Retronews: Papier brennt bei 451 Fahrenheit | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS

RETRO News

Oskar Werner und Julie Christie
Bradburys Bücher stehen in Flammen

Papier brennt bei 451 Fahrenheit

Mit "Fahrenheit 451" legt US-Autor Ray Bradbury im Jahre 1953 den Namen seines Romans fest. Umgerechnet bei 233 Grad Celsius beginnt das Papier in seiner fiktiven Erzählung zu brennen. Der französische Regisseur François Truffaut setzt sich zum Ziel, ein Science-Fiction-Drama basierend auf dem Roman zu produzieren.
Von  Barbara Mayr/Filmreporter.de, 10. Juni 2019

Oskar Werner

Oskar Werner

Bücher im brennenden Inferno
In der schönen neuen Welt, in der Antibaby-Pille und Fernsehen gerade den Markt erobern, gibt es Probleme: Bücher, die den Menschen zum individuellen Denken verleiten, gelten als Bedrohung. Deshalb wird eine Feuerbrigade ins Leben gerufen, die dem Leseeifer der Bevölkerung ein Ende setzen soll. Alle Bücher werden gnadenlos mit Kerosin getränkt und angezündet. Der Bücherwehrmann Guy Montag wird von Clarissa dazu inspiriert, das zu lesen, was er Tag für Tag zerstört: Dostojewski, Dalí, Nietzsche und Hitlers "Mein Kampf" finden sich jedoch schon bald im flammenden Inferno wieder. Als sich eine alte Bibliothekarin inmitten ihrer Büchersammlung selbst verbrennt, kehrt Montag der Feuerbrigade den Rücken und wird zum ambitionierten Leser.

Seine Frau Linda hat ihn inzwischen denunziert. Gemeinsam flieht er mit Clarissa in die verschneiten Wälder, um einer Buchgemeinschaft beizutreten. Dort leben Leute, die die erlesene Weltliteratur im Kopf behalten und sie auf diesem Weg der Nachwelt vererben. Wie der Spiegel am 16. Januar 1967 berichtet, spielt Oskar Werner die Hauptrolle. Julie Christie ist sowohl als dessen Filmgattin Linda als auch in der Rolle der revolutionären Clarissa zu sehen. Wir sind gespannt.

Oskar Werner in "Fahrenheit 451"

Oskar Werner in "Fahrenheit 451"

Gefeierter Klassiker
"Fahrenheit 451" feierte in der Bundesrepublik Deutschland am 23. Dezember 1967 seine Premiere. In der Reihe "Europes Finest" wurde der Klassiker im Jahr 2007 erneut in 30 deutschen Kinos gezeigt. Für Regisseur François Truffaut blieb das Science-Fiction-Drama das einzig englisch-sprachige Werk. Der aus Wien stammende Hauptdarsteller Oskar Werner starb 1984 an einem Herzinfarkt im Alter von 61. Für "Das Narrenschiff" war er für den Oscar nominiert und gewann 1966 den Golden Globe als bester Nebendarsteller für "Der Spion, der aus der Kälte kam".

Das Drama "Fahrenheit 451" erhielt Nominierungen für BAFTA Awards, Hugo Awards und den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig. Angeblich war eine Neuverfilmung des Romans mit Oscar-Preisträger Tom Hanks geplant. Dieser sollte die Hauptrolle des Guy Montag spielen, stieg jedoch kurzerhand aus dem Projekt aus. Regie führen sollte Frank Darabont.
Barbara Mayr/Filmreporter.de - 10. Juni 2019
Newsübersicht: KinoFestivalDVDStarsKurznewsRetroNews

Zum Thema

Porträt zu Oskar Werner

Oskar Werner

Darsteller
Über Oskar Werner kann man viel erzählen. Er war Pazifist, Deserteur im zweiten Weltkrieg, liebte die Einsamkeit und galt als exzentrisch. Mit... weiter

Filmplakat zu Fahrenheit 451

Fahrenheit 451

In François Truffauts "Fahrenheit 451" gelten Bücher, die den Menschen zum individuellen Denken verleiten, als Bedrohung. Deshalb soll eine Feuerbrigade dem Leseeifer der... mehr

Weitere Retronews: Künstler mit Menschen-Allergie

Thomas Bernhard gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.... weiter

Träume werden wahr

'Zeichentrickfilme sind verfilmte Träume'. So wurden sie 30 Jahre nach ihrer... weiter

Inspektor Marco ermittelt

Jean Marais ist ein vielseitiger Schauspieler. Der Franzose eignet sich wie kein... weiter
© 2019 Filmreporter.de