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Die sieben Kleider der Katrin
Symbole verschiedener Lebensstationen

Die sieben Kleider der Katrin

Kleider machen Leute, das ist ein bekannter Spruch. Je nach Lust und Laune zieht man sie an, und zieht damit wiederum andere Menschen an. Ein hübsches Kleid mit hübschem Inhalt sichert der Trägerin die Aufmerksamkeit der männlichen Verehrer. Manchmal verschwinden diese jedoch ebenso schnell, wie die Mode - Kleider aber bleiben. Sie hängen in den Schränken ihrer Besitzerinnen und erinnern an längst vergangene Zeiten. Im neuen Constantin-Film "Die sieben Kleider der Katrin" beschreibt Regisseur Hans Deppe verschiedene Lebensabschnitte einer jungen Frau, die jeweils durch ein bestimmtes Kleid symbolisiert werden.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de, 30. Juni 2019

Szene aus "Die sieben Kleider der Katrin"

Szene aus "Die sieben Kleider der Katrin"

Vom Dirndl zum Brautkleid
Ein reizendes Dirndl ist die erste Etappe auf dem langen Liebes- und Leidensweg der jungen Katrin (Sonja Ziemann). In eben diesem lernt sie an ihrem 18. Geburtstag den sommersprossigen Verkehrsflieger Hans (Gunnar Möller) kennen. Der findet das Dirndl "wunderbar nett", was die Besitzerin postwendend auf den Charmeur überträgt. "Jetzt endlich weiß ich, was Liebe ist", schreibt sie am Abend euphorisch in ihr Tagebuch. Doch dann der Schreck am nächsten Morgen: Hans beendet die Liaison, bevor sie überhaupt angefangen hat. Das eben noch heiß geliebte Dirndl wird Katrin nie mehr tragen, zu schmerzlich sind die Erinnerungen an die erste enttäuschte Liebe. Jahre später steht dieselbe Katrin vor einem Spiegel. Diesmal trägt sie ein schneeweißes, spitzenbesetztes Brautkleid. Nach Jahren voller Hochs und Tiefs hat sie endlich ihr Glück gefunden. Anlass genug, ein Resümee ihres bisherigen Lebens zu ziehen. Dabei fällt ihr eines auf: Alle wichtigen Ereignisse vom Tod der Ziehmutter bis zum Kennenlernen des Traummannes sind untrennbar mit einem bestimmten Kleid verbunden. Am 1. August 1954 berichtet die Gong über die rührende Komödie.

Szene aus "Die sieben Kleider der Katrin"

Szene aus "Die sieben Kleider der Katrin"

Schauspielerin vom Unglück verfolgt
Die Schauspielerin Sonja Ziemann verkörperte Katrin in Hans Deppes Komödie von 1954. Der Regisseur nannte die damals 28-Jährige "ein reizendes Persönchen, das für diesen Film wie geschaffen ist." Im Film findet Katrin am Ende ihr Glück, im wahren Leben musste Sonja Ziemann mehrere Schicksalsschläge verkraften. Die erste Ehe mit Rudolf Hambach scheiterte, ihr zweiter Ehemann Marek H?asko starb an einer Schlafmittelvergiftung. Ihr Sohn starb im Alter von 16 Jahren an Krebs und ihr Lebensgefährte Martinius Adolff stürzte mit dem Flugzeug ab. Den Lebensmut hat Ziemann zum Glück nie verloren, immer wieder rappelte sie sich auf. Diese kämpferische Einstellung spiegelt auch der Titel ihrer Autobiografie "Ein Morgen gibt es immer" wieder.
Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de - 30. Juni 2019
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