für die Weltausstellung 1942. 1953 dreht Riccardo Freda hier seinen Monumentalfilm "Theodora, Kaiserin von Byzanz". Eine 150 Meter lange Rennbahn, ein Säulenrundgang mit 140 Gipsabgüssen klassischer Statuen und 1.600 Komparsen stehen ihm dafür zur Verfügung.
Von  André Weikard/Filmreporter.de, 25. April 2019

Machal posiert für Großaufnahmen

Machal posiert für Großaufnahmen

Stimmung wie auf dem Nürburg-Ring
Die Zeitschrift Quick berichtet in der Ausgabe vom 18. Oktober 1953, die Stimmung bei den Dreharbeiten sei vergleichbar mit jener auf dem Nürburg-Ring. Die hölzernen Quadrigen erreichen zwar nur Geschwindigkeiten um 50 km/h, die waghalsigen Manöver der Wagenlenker hätten aber trotzdem für Begeisterung gesorgt. Todesmutige Artisten springen von fahrenden Gespannen in die staubige Arena, einer der Wagen wird sogar von einer Frau gelenkt.

Für die Großaufnahmen haben sich die Kameramänner der Filmcrew etwas Besonderes einfallen lassen. Über eine speziell angefertigte Holzkonstruktion ist eine der Quadrigen-Nachbauten mit einem Auto verbunden. Von dort aus wird aus nächster Nähe und bei rasantem Tempo gefilmt. Bei den Panoramaaufnahmen lenkt Hauptdarsteller Georges Marchal seinen Wagen wieder selbst. 1954 soll das Kinospektakel über deutsche Leinwände flimmern. Wir können es kaum erwarten.

Gladiator

Gladiator

Ein Genre hat Konjunktur
Im Jahrzehnt des Monumentalfilms stand der Größenwahn des Duce Pate für die Gigantomanie der Filmemacher. Regisseur Riccardo Freda war dafür die geeignete Wahl. Der Kenner des Genres hatte 1953 bereits "Spartacus, der Rebell von Rom" gedreht. Später folgten weitere Sandalenfilme wie "Schreckensreiter der Mongolenwölfe" von 1961. Hollywood stellte das alles in den Schatten. Der oscarprämierte Klassiker "Ben Hur" (1959) wartete mit über 50.000 Statisten auf, "Cleopatra" (1963) gilt bis heute als eine der teuersten Produktionen aller Zeiten und hätte die 20th-Century-Fox-Studios beinahe in den finanziellen Ruin getrieben.

Das Publikum war Ende der 1950er Jahre jedoch erstmal gesättigt. Erst mit den Möglichkeiten der Computeranimation erlebte der Monumentalfilm eine Renaissance. "Gladiator" löste im Jahr 2000 eine Begeisterung für die Antike aus, der wir Filmepen wie "Troja" und "Alexander" (beide 2004) zu verdanken haben.
André Weikard/Filmreporter.de - 25. April 2019
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