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RETRO News

Francoise Arnoul als robuste Heimleiterin
Gong

Mord im Mädchenpensionat

Inspektor Marco ermittelt
Jean Marais ist ein vielseitiger Schauspieler. Der Franzose eignet sich wie kein anderer als Darsteller des tragischen Königs Ödipus oder des schwankenden Orpheus, macht sich aber auch in modernen Spielfilmen gut. Nun ist er im neuen Arca-Film "Im Schlafsaal der großen Mädchen" als Polizeiinspektor Désiré Marco zu bewundern.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  20. Juni 2019
Jean Marais als knallharter Ermittler
Gong
Jean Marais als knallharter Ermittler

Finsteren Geheimnissen auf der Spur

Regisseur Henri Decoin schickt seinen Inspektor in das exklusive Mädchenpensionat von Mérémont. Dort hat sich ein wahrhaft grauenhaftes Verbrechen ereignet. Ein Mädchen aus reichem Elternhaus ist erdrosselt in ihrem Bett aufgefunden worden. Natürlich unternimmt die Direktorin des Internats alles, um ihre Schülerinnen und das Lehrerkollegium vor den Ermittlungen des Inspektors in Schutz zu nehmen. Zur Vermeidung eines Skandals sähe sie den Mörder viel lieber außerhalb der Schulmauern.

Inspektor Marco kann ihr da nicht entgegen kommen. Die ach so gut erzogenen Schülerinnen haben es faustdick hinter den Ohren. Aber auch im Lehrerkollegium tun sich bei genauerer Betrachtung Abgründe auf. Wohin er sich auch wendet, stößt Marco auf Abwehr und scheinbar undurchdringliche Rätsel. Denen geht er aber unerbittlich, ja geradezu verbissen, nach.

Neben Jean Marais konnte Decoin auch Françoise Arnoul gewinnen. Die ist derart bezaubernd und urfranzösisch-charmant, dass schon alleine ihre Erscheinung den Kriminalfilm sehenswert macht. Die Zeitschrift Gong meldet in ihrer Ausgabe vom 18. Juli 1954, dem Regisseur sei mit der Besetzung von Louis De Funès ein weiterer Glücksgriff gelungen.


Jean Marais
Gong
Jean Marais

Auf der Flucht vor Louis de Funès

Die Wege von Jean Marais und Louis De Funès sollten sich zehn Jahre nach der Zusammenarbeit bei "Im Schlafsaal der großen Mädchen" wieder kreuzen. In den 1960er Jahren war Funès als Commissaire Juve dem Großverbrecher Fantômas (Marais) gleich drei Mal auf den Versen. Marais hatte neben der Schauspielerei eine weitere Leidenschaft: Bildhauerei und Kunst. Seine Interessen teilte er mit dem Schriftsteller, Regisseur und Maler Jean Cocteau.

Die Begegnung der beiden Ende der 1930er Jahre brachte Marais' anfangs schleppende Schauspielkarriere in Schwung. Einige seiner besten Rollen im Film und am Theater verdankte Marais seinem 25 Jahre älteren Mentor und Lebensgefährten. Die beiden waren bis zum Tod Cocteaus im Jahr 1963 ein Paar. Später wandte sich Marais von der Schauspielerei ab und ganz der Kunst zu. Er entwarf das Modell der Bronzefigur Le passe muraille, die im Pariser Künstlerviertel Montmartre aufgestellt wurde. Marais wurde 84 Jahre alt und verstarb 1998 an einer Lungenentzündung.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  20. Juni 2019

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